
Nach dem intensiven und langen Training am Dienstag stand mit Jonas Therkelsen auch der Torschütze vom 1:1 gegen Elversberg in der Medienrunde Rede und Antwort. Der Norweger sprach offen über die Abstiegsgefahr, seine persönliche Entwicklung – und warum er inzwischen „nicht nur schön, sondern auch ein bisschen ekliger“ spielen will.
Jonas, das Wort „Abstieg“ – ist das etwas, das im Alltag präsent ist?
„Ja und nein. Natürlich versuchen wir, uns nicht darauf zu fokussieren. Aber wir wissen auch, dass wir in einer Situation sind, in der es passieren kann. Wir sind uns dessen bewusst – und genau deshalb arbeiten wir härter. Wir wissen, wie wichtig Punkte sind.“
Wie gefällt dir deine Rolle unter Tim Walter?
„Ich mag sie sehr. Vielleicht bekomme ich den Ball etwas seltener, aber wenn ich ihn bekomme, dann in gefährlicheren Situationen. Das gefällt mir. Ich musste mich ein bisschen anpassen, aber nach einer Trainingseinheit war es normal. Ich habe diese Rolle früher schon oft gespielt. Vielleicht habe ich jetzt etwas mehr offensive Verantwortung.“
Was hast du persönlich zuletzt verändert?
„Nach der Winterpause habe ich mich selbst analysiert. Ich habe gesehen, dass ich offensiv nicht genug kreiere. Ich musste direkter spielen, aggressiver, nicht nur schön – sondern auch ein bisschen ekliger. Härter in den Aktionen. Das hat mir mehr Chancen gebracht und es für die Gegner schwieriger gemacht. Ich habe meine Statistiken angeschaut und gemerkt, dass ich nicht gut genug war. Also musste ich etwas ändern. Ich denke, das war ein positiver Schritt.“
Aktuell spielst du immer auf der linken Seite – siehst du dich eher zentraler?
„Für mich ist das egal. Ich will einfach Fußball spielen. Ich habe schon überall gespielt – rechts, links, als Zehner, als Achter. Wichtig ist nur, dass ich weiß, wie ich die jeweilige Position interpretieren muss.“
Wie ist die Stimmung nach der ersten Woche mit dem neuen Trainer?
„Sehr gut. Alle sind positiv, alle arbeiten hart. Wir wissen um die Situation – aber wir haben keine Angst. Wir greifen an, wir wollen Spiele gewinnen und Punkte holen.“
Von außen wirkte es in der Vergangenheit manchmal so als würdest du dich zu häufig in eins-gegen-eins-Situationen verzetteln und den Moment des Abspieles verpassen – siehst du das auch so?
„Manchmal versuche ich Verantwortung zu übernehmen, wenn wir nicht genug kreieren. Dann will ich etwas erzwingen. Aber es geht darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. In den letzten Spielen haben wir als Team besser zusammen gespielt und füreinander Chancen kreiert. Das hilft allen.“
Wie lenkst du dich von dem Abstiegsdruck ab?
„Wenn ich nach Hause komme, lege ich es zur Seite. Ich bereite mich gut vor, esse gut, entspanne und denke an den nächsten Tag. Ich treffe Freunde, Familie – es ist wichtig, auch sozial zu bleiben – aber grundsätzlich haben wir als Team viel Potential. Ich bin sehr positiv für die nächsten Spiele.“
Interview und Bild: Ole Jacobsen.
