„Ich möchte mehr davon“: Frederik Roslyng hilft der Walter-Fußball

Als Holstein Kiel im vergangenen Sommer den damals 19-jährigen Innenverteidiger Frederik Roslyng vom dänischen Klub AC Horsens verpflichtete, galt er als vielversprechendes Talent mit Perspektive. Doch der Weg in den Profifußball braucht Zeit – und Geduld.

Bislang kam Roslyng in der 2. Bundesliga nur zu wenigen Kurzeinsätze. Am vergangenen Spieltag beim Auswärtssieg in Bochum änderte sich das jedoch schlagartig: Nach der frühen Verletzung von Marco Komenda wurde der junge Däne von Trainer Tim Walter ins kalte Wasser geworfen – und lieferte ab.

Für Roslyng selbst war der Moment klar: Chance nutzen statt nachdenken. „Es war ein schönes Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen. Nervös war ich eigentlich nicht, sondern ich wollte meine Chance nutzen und der Mannschaft helfen.“ Und genau das gelang ihm. Über weite Strecken zeigte der Innenverteidiger eine abgeklärte Leistung, gewann wichtige Zweikämpfe und brachte sich auch im Spielaufbau aktiv ein.

Interessant: Roslyng begann die Partie zunächst auf der linken Abwehrseite, rückte später jedoch in seine eigentliche Position ins Zentrum. „Ich habe in meiner Laufbahn noch nicht so oft als Außenverteidiger gespielt. Aufgrund meiner Erfahrungen fühle ich mich in der Innenverteidigung wohler, aber am Ende bin ich da, wo das Team mich braucht.“

Diese Flexibilität macht ihn für das Trainerteam besonders wertvoll – gerade in einer Phase, in der Verletzungen immer wieder Anpassungen erfordern.

Besonders auffällig war Roslyngs Rolle im Aufbauspiel. Immer wieder schaltete er sich aktiv ein, schob sich situativ auf die Sechserposition vor und setzte mit mutigen, vertikalen Pässen Akzente.

Einer dieser Bälle leitete sogar das zwischenzeitliche 2:1 ein – ein Moment, der seine Qualitäten unterstreicht. „Tim Walters Art und Weise Fußball zu spielen, passt gut zu mir. Das hilft mir sicherlich auch, meine Stärken auf den Platz zu bringen.“ Gerade im System von Walter, das auf mutigen Aufbau und spielerische Lösungen setzt, scheint der junge Däne, der in Flensburg geboren ist, seine Stärken optimal einbringen zu können.

Der Auftritt in Bochum dürfte Roslyng Selbstvertrauen gegeben haben – und Lust auf mehr. „Wenn man erstmal gespielt hat, will man natürlich gerne mehr davon, weil es als Spieler das beste Gefühl ist. Es ist immer wichtig, dass man maximal motiviert ist und alles gibt – egal ob Startelf oder nicht.“

Klar ist: Mit solchen Leistungen bringt sich Frederik Roslyng zunehmend ins Blickfeld. Die Konkurrenz im Kader ist groß – doch der 20-Jährige hat in Bochum gezeigt, dass er bereit ist, wenn seine Chance kommt – vielleicht ja schon am Ostersonntag gegen Preußen Münster.

 Artikel und Bild: Ole Jacobsen.