Kilia Kiel in Topform: „Es kommt nicht überraschend“

Der FC Kilia Kiel ist aktuell das formstärkste Team der Oberliga Schleswig-Holstein. Fünf Siege in Serie, Offensivfußball auf höchstem Niveau – und eine Mannschaft, die Woche für Woche ihre Qualität unter Beweis stellt. Trainer Nicola Soranno sieht den aktuellen Lauf dabei keineswegs als Zufall.

Sommerprobleme als Schlüssel zur Erklärung

„Ich glaube nicht, dass das überraschend kommt“, erklärt Soranno im Gespräch mit NordKick. Der Grund für den durchwachsenen Saisonstart sei aus seiner Sicht klar: „Über sechs Wochen hinweg haben uns ständig vier, fünf Spieler gefehlt. Die kamen aus dem Urlaub zurück, waren nicht im Rhythmus – und dann sind schon die nächsten weggefallen. Da war kaum jemand richtig fit.“ Die Folge: fehlende Stabilität, fehlende Ergebnisse.
Jetzt zeigt sich ein völlig anderes Bild.

Volle Kapelle – volle Qualität

„Was möglich ist, wenn alle fit sind, sieht man jetzt Woche für Woche“, so Soranno. Der große Unterschied aktuell: breiter und motivierter Kader, hohe Qualität auf allen Positionen und dadurch bedingt echte Konkurrenzsituation im Team. „Wir können aus dem Vollen schöpfen. Es gibt jede Woche schwierige Entscheidungen – wer spielt, wer sitzt draußen.“

Offensive kaum zu stoppen

Besonders beeindruckend: die Variabilität im Angriffsspiel. Soranno beschreibt die aktuelle Offensivpower so: „Egal, wer spielt – wir haben Tempo, Qualität und Lösungen. Über außen sind wir extrem schnell, gleichzeitig bringen wir immer wieder gute Bälle in die Tiefe.“

Defensive Stabilität als neues Fundament

Neben der Offensive hat sich vor allem die Defensive deutlich verbessert. „2026 haben wir bislang kaum Gegentore bekommen“, betont Soranno. Das zeigt: Kilia ist nicht mehr nur spektakulär – sondern auch stabil.

Fokus liegt nicht auf der Tabelle

Trotz der starken Serie bleibt Soranno bewusst ruhig: „Wir setzen uns Monatsziele und schauen am Ende, was dabei rauskommt. Auf die Konkurrenz gucken wir nicht.“ Der Hintergrund: Für Kilia geht es in dieser Saison nicht mehr um den ganz großen Wurf – sondern um Entwicklung. Für die kommende Saison hat der Verein nicht für die Regionalliga gemeldet – das haben nur SV Todesfelde und Holstein Kiel U23. „Es geht darum, unsere Art Fußball zu spielen weiter zu verbessern. Das ist für heute wichtig – und für nächste Saison.“

Junge Spieler rücken in den Fokus

Ein weiterer Baustein des Erfolgs: die Integration junger Spieler. „Wir wollten den Jungen in der Rückrunde bewusst mehr Spielzeit geben – und diese zahlen das aktuell mit sehr guten Leistungen zurück.“ Kilia arbeitet also bereits an der Zukunft – ohne dabei an Qualität zu verlieren.

Selbstbewusst, aber geerdet

Der vielleicht größte Unterschied zur Hinrunde: Kilia wirkt gefestigt. „Wir sind im Hier und Jetzt“, sagt Soranno. Und genau das macht diese Mannschaft aktuell so stark.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.