Der Vorjahresmeister FC Kilia Kiel blickt auf eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen zurück. Trainer Nicola Soranno spricht offen über eine Phase, die nicht immer dem eigenen Anspruch entsprach – und setzt für die Rückrunde klare Schwerpunkte.
„Wir sind sehr gut in die Saison gestartet, hatten dann aber ein sehr großes und langes Tief“, ordnet Soranno die erste Saisonhälfte ein. In dieser Phase habe vor allem die defensive Anfälligkeit Spiele gekostet. „Wir haben dann den Fokus klar auf die Defensive gelegt, weil wir deutlich weniger Gegentore brauchen, um Spiele zu gewinnen.“ Diese Stabilisierung sei bis zur Winterpause gelungen, weshalb Soranno die Hinrunde insgesamt als „in Ordnung, aber nicht gut“ bezeichnet. Besonders schmerzhaft: Das angepeilte Ziel Lotto Masters wurde verpasst.
Arbeit am Fundament – mit Abwechslung im Training
In der Wintervorbereitung setzt Kilia auf harte Arbeit, aber auch auf Teamgeist. Neben klassischen Einheiten auf dem Platz stehen auch besondere Formate auf dem Plan. Die Mannschaft wird gemeinsam Padel spielen gehen, um „ein bisschen Spaß in die harte Vorbereitung zu bringen“. Zudem sind ein bis zwei athletische Einheiten im Fitnessstudio vorgesehen, um andere Ausdauer- und Kraftreize zu setzen, die so auf dem Trainingsplatz nicht möglich sind.
Der Kern bleibt jedoch klar: „Wir werden weiter vor allem an defensiver Stabilität arbeiten.“ Abläufe – defensiv wie offensiv – sollen gefestigt, nicht komplett umgekrempelt werden. „Wir werden nichts Großartiges ändern, sondern das festigen, was wir zum Ende der Hinrunde gut gemacht haben.“
Personelle Bewegung im Winter
Im Kader gibt es Veränderungen. Rezan Acer wird den Verein verlassen, sein neues Ziel ist bislang nicht bekannt. Dafür kehrt Seymen Kördögü von der SpVg Eidertal Molfsee zurück. Der Offensivspieler, der sowohl im Sturm als auch im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, war zuvor ausgeliehen und wird nun wieder fest in den Kader integriert.
Harter Start in die Rückrunde
Gleich zu Beginn wartet ein anspruchsvolles Programm. „Wenn ich das richtig im Kopf habe, geht es los mit Holstein, Eichede und PSV – da sieht man gleich, wo der Hase langläuft“, sagt Soranno. Ein Auftakt, der sofort Klarheit über Form und Richtung bringen dürfte.
Motivation ohne Tabellen-Druck
Spannend wird vor allem die mentale Komponente. „Seien wir ehrlich, es wird um nichts mehr gehen – außer um das eigene Ziel“, sagt Soranno. Genau darin sieht er eine zentrale Aufgabe: „Wie kriegen wir es hin, die Spannung in der Mannschaft bis zum Saisonende aufrechtzuhalten?“ Dieses Thema soll gemeinsam mit dem Team in der Vorbereitung erarbeitet werden.
Der Fokus liegt also weniger auf großen Parolen, sondern auf innerem Anspruch, Stabilität und Konstanz – Tugenden, mit denen Kilia Kiel in der Rückrunde wieder mehr Gesicht zeigen will als in der schwierigen Phase der Hinrunde.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
