Marcel Rapp vor dem Saisonstart: „Weniger sabbeln, mehr machen“

Mit dem Auswärtsspiel beim  SC Paderborn startet Holstein Kiel am Samstag in die neue Saison der 2. Bundesliga. Trainer Marcel Rapp mahnt zur Bodenständigkeit – trotz des formulierten Aufstiegstraums einiger Spieler. Im Gespräch macht der 46-Jährige klar, was er von markigen Worten hält – und was ihn vor dem Auftakt besonders beschäftigt.

Innenverteidiger David Zec hatte es offen ausgesprochen: Holstein wolle zurück ins Oberhaus. Und was sagt der Coach? „Der Coach sagt, dass wir so viele Spiele wie möglich gewinnen wollen – aber auch wissen, welche Gegner uns erwarten. Wir sollten nicht so viel sabbeln, sondern eher machen. Das hat uns in der Vergangenheit stark gemacht und wird uns auch in Zukunft stark machen – solange ich Trainer bin.“

Rapp betont, dass die 2. Bundesliga kein Selbstläufer sei: „Die Vergangenheit zeigt einfach, dass es schwer ist, da Fuß zu fassen. Aber wir fühlen uns gut gerüstet, weil wir eine ordentliche Mannschaft und eine gute Stimmung haben. Aber: Wir müssen 100 Prozent spielen, sonst wird es schwer.“

Dass Spieler öffentlich vom Wiederaufstieg sprechen, sieht Rapp differenziert: „Klar, jeder will zurück in die Bundesliga. Aber wir sollten auf der Handlungsebene bleiben. Gut trainieren, uns stetig steigern – und dann schauen, was möglich ist.“ Dabei lobt er die Mentalität seiner Mannschaft: „An Selbstbewusstsein mangelt es uns nicht. Wir gehen in jedes Spiel mit der Überzeugung, dass wir es gewinnen können – aber wir wissen auch, dass andere Gegner stark sind.“

Vor dem Auftakt gibt es gemischte Nachrichten: Marco Komenda trainiert wieder mit, wird aber noch nicht im Kader stehen. Carl Johansson fehlt nach seiner umstrittenen Roten Karte im letzten Bundesligaspiel der vergangenen Saison für zwei Spiele. Andu Kelati befindet sich nach Sehnenproblemen im Aufbau, ein Einsatz ist derzeit nicht absehbar. Auch Patrick Erras, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, kämpft weiterhin mit langwierigen Beschwerden – der Verein lässt ihm bewusst alle Zeit der Welt: „Er war in den USA dabei, ist weiter Teil der Mannschaft – aber es ist einfach nicht absehbar, wann er wieder mit dem Team trainieren kann.“

Die Wahl des Stammkeepers für das Spiel gegen Paderborn ist noch nicht final gefallen. Zur Auswahl stehen Timon Weiner und Jonas Krumrey. „Timon hat mehr Erfahrung, Jonas ist am Fuß vielleicht ein bisschen besser. Wir haben beide genau analysiert – auch in puncto gehaltene Schüsse im Training. Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen“, erklärt Rapp, der sich noch offen hält, ob er schon am kommenden Donnerstag bei der Pressekonferenz eine Entscheidung bekannt geben wird oder erst später.

Mit dem SC Paderborn wartet zum Start direkt ein schwerer Gegner. „Die haben eine sehr gute Mannschaft, auch wenn sie einen neuen Trainer und ein paar Abgänge hatten. Aber sie spielen intensiv, mit Spielfreude – so, wie man Paderborn kennt.“ Holstein müsse sich im Vergleich zum Testspiel gegen Osnabrück steigern, fordert Rapp. „Da war es nicht gut genug. Aber wir sind bereit – wir freuen uns auf den Auftakt.“

Bericht und Bild: Ole Jacobsen.