Nach überraschender Trennung in Dortmund: Hamburger SV könnte von neuer Konstellation profitieren
Die Nachricht kam überraschend und hat Strahlkraft weit über Dortmund hinaus: Sebastian Kehl ist nicht länger Sportdirektor von Borussia Dortmund. Nur einen Tag nach dem 3:2-Heimsieg gegen den Hamburger SV gab der BVB die sofortige Trennung bekannt.
Für den HSV könnte diese Entwicklung nun eine ganz neue Dynamik in die eigene Zukunftsplanung bringen.
Ein Schnitt mit Signalwirkung
Seit 2018 in verantwortlicher Rolle, seit 2022 als Sportdirektor – Kehl war über Jahre ein zentraler Baustein der Dortmunder Führungsstruktur. Umso bemerkenswerter ist die Entscheidung, die offenbar einvernehmlich nach einem „offenen Gespräch“ getroffen wurde.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken betonte, dass beide Seiten den Sommer als richtigen Zeitpunkt für Veränderungen gesehen hätten – die Trennung nun aber bewusst vorgezogen wurde, um Klarheit zu schaffen. Auch Kehl selbst verabschiedete sich mit deutlichen Worten und großer emotionaler Bindung an den Verein, für den er über zwei Jahrzehnte tätig war – als Spieler und Funktionär.
HSV beobachtet die Situation genau
Brisant wird die Personalie vor allem aus norddeutscher Sicht: Bereits in den vergangenen Monaten wurde Kehl immer wieder mit dem Hamburger SV in Verbindung gebracht. Hintergrund: Beim HSV wird seit dem Aus von Stefan Kuntz ein starker Mann für die sportliche Führung gesucht. Kehl gilt dabei als Kandidat für eine Rolle mit deutlich größerem Einfluss, möglicherweise sogar auf Vorstandsebene. Nach der nun vollzogenen Trennung in Dortmund ist der Weg zumindest formal frei.
Mehr Einfluss als entscheidender Faktor?
Ein möglicher Wechsel an die Elbe könnte für Kehl vor allem aus einem Grund reizvoll sein: Perspektive. Während seine Einflussmöglichkeiten in Dortmund zuletzt offenbar begrenzt waren, könnte ihm beim HSV eine deutlich zentralere Rolle zukommen – sowohl in der strategischen Ausrichtung als auch in der sportlichen Gesamtverantwortung. Gerade in einer Phase, in der sich der HSV neu aufstellen und langfristig stabilisieren möchte, wäre ein profilierter Name wie Kehl ein starkes Signal.
Noch keine Entscheidung – aber neue Ausgangslage
Klar ist: Eine Verpflichtung ist aktuell nicht bestätigt. Doch die Voraussetzungen haben sich mit der Dortmunder Entscheidung grundlegend verändert. Der HSV hat nun die Chance, aktiv zu werden – und einen Mann zu holen, der sowohl die Bundesliga kennt als auch Führungsverantwortung auf höchstem Niveau mitbringt.
Ob Kehl tatsächlich den Weg an die Elbe findet, bleibt offen. Doch klar ist: Die Tür war lange nicht so weit offen wie jetzt.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
