Die U23 von Holstein Kiel II steckt wie so oft im Spannungsfeld zwischen Ausbildung und Ergebnisfußball. Trainer Willi Weiße blickt differenziert auf die Hinrunde der Oberliga Schleswig-Holstein – und macht klar, worauf es in der Rückserie ankommen soll.
Hinrunde mit Licht und Rückschlägen
Weiße beschreibt den Saisonverlauf als typisch für eine junge Mannschaft: „Die Situation ist so, dass wir als U23 natürlich immer Schwankungen unterliegen. Viele junge Spieler, die dazukommen, müssen Herrenfußball erst lernen. Das war bei uns ein Prozess, der wellenförmig verlaufen ist.“
Es gab starke Phasen und positive Momente – aber eben auch Rückschläge, gerade in den letzten Partien vor der Pause. Entsprechend fällt das Fazit beim Punktestand nüchtern aus: „Unterm Strich hätten wir gerne mehr Punkte gehabt und sind mit der Ausbeute nicht zufrieden.“
Gleichzeitig verweist Weiße auf den Ausbildungsauftrag. Beispiele wie das Tor von Louis Köster im Profibereich oder individuelle Entwicklungsschritte einzelner Spieler zeigen, dass die Arbeit auf mehreren Ebenen bewertet wird.
Lange Vorbereitung, klare Schwerpunkte
Mit über sechs Wochen fällt die Wintervorbereitung ungewöhnlich lang aus. Neben der klassischen Fitnessarbeit liegt der Fokus vor allem auf dem eigenen Spiel. „Wir wollen unser Spiel weiterentwickeln und flexibler werden. Unsere Idee wird aber gleich bleiben. Jetzt geht es darum, Details zu verbessern.“ Ein komplettes Umkrempeln der Spielweise ist nicht geplant – vielmehr soll das bestehende Fundament verfeinert werden.
Teamgeist und Platzarbeit im Fokus
Ein Trainingslager im Winter wird es nicht geben. Ein Highlight war bereits das Hallen-Masters-Turnier, bei dem die Mannschaft überzeugen konnte. Zusätzlich sind kleinere Teamaktivitäten außerhalb des Platzes geplant. „Der Kern bleibt aber die Arbeit auf dem Platz“, betont Weiße.
Taktische Basis bleibt – mehr Flexibilität kommt dazu
An der grundsätzlichen Ausrichtung wird nicht gerüttelt. Die „DNA“ der Mannschaft bleibt bestehen, doch in Details soll die U23 variabler werden. Kjell Knaak vom MTSV Hohenwestedt soll zusätzliche Optionen bringen: „Er gibt uns noch einmal mehr Flexibilität vor allem in der Offensive. Wir wollen ihn bestmöglich einbinden.“
Rückrundenziel: Stabilität
Das übergeordnete Ziel ist klar formuliert: „Besser werden. Stabiler werden. Als Gruppe auf und neben dem Platz widerstandsfähiger werden.“ Über diese Stabilität soll es gelingen, konstanter Leistungen abzurufen – und damit auch ergebnistechnisch zuzulegen.
Weiße tankt Energie für die Rückserie
Nach einer längeren Winterpause blickt der Trainer motiviert nach vorne: „Ich habe Kraft und Energie getankt und freue mich auf jedes einzelne Training und jedes einzelne Spiel.“
Holstein Kiel II geht damit mit klarem Entwicklungsfokus, aber auch mit wachsendem Anspruch in die zweite Saisonhälfte – typisch U23: lernen, reifen, und dabei dennoch punkten.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
