Dramatisches Kellerduell mit spätem Sieger
Was für ein Spiel im Abstiegskampf der Oberliga Schleswig-Holstein: Inter Türkspor Kiel dreht einen 0:2-Rückstand gegen den Oldenburger SV und gewinnt am Ende mit 3:2. Ein Sieg, der im Tabellenkeller enorme Bedeutung hat – und für weitere Spannung in der Endphase der Saison sorgen dürfte.
Inter startet besser – Oldenburg trifft eiskalt
Die Anfangsphase gehörte klar den Hausherren. Inter hatte mehr Ballbesitz, mehr Spielanteile und auch die ersten Abschlüsse – unter anderem durch Eugen Halili, der für Gefahr sorgte, aber kein Abschlussglück hatte.
Auf der anderen Seite zeigte Oldenburg, warum Effizienz im Abstiegskampf so entscheidend ist. In der 33. Minute traf Silas Bünning nach einer Flanke am zweiten Pfosten freistehend per Volley aus Nahdistanz zum 0:1. Nur wenige Minuten später legte Oldenburg nach: Nach Vorarbeit über die linke Seite landete der Ball im Rückraum, Luca Justin Neumann traf zunächst den Pfosten – Finn Philipp Severin staubte zum 0:2 ab (39.).
Inter schlägt noch vor der Pause zurück
Doch Inter zeigte Moral. Melih Akif Cerrah verkürzte in der 42. Minute nach einem schnell vorgetragenen Angriff auf 1:2 – und plötzlich war das Spiel wieder offen. Kurz darauf hatte Okan Erkocu sogar den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber am stark reagierenden Oldenburger Keeper Cedric Cordes.
In der Nachspielzeit fiel dann doch noch der verdiente Ausgleich: Pascal Polonski traf aus halblinker Position zum 2:2. Ein Halbzeitstand, der nach Chancenverhältnis absolut gerecht war.
Zweite Halbzeit: Kampf, Intensität – aber wenig Chancen
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensives, umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften wussten um die Bedeutung dieser Partie – entsprechend hoch war die Intensität, aber auch die Nervosität und Fehlerquote. Klare Torchancen blieben zunächst Mangelware.
Oldenburg hatte in der 75. Minute die große Möglichkeit zur Führung, doch Bünning scheiterte freistehend am Inter-Keeper Mats Jonas Lüdtke. Auf der anderen Seite wurde Inter wieder mutiger – und setzte in der Schlussphase alles auf Sieg.
Kapitän Yildirimer entscheidet das Spiel
In der 83. Minute dann die Entscheidung: Kapitän Serkan Yildirimer traf zum 3:2 und ließ die Gastgeber jubeln. Kurz danach hätte Inter sogar erhöhen können, doch gleich zwei Großchancen blieben ungenutzt. Am Ende blieb es beim knappen, aber verdienten Sieg der Kieler.
Youssef: „Ich bin total stolz auf die Mannschaft“
Inter-Trainer Karim Youssef zeigte sich nach dem Spiel hochzufrieden: „Ich habe ein sehr gutes Spiel von meiner Mannschaft gesehen. Wir haben viele Torchancen herausgespielt. Das einzige Manko ist, dass wir die Tore früher machen müssen.“
Besonders beeindruckt war er von der Mentalität seines Teams: „Die Mannschaft lebt. Sie hat nie aufgegeben. Wir glauben an unsere Chance – und wir gehen immer auf Sieg, da uns Unentschieden in unserer Situation nicht weiterhelfen.“
Stahl: „Das darfst du hier nicht verlieren“
Ganz anders die Stimmung bei Oldenburg. Trainer Florian Stahl war sichtlich enttäuscht: „Du führst hier 2:0 – das darfst du nicht mehr hergeben. Das ist einfach zu wenig.“ Er sah vor allem mentale Defizite: „Wir haben das Spiel nicht richtig angenommen. Inter wollte den Sieg mehr – und deshalb ist es am Ende verdient.“
Abstiegskampf spitzt sich weiter zu
Mit dem Sieg rückt Inter wieder näher an die Konkurrenz heran und sendet ein klares Lebenszeichen im Tabellenkeller. Oldenburg dagegen verpasst es, sich entscheidend abzusetzen – und steht nach der Sensation gegen Todesfelde nun wieder unter Druck.
Oder, wie Youssef es passend zu einem Angeschlagenen Boxer formulierte:„Wir sind vielleicht angeschlagen – aber wir stehen noch.“
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
