
Kaum ist Marcel Rapp bei Holstein Kiel freigestellt, läuft die Gerüchteküche bereits auf Hochtouren. Die Verantwortlichen um Sportchef Olaf Rebbe wollen zeitnah einen Nachfolger präsentieren – und mehrere prominente Namen werden bereits gehandelt.
Tim Walter – Gespräche angeblich weit fortgeschritten
Als einer der heißen Kandidaten gilt Tim Walter. Der 50-Jährige kennt Holstein Kiel bestens: In der Saison 2018/19 führte er die Störche mit offensivem, mutigem Fußball auf Platz sechs der 2. Bundesliga und machte sich bundesweit einen Namen.
Es folgten Stationen beim VfB Stuttgart, beim Hamburger SV sowie zuletzt in England bei Hull City. Aktuell ist Walter vereinslos – und damit grundsätzlich verfügbar. Nach Informationen von Sky sollen Gespräche mit ihm bereits relativ weit fortgeschritten sein. Ob daran tatsächlich Substanz steckt, ist von Vereinsseite bislang nicht bestätigt.
Walter würde für einen klaren Stil stehen: Ballbesitz, hohe Intensität, offensive Ausrichtung. Die Frage wäre allerdings, ob der aktuelle Kader diesen Ansatz tragen kann – gerade im Abstiegskampf.
Dieter Hecking – Erfahrung im Abstiegskampf
Ein weiterer Name, der immer wieder fällt: Dieter Hecking. Der 61-Jährige war zuletzt beim VfL Bochum tätig und verfügt über enorme Erfahrung – sowohl in der ersten und zweiten Bundesliga als auch im Abstiegskampf.
Hecking gilt als klassischer Feuerwehrmann, der eine Mannschaft stabilisieren kann. Zudem gibt es personelle Verbindungen: Mit Olaf Rebbe gab es in der Vergangenheit Berührungspunkte, beide kennen sich. Darüber hinaus verbindet Hecking eine langjährige Freundschaft mit Holsteins Co-Trainer Dirk Bremser – die beiden arbeiteten bereits beim VfB Lübeck, Hannover 96 und in Nürnberg zusammen.
Hecking könnte – sollte es eine kurzfristige Lösung bis Saisonende geben – genau der Typ sein, der Ruhe und Struktur in die Mannschaft bringt.
Horst Steffen – zusätzliche Brisanz
Ebenfalls gehandelt wird Horst Steffen. Der 56-Jährige wurde zuletzt in der Bundesliga von Werder Bremen freigestellt und ist aktuell ebenfalls ohne Verein. Besonders brisant: Steffen trainierte zuvor die SV Elversberg – und genau auf diesen Gegner trifft Holstein Kiel am kommenden Wochenende.
Eine Verpflichtung Steffens würde also eine besondere Note bekommen. Er kennt nicht nur die 2. Bundesliga bestens, sondern auch die Spielweise des kommenden Gegners.
Entscheidung wohl zeitnah
Holstein Kiel will nach vorliegenden Informationen sehr kurzfristig eine Entscheidung treffen. Das öffentliche Training wurde bereits verlegt, was Raum für Spekulationen lässt. Ob morgen bereits ein neuer Cheftrainer auf dem Platz stehen wird oder weiterhin, wie heute Co-Trainer Dirk Bremser übernimmt, bleibt offen.
Klar ist: Die Wahl des neuen Trainers wird richtungsweisend sein – nicht nur für den angestrebten Klassenerhalt, sondern auch für die strategische Ausrichtung der kommenden Saison.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
