Holstein Kiel muss den nächsten namhaften Abgang verkraften: Nach dem Wechsel von Shuto Machino zieht es nun auch Armin Gigovic ins Ausland. Der 23-jährige bosnische Nationalspieler wechselt zum 17-fachen Schweizer Meister BSC Young Boys aus Bern. Möglich wurde der Transfer durch eine vertraglich festgeschriebene Ausstiegsklausel.
Vom Nulltarif zum Millionendeal
Gigovic war im Sommer 2024 ablösefrei vom russischen Erstligisten FK Rostov an die Kieler Förde gewechselt – ein Coup für die Störche, da sie sich so eine hohe Ablösesumme sparten, die damals im Raum stand. Nun kassiert die KSV rund eine Million Euro für ihren Mittelfeldmotor, der sich in kürzester Zeit zu einer zentralen Figur entwickelte. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison kam Gigovic an den 34 Spieltagen 31 Mal zum Einsatz und erzielte 5 Treffer.
Rebbe: „Abschied kommt nicht überraschend“
„Armin hat in der vergangenen Bundesliga-Saison mit seinen fußballerischen Qualitäten auf sich aufmerksam gemacht“, erklärte KSV-Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe. „Aufgrund der festgeschriebenen Ausstiegsklausel kommt sein Abschied für uns daher nicht überraschend und wir haben unsere Kaderplanung darauf ausgerichtet.“
Rapp lobt sportlichen und menschlichen Wert
Cheftrainer Marcel Rapp würdigte den scheidenden Mittelfeldspieler: „Armin hat sich bei uns sportlich und persönlich hervorragend eingebracht und ist schnell zu einer festen Größe in unserem zentralen Mittelfeld geworden. Für uns bei Holstein Kiel ist sein Wechsel nach Bern Bestätigung und Motivation, auch in Zukunft mit jungen Spielern zu arbeiten und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Wir wünschen ihm für seine neue Herausforderung in Bern alles Gute.“
Neues Kapitel in der Schweiz
Schon beim jüngsten Ligaspiel, der 0:2-Niederlage gegen Arminia Bielefeld, stand Gigovic nicht mehr im Kader der Kieler. Dass er den Verein verlässt, war zu diesem Zeitpunkt intern längst klar. Für ihn beginnt nun ein neues Kapitel bei den Young Boys, die in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Champions League vertreten waren.
Gigovic bedankt sich bei Verein und Fans
„Die Zeit bei Holstein war für mich extrem wertvoll – sportlich und menschlich“, betonte Gigovic. „Ich bin dankbar für das Vertrauen und die Unterstützung von Verein, Trainerteam und Fans. Nun freue ich mich auf ein neues Kapitel bei den Young Boys, werde Kiel aber immer in guter Erinnerung behalten.“
Wie ersetzt Holstein den Abgang?
Für die KSV Holstein bedeutet der Wechsel einen weiteren Einschnitt in der Kaderstruktur – und gleichzeitig finanziellen Spielraum für mögliche Nachverpflichtungen. Ob und wie die Störche den Verlust ihres Mittelfeldmotors kompensieren, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Ein bisschen Geld sollte ja auch noch aus dem Machino-Transfer übrig sein.
Bericht und Bild: Ole Jacobsen.