Zwei Spiele, zwei Tore – und zwei Mal der Gritty. John Tolkin hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen der Holstein-Fans gespielt. Der US-Nationalspieler bringt nicht nur Energie und Mut auf den Platz, sondern auch Charme und Witz abseits davon. Im Gespräch mit der Presse sprach er über seine aktuelle Form, Fortnite, das bevorstehenden Wiedersehen mit Benedikt Pichler – und seinen besonderen Draht zu Jonas Therkelsen.
Dass John Tolkin einer ist, der mutig in den freien Raum geht, wusste man schon bei seiner Verpflichtung. Dass der 23-Jährige aber auch zum Torjäger werden kann, hat er jüngst eindrucksvoll bewiesen: Erst traf er im DFB-Pokal in Homburg, dann legte er beim 2:0-Sieg in der Bundesliga in Fürth nach. Und beide Male ließ er anschließend die Hüften kreisen – im Stile des berühmten „Gritty“-Tanzes.
„Wir haben beim Frühstück am Morgen des Spiels aus Spaß gesagt: Das wird unser Torjubel. Und ich habe es einfach durchgezogen. Außerdem mache ich den Gritty mit meinen Freunden, wenn wir Fortnite spielen. Das ist da so ein Siegestanz“, grinste Tolkin im Pressegespräch.
„Screw it, I’ll take the chance“
Seine Tore fallen nicht zufällig – auch wenn sie manchmal spontan wirken. Der Treffer gegen Fürth war ein klassischer „Last-Minute-Ritt“ – entstanden aus einer Mischung aus Instinkt, Spielwitz und Vertrauen in die Mitspieler. „Ich dachte: Scheiß drauf, ich nehme einfach die Chance wahr. 94. Minute, warum nicht?“, erklärte Tolkin. „Ich wusste, dass Jonas den Ball schnell loswerden will. Ich hab den freien Raum gesehen und bin einfach losgelaufen.“
Dass Tolkin am Ende der Nutznießer war, war kein Zufall – auch wenn er zunächst dachte, das Spiel sei bereits abgepfiffen. „Ich war mir kurz nicht sicher, ob der Schiedsrichter schon gepfiffen hatte – aber dann ging’s weiter und ich dachte: Jetzt zieh ich’s durch.“
TikTok, Torjubel und ein kleiner Groll gegen Phil
Inzwischen kursieren unzählige TikToks von Tolkins Gritty-Tanz – viele Fans und Mitspieler feiern den Amerikaner für seine lockere Art. Einer allerdings hätte mitmachen sollen, zog aber nicht mit: Teamkollege Phil Harres. „Phil wollte eigentlich mitmachen, hat mich dann aber hängen lassen. Ich hab ihn zur Rede gestellt, keine Sorge“, lachte Tolkin.
Ob es bald weitere Fortnite-Tänze nach Toren geben wird? „Wenn ich weiter treffe, dann auf jeden Fall. Vielleicht mach ich dann noch ein paar andere Tänze“, versprach er mit einem Augenzwinkern.
Über Benedikt Pichler: „Er verdient diesen Moment – aber bitte ohne Tor“
Am kommenden Wochenende trifft Holstein Kiel auf Hannover 96 – und damit auf einen alten Bekannten: Benedikt Pichler, der in der Aufstiegssaison noch Teil der Kieler Mannschaft war. Für Tolkin eine besondere Konstellation: „Es wird sicher schön für ihn, wieder im Stadion zu sein. Ich glaube, er hat damals das entscheidende Tor geschossen, das Holstein aufstiegen ließ. Er verdient diesen Moment – aber hoffentlich trifft er nicht gegen uns“,so der US-Boy.
Nächster Gegner? Nächster Tanz?
Mit dem ersten Bundesliga-Sieg im Rücken geht Holstein Kiel nun mit breiter Brust ins nächste Spiel. Für Tolkin war der Auswärts-Erfolg in Fürth mehr als nur drei Punkte: „Es war fast wie ein Aufatmen. Nach dem Pokalspiel hatten wir schon ein gutes Gefühl – solche Spiele geben dir Momentum. Jetzt wollen wir das mitnehmen.“
Und sollte Tolkin erneut treffen, dürfte der nächste Gritty nicht lange auf sich warten lassen.
Bericht und Bilder: Ole Jacobsen.
