Mit seinen 20 Jahren gehört Kasper Davidsen zu den jüngsten Spielern im Kader von Holstein Kiel – und doch durfte der Neuzugang aus Dänemark direkt am ersten Spieltag der 2. Bundesliga gegen den SC Paderborn starten. Auf der Sechser-Position machte der 1,91 Meter große Mittelfeldspieler eine solide Figur, auch wenn er selbst noch Verbesserungspotenzial sieht: „Die Intensität ist hier deutlich höher als in Dänemark – besonders was die Zweikämpfe und das Tempo betrifft“, erklärt Davidsen. „Technisch und taktisch ist es ähnlich, aber das Spieltempo ist in der 2. Bundesliga einfach eine andere Hausnummer.“
Ein junger Spieler mit klarer Selbsteinschätzung
Kritisch analysiert Davidsen seinen eigenen Auftritt: „Ich bin jung, ich habe noch viel zu lernen. Gerade an die Intensität muss ich mich gewöhnen, aber das ist Teil des Prozesses.“ Auch wenn er zur Schlussphase des Spiels gegen Paderborn bereits ausgewechselt war, erlebte er die Nachspielzeit von fast zehn Minuten als ungewöhnlich: „Wir waren auf der Bank schon etwas überrascht. Aber wahrscheinlich lag es am VAR. Am Ende war es natürlich nicht gut für uns.“
Zweite Liga als spannende Herausforderung
Dass die 2. Bundesliga kein Spaziergang ist, hat Davidsen schnell verstanden. „Ich habe nicht alle Spiele am ersten Spieltag gesehen, aber Bielefeld gegen Düsseldorf war schon sehr intensiv. Es geht ständig hin und her – das ist spannend für uns Spieler, aber man muss auch ständig konzentriert sein.“ Vor dem Spiel gegen Bielefeld wurde in der Mannschaft bereits über deren Schwächen gesprochen: „Unser Kapitän Steven Skrzybski hat mir gesagt, dass viele Spiele sehr eng sind, bis das erste Tor fällt. Und das war bei Düsseldorf gegen Bielefeld auch so – danach ging es plötzlich Schlag auf Schlag.“
Eingewöhnung mit vertrautem System
Interessant: Schon bei seinem alten Verein Aalborg BK hatte Davidsen zwischenzeitlich unter einem Trainer aus der Bundesliga (Kristoffer Wichmann, ehemals Co-Trainer bei Union Berlin) gespielt, der ein ähnliches System wie Holstein Kiel bevorzugte. „Das hat mir definitiv geholfen“, sagt er. „Es ist nicht identisch, aber ähnlich – gerade mit der Fünferkette.“
Kiel erinnert ihn an Aalborg
Auch abseits des Platzes fühlt sich Davidsen in Kiel bereits wohl. „Ich war mit meiner Familie in einem indischen Restaurant namens Haveli – das war super. Und ich wohne in der Nähe von ein paar guten Pizzerien“, berichtet er mit einem Lächeln. Die Stadt selbst erinnert ihn an seine Heimat: „Kiel ist ein bisschen wie Aalborg – beide haben Wasser, ein industrielles Viertel und einen gemütlichen Stadtkern.“ Besonders gefallen hat ihm der Spaziergang an der Küste: „Ich habe die ganze Förde abgeklappert. Das war richtig schön.“
Vorfreude aufs erste Heimspiel
Am Sonntag steht für Davidsen das erste Heimspiel im Holstein-Stadion an. Zwar hat er das Stadion schon mehrfach besichtigt, ein Spiel dort aber noch nicht erlebt. Umso größer ist die Vorfreude: „Ich freue mich riesig auf die Fans – in Deutschland ist das einfach nochmal eine ganz andere Atmosphäre als in Dänemark.“
Bericht und Bild: Ole Jacobsen.