Eigentlich sollte Henrik Krüger als Jugendobmann beim FC Kilia Kiel die Nachwuchsabteilung neu aufbauen – mit klaren Strukturen und frischem Wind. Doch nun hat Präsident Volker Roese andere Pläne mit ihm: Krüger übernimmt ab sofort den Bereich Marketing und Social Media. Eine Aufgabe, die weit über das hinausgeht, was ursprünglich geplant war – und die für Krüger nicht weniger reizvoll ist.
Mehr als nur Social Media
„Meine neue Position umfasst die Außendarstellung des Vereins“, erklärt Krüger. Gemeint sind Kanäle wie Instagram, Facebook und eine neu strukturierte Homepage, aber auch der gesamte Auftritt des Vereins gegenüber Partnern und Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Präsident Roese arbeitet er daran, Kilia auf moderne Füße zu stellen – auch im Hinblick auf das Sponsoring.
„Wir wollen das Ganze auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Krüger. Ziel sei es, langfristig ein stabiles wirtschaftliches Fundament zu schaffen – unabhängig von einzelnen Personen oder Geldgebern. „Wenn einer wegbrechen sollte, darf das Projekt nicht gefährdet sein.“
VIP-Bereich als Begegnungsort
Ein konkretes Vorhaben betrifft den VIP-Bereich des Vereinsgeländes. Dort soll künftig mehr als nur eine Bratwurst geboten werden. „Wir wollen oben auf dem Container eine einladende Fläche für unsere Sponsoren schaffen“, so Krüger. Mit eigenem Catering, familiärer Atmosphäre und klarer Kilia-Handschrift. Krüger ist überzeugt: „Es geht nicht nur ums Geld. Unsere Sponsoren sollen Fußball leben und sich als Teil der Kilia-Familie fühlen.“
Familiär statt businessmäßig
Die Idee, Kilia als bodenständigen, familiären Amateurverein zu präsentieren, ist für Krüger ein zentrales Anliegen. Der vielzitierte Satz „Gemeinsam sind wir Kilia“ soll nicht nur ein Slogan sein – er will ihn leben. Dazu gehört, dass sich Sponsoren nicht als Investoren fühlen, sondern als Freunde des Vereins, die sich auf einen Nachmittag mit guter Bratwurst und ehrlichem Fußball freuen können. „Ich will, dass sie für ein paar Stunden den Alltagsstress vergessen“, sagt Krüger. Es geht um Nähe, nicht um Visitenkarten.
Netzwerker mit Vorbildfunktion
Henrik Krüger ist keiner, der sich zu schade ist, mitanzupacken. Als er kürzlich eine interne Trainerveranstaltung organisierte, war es für ihn selbstverständlich, danach auch mit aufzuräumen. „Ich schließe den Laden ab. Ich bin der Veranstalter. Ich habe das gemacht – also mache ich auch zu.“ Das kam gut an. Und es steht sinnbildlich für seinen Anspruch: Er erwartet nur, was er auch selbst vorlebt.
In der persönlichen Ansprache von Sponsoren sieht Krüger eine große Chance. Er verweist auf sein Netzwerk, seine Erfahrung bei Holstein Kiel – wo er selbst als Sponsor aktiv ist – und seine Stärke im Zwischenmenschlichen. „Viele kommen wegen mir. Aber sie sollen bleiben wegen Kilia.“
Zwischen Firma und Ehrenamt
Beruflich führt Henrik Krüger einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb. Die neue Aufgabe bei Kilia füllt für ihn eine ganz andere Rolle aus. „Ich möchte nach Hause kommen und das Gefühl haben, etwas Sinnvolles gemacht zu haben – etwas, das mich erfüllt.“
Es gehe dabei nicht nur um berufliche oder wirtschaftliche Erfolge, sondern um eine persönliche Weiterentwicklung. „Ich freue mich auf diese Herausforderung. Auch wenn man mal Absagen bekommt – das gehört dazu.“
Ziele mit Weitsicht
Henrik Krüger setzt sich klare Ziele – nicht sportlich, sondern strukturell. Er will die finanziellen und infrastrukturellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kilia sportlich wachsen kann, ohne sich zu übernehmen. Das Thema Regionalliga schwingt dabei mit. „Ob das dann vom Verein umgesetzt wird, ist nicht meine Entscheidung. Aber ich möchte die Basis dafür schaffen.“
Die aktuell schwierige Wirtschaftslage – gerade in der Bau- und Immobilienbranche – erschwert den Start. Viele Firmen zögern. Doch Krüger bleibt zuversichtlich: „Ich glaube, dass meine Art, wie ich den Verein repräsentiere, bei den Sponsoren ankommen wird.“
Kein Titel, aber viel Vertrauen
Auf die Frage, wie man seine Rolle im Verein beschreiben könne, sagt Krüger: „Ich bin der Vertrauensmann des Vereins.“ Formal sei er kein Geschäftsführer, eher eine Art Assistent der Vereinsführung. Doch sein Einfluss reicht weit. Das Verhältnis zu Präsident Roese ist eng und geprägt von gegenseitigem Respekt.
„Volker hat schnell erkannt, wo meine Stärken liegen“, sagt Krüger. „Und dass ich für den Gesamtverein mehr bewirken kann als in der Jugendabteilung.“ Die neue Position sei zwar eine Umstellung, aber auch ein Ausdruck großen Vertrauens. „Ich muss das mit Leistung zeigen“, sagt Krüger. „Aber ich gehe diese Aufgabe mit Demut an – und mit dem Ziel, Kilia in eine gute Zukunft zu führen.“
Bericht und Bild: Ole Jacobsen.