FC Kilia Kiel dominiert das Derby: 5:1 gegen Holstein Kiel II

Mit einem eindrucksvollen 5:1-Heimsieg gegen Holstein Kiel II hat der FC Kilia Kiel ein Ausrufezeichen zum Saisonauftakt der Flens-Oberliga gesetzt. Vor 620 Zuschauern im Kilia-Stadion ließ das Team von Trainer Nicola Soranno dem Regionalliga-Absteiger in der zweiten Halbzeit kaum Luft zum Atmen. Dabei fehlte mit Torjäger Yannik Jakubowski sogar der vermeintlich wichtigste Offensivspieler verletzungsbedingt.

Frühe Führung für die Gäste

Die erste echte Torchance der Partie hatte Kilia durch Acer Rezan, der aus 18 Metern nur knapp das linke Kreuzeck verfehlte. Den ersten Treffer erzielte jedoch Holstein. Nach einem flach getretenen Freistoß von Louis Köster ging die U23 der Störche früh mit 1:0 in Führung (17.). Kilia brauchte einige Minuten, um sich zu fangen – fand dann aber über eine starke Passkombination ins Spiel zurück.

Alt bringt Kilia ins Spiel

In der 30. Minute gelang Julius Rainer Alt der Ausgleich: Ein Angriff über mehrere Stationen endete mit einer Hereingabe von links, die Alt frei vor dem Tor vollendete. Danach musste Soranno verletzungsbedingt umstellen – Marc Schwabe verließ den Platz, Marvin Müller kam.

Taktisch kluge Verlagerungen

Bis zur Pause blieb es ein temporeiches, ausgeglichenes Spiel mit gut verteidigenden Mannschaften und vereinzelten Offensivakzenten. Besonders auffällig: Kilia verlagerte das Spiel häufig mit diagonalen Pässen von rechts hinten nach links vorn – ein Muster, das sich über 60 Minuten durchzog und der Holstein-Abwehr wiederholt Probleme bereitete.

Holstein kommt schwungvoll aus der Kabine

Nach der Pause war zunächst Holstein, die mit Parduzi, Köster, Muqaj und Prasse vier Feldspieler aus dem erweiterten Kader der Ligamannschaft dabei hatten, besser im Spiel. In der 51. Minute verpasste Prasse eine gute Gelegenheit. Doch Kilia schlug in der 59. Minute eiskalt zurück: Alt zog aus rund 18 Metern ab und traf mit einem Strahl in den linken Winkel – das 2:1.

Kilia übernimmt die Kontrolle

Holstein reagierte mit einer Großchance, doch Kilias Torwart Tom Pachulski parierte stark gegen Muqaj (60.). Kurz darauf verpasste Medlin aus vier Metern den möglichen Ausgleich. Es sollte die letzte gute Gelegenheit der Gäste bleiben.

Müller und Groß setzen den Schlusspunkt

In der Schlussphase dominierte Kilia. Der Ex-Storch Jannis Voß erhöhtenach toller Kombination und einem trockenen Abschluss von der Strafraumgrenze auf 3:1 (70.). Der eingewechselte Marvin Müller sorgte mit einem Flachschuss ins lange Eck für das 4:1 (86.), ehe Lucas Groß nach einem katastrophalen Fehlpass der Gästeabwehr zum 5:1-Endstand traf (89.).

Stimmen zum Spiel

„Wir hatten nach dem Rückstand eine Phase, in der wir nicht gut im Spiel waren“, räumte Kilia-Coach Soranno ein. „Aber wir haben uns stabilisiert und dann auch verdient gewonnen. Ob das Ergebnis zu hoch ist? Vielleicht – aber das ist mir heute egal.“

Holstein-Trainer Weiße zeigte sich enttäuscht: „Wir haben viel riskiert, wollten Mann gegen Mann verteidigen. Dann wirkt das 5:1 heftig – aber das nehme ich auf meine Kappe. Wichtig ist, dass wir aus den guten ersten 30 Minuten lernen.“

Taktische Reife als Schlüssel

Sowohl Soranno als auch Weiße hoben die taktischen Unterschiede hervor. Während Kilia gezielt über Verlagerungen Druck ausübte, setzte Holstein auf kurze flache Kombinationen – doch nach dem 2:1 fand das junge Team der Gäste keine Mittel mehr. Weiße: „Kilia ist eingespielter, erfahrener – sie lassen sich von Druck nicht aus der Ruhe bringen.“

Ausblick

Während Kilia am Mittwoch beim VfR Neumünster antreten muss, steht Holstein Kiel II nun vor der Aufgabe, sich als Gruppe weiter zu finden und sich von diesem Dämpfer zu erholen. Am kommenden Mittwoch gastiert der PSV Neumünster in Projensdorf. Für Sorannos Team war der Sieg ein erster Schritt, aber kein Grund zum Abheben: „Der Sieg bringt uns nichts, wenn wir Mittwoch nicht nachlegen.“

Bericht und Bilder: Ole Jacobsen.

Marvin Müller zeigt sich kompromisslos gegen Ikem Ugoh
Kilia erzielt 5 Tore, obwohl Torjäger Yannik Jakubowski nur von draußen mit fiebern konnte