Die Regionalliga war zum Greifen nah – und entglitt im allerletzten Moment. Doch beim Heider SV herrscht kein Stillstand. Im Gegenteil: Mit neuen Gesichtern, frischen Ideen und einer ungebrochenen Siegermentalität greift das Team von Markus Wichmann wieder an.
„Das sitzt noch tief“ – Wichmann blickt zurück auf die verpasste Chance
Der Aufstiegstraum war real – und zerplatzte doch. Für Heides Cheftrainer Markus Wichmann war das Scheitern in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga mehr als nur ein sportlicher Rückschlag: „Im ersten Moment war das eine Riesenkatastrophe. Solche Chancen bekommt man nicht oft. Das sitzt – und sitzt eigentlich immer noch tief“, gesteht der Coach offen. Doch Aufgeben? Keine Option. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich daraus eher noch stärker zurückkomme.“
Mini-Sommerpause: Zwischen Erholung und Neustart
Nach dem letzten Relegationsspiel blieb kaum Zeit zum Verschnaufen – nur zweieinhalb Wochen lagen zwischen Saisonende und dem Vorbereitungsstart. „Das war brutal kurz“, sagt Wichmann. „Aber wir haben eine starke Truppe, viele haben sogar ihren Urlaub gemeinsam verbracht. Die Stimmung ist gut.“ Und der Trainer? „Ich hatte so eine kurze Pause noch nie. Vielleicht holt mich das irgendwann mal ein – aber im Moment läuft alles rund.“
Neue Gesichter für die nächste Mission
Trotz der Enttäuschung gab es keinen personellen Umbruch, sondern gezielte Verstärkungen. Acht Neuzugänge sollen frischen Wind bringen:
- Fabian Arndt (SG Oldenswort/Witzwort)
- Hendrik Fleige (TSB Flensburg)
- Tarek von Böhlen (TSV Friedrichskoog)
- Yusef Abdelrahman & Mats Schaller (eigene U23)
- Manuel Lorenzen (RB Obere Treene)
- Vasyl Tanchak (FK Nyva Ternopil/Ukraine)
- Christopher Buchtmann (VfB Oldenburg)
Vor allem Tanchak, ein Defensivspieler mit internationaler Erfahrung, gilt als spannendes Projekt. Dies wurde zuletzt nur noch von der Verpflichtung von Christopher Buchtmann getoppt, der knapp unter 200 Spiele in der 2. Bundesliga für den 1. FC Köln und den FC St. Pauli absolviert hat.
Verlassen haben den Verein u. a. Melf Siemund und Noel Niklas Kurzbach (beide zum TSB Flensburg), Lucas Groß (zu Kilia Kiel) sowie Calvin Brooklyn Schultz, der sich dem MTSV Hohenwestedt anschloss.
Auch der Staff wurde aufgerüstet
Nicht nur auf dem Platz, auch ins Funktionsteam wurde investiert:
- Leif Hahn (Co-Trainer & Athletik)
- Jörg Eggers (Taktik & Videoanalyse)
- Finn Göttsche (Teammanager)
- Lale Siemund (Physiotherapie)
Wichmann freut sich über das neue Know-how: „Gerade mit Leif und Jörg haben wir zwei starke Impulsgeber dazugewonnen. Die bringen viele Ideen ein – manchmal rauchen die Köpfe bei den Jungs. Aber genau das brauchen wir, um uns weiterzuentwickeln.“
Veränderte Vorbereitung, neue Schwerpunkte
Die kurze Pause hat Auswirkungen auf den Trainingsaufbau. Anstatt klassischem Grundlagenbolzen setzt der HSV in der Vorbereitung verstärkt auf Taktik und Technik. „Nach drei Wochen verliert man nicht alles an Fitness. Also nutzen wir die Zeit lieber sinnvoll“, erklärt Wichmann. „Die Jungs hatten selbst Verantwortung, sich mit Laufeinheiten fit zu halten – so konnten wir schneller in die inhaltliche Arbeit einsteigen.“
Oberliga-Ausblick: „Stärkste Liga aller Zeiten“
Für Wichmann ist klar: Die Oberliga Schleswig-Holstein war selten so stark besetzt wie in dieser Saison. „Der Meister wird sich zwischen vier, fünf Teams entscheiden. Holstein Kiel U23, Kilia Kiel, Eichede, Todesfelde – da ist richtig Qualität drin.“ Der HSV will wieder dazugehören. „Wir wollen oben mitmischen. Auch wenn wir wissen, wie schwer das wird – die Ambitionen bleiben.“
Neue Ideen, altes Ziel
Zu möglichen Änderungen an seiner Spielidee hält sich Wichmann gewohnt bedeckt. „Klar wird sich was ändern – aber das verrate ich natürlich nicht. Es wird neue Elemente geben, aber niemand soll überfordert werden.“ Ein zentraler Fokus liegt auf der Entwicklung der vielen jungen Spieler. „Es macht einfach Spaß, mit diesen lernbegeisterten Jungs zu arbeiten. Genau das ist der Weg.“
Fazit: Heider SV will zurück – und hat die Werkzeuge dafür
Die Enttäuschung ist verarbeitet, die Strukturen gestärkt, die Motivation hoch: Der Heider SV startet mit klarem Ziel in die neue Oberliga-Saison. Der Weg in die Regionalliga wird steinig – doch Trainer Markus Wichmann und sein Team sind bereit.
Bericht und Bild: Ole Jacobsen.