Holstein Kiel U23 zerlegt PSV Neumünster – Köster überragt beim 6:2-Sieg

Mit einer beeindruckenden Vorstellung hat sich die U23 von Holstein Kiel am 2. Spieltag der Oberliga Schleswig-Holstein eindrucksvoll zurückgemeldet. Beim 6:2-Heimerfolg gegen den PSV Neumünster überzeugte die Mannschaft von Trainer Willi Weiße mit Tempo, Präzision – und einem überragenden Louis Köster. Der 22-Jährige erzielte nicht nur drei Tore selbst, sondern bereitete auch zwei weitere vor. Die Gäste aus Neumünster konnten nur in der ersten Hälfte phasenweise mithalten – danach wurde es deutlich.

Bereits in der 11. Minute sorgte Köster für das 1:0: Nach einem Ballverlust der PSV-Abwehr schaltete er schnell und hob den Ball aus rund 25 Metern geistesgegenwärtig über Keeper Tilman Körtzinger hinweg ins Netz. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten: Jesper Tiedemann zirkelte in der 21. Minute einen Freistoß direkt ins kurze Eck.
Danach brauchte Holstein einige Minuten, um sich zu sammeln. In der 38. Minute war es dann erneut Köster, der zur Stelle war: Eine Freistoßflanke von Leon Parduzi verwertete er per Volley zur 2:1-Führung.

Blitzstart nach der Pause

Die zweite Halbzeit begann furios: Bereits in der 47. Minute erhöhte Felix Boelter mit einem Flachschuss auf 3:1. Nur drei Minuten später schnürte Köster seinen Dreierpack – nach einem Steckpass von der Hamza Muqaj lupfte er erneut cool über den herausstürzenden PSV-Torwart hinweg. Auch beim 5:1 (60.) durch Luca Prasse war Köster wieder der Vorlagengeber. Und weil es so gut lief, legte er auch noch den Treffer zum 6:1 durch Ikem Ugoh auf (63.).

Weiße: „Nicht in Euphorie verfallen“

Trainer Willi Weiße zeigte sich nach der Partie zufrieden, aber kontrolliert: „Ich freue mich über den Fortschritt, den wir als Gruppe gemacht haben. Wir haben inhaltlich einen Schritt nach vorn gemacht – nach der Bruchlandung zum Auftakt war das auch wichtig. Aber genauso wie ich da nicht alles schlecht gemacht habe, verfalle ich jetzt nicht in Euphorie.“

Besonders erfreulich: Die U23 profitierte auch von der Unterstützung der Profiabteilung. Marco Komenda, eigentlich fester Bestandteil des Zweitliga-Kaders, absolvierte nach überstandener Verletzung 45 Minuten Spielpraxis in der ersten Halbzeit.

Köster dreht auf

Dass Köster diesmal in der Sturm-Spitze spielen durfte, tat dem Spiel des Youngsters sichtbar gut: „Heute hat’s auf jeden Fall Spaß gemacht. Wir haben es von Anfang an gut gemacht – da kamen die Dinge von alleine. Ich konnte mich ein bisschen mehr austoben als gegen Kilia.“ Dass Cheftrainer Marcel Rapp und Manager Olaf Rebbe auf der Tribüne saßen, motivierte ihn „nicht extra – das sollte auf dem Feld kein Thema sein. Aber klar ist es ein gutes Gefühl.“

Spätes Ehrentor und Platzverweis

Nach dem sechsten Treffer und dem Platzverweis für Kiels Boelter (66., Gelb-Rot) plätscherte das Spiel nur noch vor sich hin. In der 81. Minute traf der PSV Neumünster per Foulelfmeter durch Kapitän Timo Barendt zum 6:2-Endstand.

Fazit

Nach der herben Auftaktniederlage gegen Kilia (1:5) war dieser Kantersieg ein wichtiges Signal – auch im Hinblick auf die kommenden Aufgaben. „Wir nehmen den positiven Druck gerne mit. Es ist gut, wenn man weiß: In jedem Spiel geht es um etwas“, so Weiße. Und mit einem formstarken Louis Köster dürfte Holstein II auch in den nächsten Wochen nur schwer zu stoppen sein.

Bericht und Bilder: Ole Jacobsen.

Louis Köster war der gefeierte Spieler.