Der Auswärtssieg in Heidenheim war sportlich ein wichtiger Schritt – personell könnte er sich jedoch als teuer erkauft herausstellen. Albert Sambi Lokonga wird dem HSV mit einem Außenbandriss im Sprunggelenk mehrere Wochen fehlen. Für die Hamburger ist das weit mehr als nur der Ausfall eines weiteren Mittelfeldspielers – es ist der Verlust eines zentralen Bausteins im aktuellen Spielsystem.
Mehr als nur ein Sechser
Lokonga hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem der auffälligsten Akteure im HSV-Trikot entwickelt. Seine Rolle ging deutlich über die eines klassischen defensiven Mittelfeldspielers hinaus.
Er war Antreiber nach Ballgewinnen, Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive, aggressiver Zweikämpfer im Gegenpressing und zusätzlich brachte er sich auch immer wieder in gute Abschlusspositionen vor allem aus der Distanz.
Vieira zurück ins Zentrum?
Naheliegend ist eine Lösung mit Fabio Vieira neben Nicolai Remberg auf der Doppelsechs. Vieira bringt Spielkontrolle, Passqualität und Kreativität aus der Tiefe – Eigenschaften, die helfen können, das Spiel strukturiert aufzubauen. Als Vieira zuletzt auf der 6er-Position spielte, wirke es, als würden ihn seine Mitspieler immer wieder bewusst suchen.
Doch genau hier beginnt das Dilemma: Vieira musste zuletzt immer wieder offensiv aushelfen, weil dem HSV dort Personal, Tempo, Ideen und Durchschlagskraft fehlten. Zieht man ihn dauerhaft zurück, stärkt man zwar das Zentrum – schwächt aber die Offensive, solange der Kader noch so viele Ausfälle aufzuweisen hat.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
