
Drei Niederlagen in einer Woche, die Tabelle im Blick und nun wartet mit Schalke der nächste Brocken. Holsteins 21-jähriger Flügelspieler Niklas Niehoff spricht offen über die Lage, Selbstkritik in der Mannschaft – und warum gerade jetzt Zusammenhalt wichtiger ist als alles andere.
Niklas, wie lief die interne Aufarbeitung nach dieser Woche?
Niklas Niehoff:„Die internen Sachen wollen wir nicht komplett nach außen tragen, aber klar ist: Es wurden Dinge angesprochen. Wir haben auch als Mannschaft untereinander gesprochen, wie jeder die Situation sieht. Jeder hat gesagt, was er denkt. Das war wichtig.“
Wie bewertest du selbst die Lage?
Niklas Niehoff: „Wir haben eine kack Woche hinter uns, das kann man nicht anders sagen. Drei Niederlagen, das hatten wir uns anders vorgestellt. Gerade in der Liga. Das Pokalspiel war eigentlich fast unser bestes Spiel in der Woche. Jetzt sind wir in einer Situation, in die wir nicht wollten. Nach der Winterpause waren wir eigentlich gut drauf, gut vorbereitet. Jetzt müssen wir versuchen, wieder in diese Verfassung zu kommen und die Grundlagen auf den Platz zu bringen.“
Welche Erkenntnisse habt ihr aus den Spielen gezogen?
Niklas Niehoff: „Ganz klar: unser Defensivverhalten und die Zweikämpfe. Das war gegen Hannover und auch schon gegen Fürth nicht gut. Daran arbeiten wir jetzt viel im Training. Zweikämpfe, Intensität, Herz auf dem Platz lassen – das ist jetzt gefragt.“
Wie fühlt sich so ein Spiel an, in dem man viele Zweikämpfe verliert?
Niklas Niehoff: „Scheiße. Es fühlt sich genauso an, wie es wahrscheinlich für alle aussieht, die zugucken. Man gerät dann schnell in so einen Negativstrudel. Aber da kommen wir nur raus, wenn wir als Team zusammenstehen und jeder seine persönlichen Sachen mal zur Seite legt.“
Gibt es innerhalb der Mannschaft klare Ansagen untereinander?
Niklas Niehoff: „Ja. Wir nehmen uns als Team Zeit, jeder sagt offen seine Meinung. Es bringt nichts, Dinge schönzureden. Nur wenn man auch schlechte Sachen ausspricht, kommt man weiter. Aber klar ist auch: Wir lassen uns jetzt nicht hängen. Wir müssen weitermachen.“
Habt ihr das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen?
Niklas Niehoff: „Auf jeden Fall. Jeder lässt sein Herz auf dem Platz. Manche leben das vielleicht anders aus, je nach Spielweise. Aber die Gespräche zeigen: Wir wollen alle in eine Richtung gehen.“
Schalke hat zuletzt selbst Probleme – gibt das Mut?
Niklas Niehoff: „Natürlich sind die oben dabei und haben große Namen im Kader. Aber in dieser Liga ist alles möglich. Auch Top-Teams haben Probleme. Wir dürfen uns davon nicht beängstigen lassen. Unser Ziel ist, Punkte zu holen – am besten fangen wir gegen Schalke damit an.“
Viele junge Spieler stehen jetzt in der Verantwortung. Traust du dir das zu?
Niklas Niehoff: „Ja. Ich will Verantwortung übernehmen. Klar klappt das mal besser, mal schlechter. Aber ich werde am Wochenende meine Beine in die Hand nehmen und alles geben.“
Spürt man als junger Spieler besonderen Druck?
Niklas Niehoff: „Man darf nicht daran zweifeln, was man kann. Jeder von uns hat die Qualität, sonst wären wir nicht hier. Manchmal kommt bei jungen Spielern vielleicht eher ein Zweifel in den Kopf, aber wir müssen auf unsere Stärken vertrauen.“
Wie wichtig ist Coaching auf dem Platz?
Niklas Niehoff: „Sehr wichtig. Man ist oft im Tunnel, hört nicht alles. Da helfen klare Ansagen, kurze Momente zum Sammeln, wenn das Spiel unterbrochen ist. Unser Trainer coacht viel – das hilft.“
Was ist jetzt der Schlüssel für Sonntag?
Niklas Niehoff: „Zusammenstehen. Zweikämpfe gewinnen. Herz auf dem Platz lassen. Und endlich wieder Punkte holen.“
Interview und Bild: Ole Jacobsen.
