
Der Blick auf die Tabelle zeigt die Brisanz: Holstein Kiel steht nach 27 Spieltagen mit 28 Punkten auf Rang 16 – punktgleich mit mehreren Konkurrenten im Tabellenkeller. Am Ostersonntag (13:30 Uhr) kommt es nun zum direkten Duell mit Preußen Münster, aktuell Tabellenletzter mit 26 Punkten. Ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf.
Euphorie statt Bremse nach Bochum-Sieg
Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Bochum ist die Stimmung bei den Störchen spürbar positiv. Trainer Tim Walter betonte auf der Pressekonferenz, dass dieser Erfolg etwas in der Mannschaft ausgelöst habe: Die Spieler glauben wieder daran, Spiele gewinnen zu können.
Eine Euphoriebremse? Für Walter kein Thema. Im Gegenteil: „Warum soll man da auf die Bremse treten?“ Vielmehr gehe es darum, genau diesen Schwung mitzunehmen und weiter aufzubauen. Gerade im Abstiegskampf sei es entscheidend, Energie und Selbstvertrauen zu konservieren.
Direktes Duell im Tabellenkeller
Die Ausgangslage ist klar: Beide Teams brauchen dringend Punkte. Während Kiel mit einem Heimsieg wichtige Schritte Richtung Klassenerhalt machen könnte, würde Münster mit einem Erfolg den letzten Platz verlassen und auch die KSV überholen.
Walter erwartet ein intensives Spiel: „Es wird Abstiegskampf – mit allen Nickeligkeiten, die dazugehören.“ Gleichzeitig warnte er davor, Münster zu unterschätzen. Trotz der Tabellenlage habe der Gegner bewiesen, dass er auch spielerische Qualität besitzt.
Trainerwechsel als Unbekannte
Besondere Brisanz bringt der Trainerwechsel bei Münster mit sich. Mit Alois Schwartz steht ein erfahrener Coach an der Seitenlinie, der in der Vergangenheit mehrfach Mannschaften zum Klassenerhalt geführt hat.
Für Kiel erschwert das die Vorbereitung. Klare Muster lassen sich nur bedingt ableiten. Dennoch bleibt der Fokus intern klar: „Es geht darum, was wir auf den Platz bringen“, so Walter. Prinzipien, Automatismen und die eigene Spielidee stehen im Vordergrund.
Personalsituation entspannt sich
Personell kann Kiel nahezu aus dem Vollen schöpfen. Zwar sind Marco Komenda und Alexander Bernhardsson noch nicht bei hundert Prozent, aber schon wieder auf dem Trainingsplatz mit dabei. Auch die Nationalspieler sind gesund zurückgekehrt.
Ein Thema bleibt die Defensive: Frederik Roslyng, der in Bochum mit einer starken Leistung nach früher Einwechslung überzeugte, könnte erneut eine Rolle spielen. Ob er erstmals in der Startelf steht oder ob David Zec nach Gelbsperre zur Starting-Eleven gehört, ließ Walter allerdings offen: „Das werden wir am Sonntag sehen.“
Stadion gut gefüllt – Ostern als Faktor
Mit rund 12.700 verkauften Tickets ist das Holstein-Stadion noch nicht ausverkauft. Die Verantwortlichen hoffen aber auf eine besondere Atmosphäre am Ostersonntag. Walter richtete deshalb auch einen klaren Appell an die Fans: Gemeinsam könne man in dieser Phase den entscheidenden Unterschied machen. „Wir wollen die Zuschauer mitnehmen – und sie sollen uns helfen.“
Alles auf Sieg ausgerichtet
Bei noch sieben ausstehenden Spielen ist die Marschroute klar: Jeder Punkt zählt, jedes Spiel ist entscheidend. Gegen Münster bietet sich für Kiel die Chance, ein direktes Zeichen im Abstiegskampf zu setzen.
Die Voraussetzungen stimmen: Selbstvertrauen, Energie und ein Heimspiel vor gut gefüllten Rängen. Jetzt muss die Mannschaft liefern.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
