Innenverteidiger David Zec gehört zu den festen Größen im Kader von Holstein Kiel. Der 25-jährige Slowene war im Winter vom slowenischen Erstligisten NK Celje zu den Störchen gewechselt und hat sich seitdem schnell zum Leistungsträger entwickelt. Im Gespräch am Rande des Trainingsplatzes spricht der 1,90 m große Abwehrmann über die neue Saison, die besondere Balkan-Mentalität – und darüber, warum er im Notfall auch als Stürmer auflaufen würde.
„Die Stimmung ist gut – wir sind bereit“
Zec blickt optimistisch auf die kommende Spielzeit in der 2. Bundesliga: „Das Gefühl ist wirklich gut. Wir hatten genug Zeit, uns kennenzulernen und uns an den Spielstil zu gewöhnen. Die Spieler sind bereit.“
Obwohl sich der Kader in weiten Teilen verändert hat, blieb die Defensive weitgehend zusammen – ein Vorteil, wie der Abwehrchef findet: „Die Abwehr ist im Großen und Ganzen dieselbe wie letzte Saison. Wir kennen uns gut – und ich denke, dass wir sogar noch stärker auftreten werden.“
Erfahrung aus der Bundesliga – jetzt zählt der Aufstieg
In der Rückrunde der vergangenen Saison sammelte Zec wertvolle Erfahrungen in der Bundesliga. Besonders die Duelle mit Angreifern wie Harry Kane oder Serhou Guirassy haben Eindruck hinterlassen: „Das sind sehr starke Stürmer. Aber wir haben gezeigt, dass wir dagegenhalten können. Diese Erfahrung wird uns in der 2. Liga sicher helfen.“ Klar ist für ihn: Holstein will sofort wieder hoch. „Schon am ersten Tag hat der Trainer gesagt: Wir wollen wieder aufsteigen. Das ist unser Ziel – und die Spieler denken genauso.“
„Vielleicht mag der Trainer einfach Balkan-Verteidiger“
Mit Zec, Ivezic, Nekic und weiteren Akteuren stammt ein Großteil der Kieler Abwehr vom Balkan. Eine besondere Konstellation? „Für mich ist es natürlich leichter, weil wir unsere Sprache sprechen können“, sagt Zec mit einem Lächeln. „Vielleicht mag der Trainer auch einfach Balkan-Verteidiger – er stellt jedenfalls viele von uns auf.“ Doch was macht die Mentalität der Region so besonders? „Es gibt kein richtiges Wort dafür – aber man weiß, was gemeint ist. In jedem Spiel 100 Prozent geben – das ist unser Anspruch.“
Zweikampfhärte statt Tempo – passt die 2. Liga besser?
Dass es in der 2. Bundesliga körperlicher zur Sache geht, sieht Zec eher als Vorteil: „In der Bundesliga wurde mehr gespielt, in der 2. Liga wird intensiver gekämpft. Wir wollen trotzdem den Ball haben – auch als Verteidiger. Aber klar: Körperlichkeit ist in dieser Liga enorm wichtig.“ Zec selbst bringt robuste Physis mit – aber auch Spielverständnis. Sein Ziel ist klar: weniger Gegentore als in der Vorsaison. „Das ist für jeden Verteidiger eine Priorität.“
Führungsrolle mit Carl Johansson
In der Innenverteidigung bildet er zusammen mit Routinier Carl Johansson ein stabiles Duo. Die Chemie stimmt: „Wir sprechen viel. Auch wenn ich erst sechs Monate hier bin, fühlt es sich an wie fünf Jahre. Ich kann den Jüngeren helfen – und Calle hilft mir.“ Und auch in puncto Flexibilität zeigt sich Zec teamdienlich: „Ich spiele am liebsten im Zentrum – aber wenn der Trainer mich links, rechts oder sogar im Sturm sieht: Kein Problem. Nur im Sturm war ich bisher erst in den letzten zwei Minuten eines Spiels.“
Holstein Kiel kann sich also auf einen gestandenen Abwehrchef mit klaren Zielen, Führungsqualitäten und der nötigen Balkan-Mentalität verlassen – auch in der 2. Liga. Und David Zec? Der ist bereit für alles, was kommt. Auch für die letzten zwei Minuten im Sturm.
Bericht und Bild: Ole Jacobsen.