Großer Jubel bei Hamburger SV: Die Rothosen gewinnen beim VfL Wolfsburg mit 2:1 und feiern einen enorm wichtigen Auswärtssieg im Kampf um den Klassenerhalt. In einer intensiven, umkämpften Partie mit drei Elfmetern, zahlreichen Chancen auf beiden Seiten und einer turbulenten Schlussphase behielt das Team von Trainer Merlin Polzin die Nerven.
Über 10.000 HSV-Fans begleiteten ihre Mannschaft in die ausverkaufte Volkswagen Arena und sorgten für lautstarke Unterstützung. Für die Hamburger war es bereits das dritte Spiel innerhalb einer Woche – nach den Niederlagen gegen Leipzig und Leverkusen nun ein direkter Konkurrent im Tabellenkeller.
Wolfsburg startet stärker – Eriksen trifft vom Punkt
Die Gastgeber, trainiert von Daniel Bauer, erwischten zunächst den besseren Start. Bereits nach 14 Minuten musste HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes gegen Lindström Kopf und Kragen riskieren, nachdem er einen Schuss von Pejcinovic nicht festhalten konnte.
Wenig später wurde es erneut gefährlich, als ein Fehlpass von Daniel Elfadli in der Hamburger Defensive beinahe zur Führung der Wölfe geführt hätte. Kurz darauf war es dann soweit: Nach einem ungeschickten Foul Elfadlis im Strafraum zeigte Schiedsrichter Florian Exner auf den Punkt. Christian Eriksen verwandelte den Elfmeter in der 22. Minute souverän halbhoch in die Mitte – 1:0 für Wolfsburg.
Die Niedersachsen wirkten in dieser Phase griffiger, motivierter und deutlich strukturierter als die Hamburger.
Vuskovic gleicht per Elfmeter aus
Doch der HSV fand zurück in die Partie. Nach einer zunächst unübersichtlichen Szene im Strafraum griff der VAR ein: Luka Vuskovic war von hinten mit offener Sohle am Sprunggelenk getroffen worden – Elfmeter für Hamburg.
Der 19-jährige Innenverteidiger übernahm selbst Verantwortung und verwandelte in der 33. Minute zum 1:1. Wolfsburgs Keeper Grabara war zwar noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend stoppen.
Kurz vor der Pause wurde es erneut brenzlig für den HSV, als erneut Wolfsburgs Pejcinovic nach einer Ecke den Ball nur knapp am Pfosten vorbeiköpfte. Mit dem leistungsgerechten Unentschieden ging es schließlich in die Kabinen.
Dompe bringt Hamburg in Führung
Trainer Polzin reagierte zur Pause und nahm den bereits verwarnten und zusätzlich ermahnten Daniel Elfadli vom Feld. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen. Wolfsburg setzte mit Standards immer wieder gefährliche Nadelstiche, während der HSV auf Umschaltmomente lauerte.
Die entscheidende Szene folgte in der 58. Minute: Nach einer Ecke wurde Vuskovic im Strafraum von Adjetey regelrecht in Wrestler-Manier niedergerungen – erneut Elfmeter für den HSV. Dieses Mal trat Jean-Luc Dompé an und verwandelte sicher zum 2:1.
HSV übersteht Wolfsburger Druckphase
Die Schlussphase wurde zur echten Abwehrschlacht für Hamburg. Wolfsburg kam zu Torchancen, traf nach einer Ecke sogar den Pfosten. Auch HSV-Stürmer Ransford Königsdörffer hatte noch eine große Chance nach einem Konter, wurde jedoch im letzten Moment gestoppt. Mit zunehmender Spielzeit merkte man den Hamburgern die Belastung der englischen Woche deutlich an.
In der achtminütigen Nachspielzeit warf Wolfsburg noch einmal alles nach vorne – doch der HSV verteidigte leidenschaftlich und brachte den Vorsprung über die Zeit.
Rudelbildung nach Abpfiff
Nach dem Schlusspfiff wurde es noch einmal hektisch. Spieler beider Teams gerieten aneinander, es kam zu einer Rudelbildung. Wolfsburgs Ersatztorwart Marius Müller sah dabei die Rote Karte. Zusätzlich sorgte massive Pyrotechnik im Wolfsburger Fanblock für eine aufgeheizte Atmosphäre.
Vuskovic erneut Schlüsselspieler
Neben Torschütze Dompé ragte erneut Innenverteidiger Luka Vuskovic heraus. Der junge Kroate erzielte nicht nur den Ausgleich, holte beide Elfmeter heraus, sondern war auch in der Defensive der Turm in der Schlacht und gewann die meisten Zweikämpfe auf dem Platz.
Für den HSV ist der Sieg ein enorm wichtiger Schritt im Kampf und den Klassenerhalt. Wolfsburg hingegen steckt nach der Niederlage weiterhin tief in der Krise – hier steht der zweite Trainerwechsel innerhalb einer Spielzeit wohl kurz bevor.
Artikel und Archivbild: Ole Jacobsen.
