Nach NordKick-Talkshow-Auftritt: Darum wird Tobias Becker Trainer der FSG Saxonia

Manchmal schreibt der Fußball seine besten Geschichten selbst – und manchmal beginnt alles in einer Talkshow. Tobias Becker, zuletzt Trainer beim Raisdorfer TSV, ist neuer Cheftrainer der Kreisliga-Mannschaft der FSG Saxonia zur Saison 2026/2027. Und der Weg dorthin führte direkt über NordKick.

Kurz nach seinem Auftritt in der NordKick-Talkshow – damals noch vereinslos – meldete sich Markus Kühn, sportlicher Leiter der FSG Saxonia, bei Becker. Was folgte, war kein Standardgespräch, sondern ein Bewerbungsgespräch in umgekehrter Richtung.

„So viel Mühe hat sich noch nie jemand gegeben“

Der erste Kontakt kam am 29. Januar zustande – und beeindruckte Becker nachhaltig. „Markus hat sich mit einem richtig tollen Text vorgestellt, da hat man schon gemerkt, wie sehr er sich bemüht“, erzählt Becker. Nur wenige Tage später saßen beide in Bornhöved zusammen – und Kühn hatte mehr als nur ein loses Gespräch vorbereitet.

„Ich habe schon viele Gespräche geführt, aber ich habe noch nie einen Verantwortlichen erlebt, der sich so viel Mühe gibt. Er hatte eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet – über den Verein, über die Mannschaft, mit Geburtsdaten, Positionen, wie viele Spieler hochkommen. Das war wirklich überragend vorbereitet.“ Nach ein, zwei Tagen Bedenkzeit war für Becker klar: Das passt.

Strukturen, Bedingungen – und ein Kader, der reizt

Neben dem persönlichen Eindruck überzeugte vor allem das Gesamtpaket bei der FSG Saxonia. „Ich habe dort drei Plätze zum Trainieren, mehrere Sporthallen im Winter, nach Absprache sogar die Landesturnsporthalle in Trappenkamp mit Fitnessstudio und Sauna. Die Gegebenheiten sind echt überragend“, sagt Becker. „Das hatte ich vorher in der Form nicht.“

Auch sportlich sieht er großes Potenzial: „Der Kader ist richtig geil bunt gemischt. Zwei, drei Jungs sind Ü35 mit Oberliga-Erfahrung, dazu viele Mitte-20-Jährige und junge Spieler aus der U19, Jahrgang 2007. Dieses Gefüge ist super interessant – damit kann man richtig gut arbeiten.“

Besonders wichtig: das Gemeinschaftsgefühl im Verein. „Es wird da nichts dem Zufall überlassen. Alles ist strukturiert, durchdacht, im Hintergrund sind Leute, die sich kümmern. Das hat mir total imponiert.“

Neuer Trainer – aber Fokus bleibt auf dem Klassenerhalt

Während die sportliche Leitung mit der Verpflichtung Beckers bereits die Zukunft plant, liegt der Fokus aktuell noch voll auf der laufenden Saison. Interimstrainer Ulf Heinrich trägt weiterhin die Verantwortung und soll mit der Mannschaft den Klassenerhalt sichern. „Wir haben die Qualität für die Kreisliga“, heißt es aus Vereinskreisen selbstbewusst.

Becker selbst hat die Mannschaft bereits kennengelernt, aber hält sich sportlich noch bewusst im Hintergrund: „Ich habe mich vorgestellt, offene Fragen zugelassen und ein bisschen das Training angeschaut. Die Jungs waren super freundlich und aufgeschlossen.“

Ab Sommer 2026 beginnt dann offiziell sein neues Kapitel bei der FSG Saxonia – ein Kapitel, das seinen Anfang in einer Talkshow nahm. Manchmal braucht es eben nur einen Auftritt… und jemanden, der genau hinschaut.

Artikel: Ole Jacobsen, Bild: FSG Saxonia.