Der Hamburger SV hat in der Bundesliga endlich auch auswärts zugeschlagen. Beim Schlusslicht 1. FC Heidenheim gewann die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin mit 2:0 – und zeigte dabei zwei Gesichter: erst wacklig, dann eiskalt.
Heidenheim startet aggressiv – HSV braucht Anlauf
Die Gastgeber erwischten den besseren Beginn. Heidenheim lief früh und aggressiv an, störte den HSV im Aufbau und zwang die Hamburger immer wieder zu langen Bällen oder unkontrollierten Pässen. In dieser Phase hatte der HSV sichtbar Probleme, Struktur ins Spiel zu bekommen.
Erst ab etwa der 25. Minute kippte die Partie. Der beste Fußballer des HSV, Fabio Vieira kam nun immer häufiger zu Ballaktionen, konnte immer wieder Tempo aufnehmen und mit seinen technischen Lösungen für Entlastung sorgen. Ein Außenristpass von ihm leitete die erste echte HSV-Großchance ein: Lokonga zog aus der Distanz ab, Heidenheims Keeper Ramaj lenkte den Ball gerade noch über die Latte. Von da an war Hamburg besser im Spiel.
Königsdörffer trifft traumhaft zur Führung
Kurz vor der Pause belohnte sich der HSV für die Steigerung. Neuzugang Otele setzte Ransford Königsdörffer in Szene, der sich aus rund 16 Metern ein Herz nahm und den Ball mit dem linken Vollspann wuchtig ins lange Eck hämmerte. Mit der Führung im Rücken ging es in die Kabine.
Heuer Fernandes hält den HSV im Spiel
Nach dem Seitenwechsel war die Partie ausgeglichener, aber mit zunehmender Spielzeit drückte Heidenheim immer mehr. Der HSV musste verletzungsbedingt Albert Sambi Lokonga raus nehmen, verlor etwas die Kontrolle, stand tiefer und musste verteidigen.
Jetzt rückte Daniel Heuer Fernandes in den Mittelpunkt. Mehrfach parierte er stark, fischte Bälle aus den Ecken oder lenkte sie um den Pfosten. In dieser Phase war Heidenheim klar näher am Ausgleich als der HSV am zweiten Tor.
Konter entscheidet das Spiel
Genau in dieser Druckphase, als der Ausgleich er Heidenheimer überfällig schien, schlug Hamburg eiskalt zu. Über die rechte Seite wurde schnell umgeschaltet, Vieira setzte sich durch, ging bis zur Grundlinie und brachte den Ball flach vors Tor. Am langen Pfosten stand Philippe goldrichtig und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie.
Ein klassischer Wirkungstreffer – und spielentscheidend. Kurz vor Schluss schien es noch einmal spannend zu werden, als Heidenheim durch Pieringer traf. Doch der VAR griff ein: knappe Abseitsstellung, kein Tor. Der HSV brachte den Sieg danach über die Zeit.
Wichtiger Schritt im Abstiegskampf
Mit diesem 2:0 holt der HSV seinen ersten Auswärtssieg der Saison – und das zu einem enorm wichtigen Zeitpunkt, da auch einige der Mitkonkurrenten im Abstiegskampf an diesem Spieltag Punkte einfahren konnten.
Spielerisch war es kein Glanzauftritt über 90 Minuten. Aber: Der HSV zeigte Widerstandsfähigkeit, überstand die Druckphasen – und war in den entscheidenden Momenten brutal effizient. Genau solche Spiele brauchst du im Tabellenkeller.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
