HSV kämpft – doch Kofane trifft: Leverkusen gewinnt knapp im Volkspark

Der Hamburger SV hat im Nachholspiel des 17. Bundesliga-Spieltags eine weitere Niederlage hinnehmen müssen. Gegen Bayer Leverkusen unterlagen die Rothosen im ausverkauften Volksparkstadion mit 0:1 (0:0). Über weite Strecken war der HSV dabei defensiv gefordert, hielt lange dagegen – ehe Kofane in der 73. Minute die entscheidende Lücke fand.

Am Ende blieb für die Hamburger nur die Erkenntnis: Gegen eine spielstarke Werkself war mehr Kampf als Kontrolle möglich. Und trotzdem lag der Ausgleich in der Nachspielzeit plötzlich noch in der Luft.

Früher Druck von Leverkusen – HSV findet kaum ins Spiel

Die Partie begann aus Hamburger Sicht denkbar schwierig. Leverkusen übernahm sofort die Kontrolle über Ball und Tempo, während der HSV zunächst kaum Zugriff fand. Schon in der 8. Minute wurde es erstmals gefährlich: Nach einer Flanke von Maza köpfte Culbreath knapp rechts vorbei. Nur wenige Minuten später verhinderte die Latte die Führung der Gäste nach einem Versuch von Terrier.

Der HSV wirkte in dieser Phase ungewöhnlich passiv, machte im Spielaufbau mehrere leichte Fehler und kam kaum zu Entlastung. Erst nach rund 20 Minuten gab es eine erste zaghafte Annäherung: Fabio Vieira kam nach einer Ecke zum Abschluss, stellte Leverkusen-Keeper Blaswich jedoch vor keine größeren Probleme.

Kurz darauf musste Trainer Merlin Polzin früh reagieren: Bakary Jatta verletzte sich und wurde in der 29. Minute durch William Mikelbrencis ersetzt. Trotzdem blieb das Bild zunächst gleich: Leverkusen dominierte Ballbesitz und Feldspiel, während der HSV vor allem verteidigte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte ließ der Druck etwas nach – und so ging es für die Gastgeber mit einem aus ihrer Sicht durchaus glücklichen 0:0 in die Kabine.

Zweite Halbzeit ohne große Chancen – bis Kofane die Lücke findet

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Leverkusen die aktivere Mannschaft. Zwar fehlten zunächst die ganz klaren Chancen – doch der Großteil des Spiels fand weiterhin in der Hamburger Hälfte statt.

Der HSV kam in der 55. Minute zu seiner besten Möglichkeit: Nach einem langen Einwurf kam Nicolai Remberg im Strafraum zum Abschluss, doch Blaswich hielt sicher. Es sollte lange die einzige echte Torannäherung der Hamburger bleiben.

Je länger das Spiel dauerte, desto größer wurde der Druck der Gäste. In der 73. Minute fiel schließlich das entscheidende Tor: Maza spielte einen feinen Steckpass auf Kofane, der sich im Strafraum durchsetzte und den Ball wuchtig unter die Latte jagte – 0:1.

Leverkusen blieb danach gefährlicher und hätte die Partie beinahe frühzeitig entschieden. Grimaldo kam frei im Strafraum zum Abschluss, verpasste jedoch die Entscheidung.

Dramatische Schlussphase – Vuskovic fast der Ausgleich

In den letzten Minuten warf der HSV noch einmal alles nach vorne. Chancen waren zuvor über weite Strecken kaum vorhanden gewesen – doch plötzlich wurde es in der Nachspielzeit noch einmal hektisch.

Erst kam Joker Otto Stange nach einer Kopfballablage zum Abschluss, brachte jedoch zu wenig Druck hinter den Ball. Dann die größte Szene des Spiels: In der 98. Minute hatte Luka Vuskovic im Fünfmeterraum gleich zweimal die Chance zum Ausgleich. Zunächst parierte Blaswich stark, den zweiten Versuch setzte der Verteidiger per Kopf an die Latte. Sekunden später war Schluss.

HSV-Trainer Merlin Polzin blieb trotz der knappen Schlussphase realistisch:
„Unterm Strich ist das eine verdiente Niederlage gegen eine absolute Topmannschaft der Bundesliga.“

Polzin: „Leverkusen hat extrem gut gepresst“

In der Pressekonferenz hob der HSV-Coach vor allem das aggressive Pressing der Gäste hervor: „Wir wollen Fußball spielen und von hinten heraus aufbauen. Aber wir sind ehrlicherweise kaum reingekommen, weil Leverkusen extrem gut gepresst hat.“

Trotz der Überlegenheit der Gäste lobte Polzin die Einstellung seiner Mannschaft:
„Unser Ziel war es, das Spiel möglichst lange offen zu halten – und das haben wir geschafft.“ Dass die große Chance von Vuskovic am Ende nicht zum Punktgewinn führte, sorgte zwar für Frust – änderte für Polzin aber nichts an der Einordnung: „Wenn du kurz vor Schluss diese Möglichkeit hast, dann ist es normal, dass Emotionen rauskommen.“

Blick nach unten bleibt – Wolfsburg wartet

Durch die zweite Niederlage innerhalb weniger Tage bleibt der Blick des HSV weiter nach unten gerichtet. In der Tabelle stehen die Hamburger weiterhin im unteren Mittelfeld, der Abstand zu den Abstiegsplätzen bleibt überschaubar.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht: Bereits am Samstag geht es für den HSV zum Mitkonkurrenten, dem VfL Wolfsburg weiter. Dort braucht es nicht nur mehr Ballbesitz – sondern vor allem wieder mehr offensive Durchschlagskraft.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.