Inter Türkspor Kiel hat sich im Abstiegskampf eindrucksvoll zurückgemeldet. In einem nervenaufreibenden Duell gegen den direkten Konkurrenten MTSV Hohenwestedt setzte sich die Mannschaft von Trainer Karim Youssef mit 1:0 durch – dank eines späten Treffers von Phil Baumgarn in der 89. Minute. Ein Sieg, der für Inter kaum wichtiger hätte sein können.
Ausgangslage: Alles oder nichts für Inter
Vor der Partie war die Situation klar: Inter musste gewinnen, um im Kampf um den Klassenerhalt überhaupt noch eine realistische Chance zu haben. Hohenwestedt hingegen hätte sich mit einem Sieg entscheidend absetzen können. Entsprechend entwickelte sich von Beginn an ein intensives, kampfbetontes Spiel – geprägt von vielen Zweikämpfen, Emotionen und wenig spielerischer Leichtigkeit.
Inter mit Aluminium-Pech – Hohenwestedt bei Standards gefährlich
Die erste Halbzeit gehörte insgesamt eher den Gastgebern, die mutiger wirkten und die klareren Aktionen hatten. Gleich zweimal verhinderte das Aluminium die Führung: Eugen Halili traf den Pfosten und Melih Akif Cerrah setzte den Ball an die Latte (35.).
Hohenwestedt blieb vor allem nach Standards gefährlich, sorgte bei Ecken immer wieder für Unruhe, ohne jedoch zwingend zu werden. So ging es torlos in die Pause – in einem Spiel, in dem beiden Teams die Bedeutung der Partie deutlich anzumerken war.
Zweite Halbzeit: Viel Wille, wenig Struktur
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie hektisch. Inter wollte, konnte aber oft nicht – zu viele Ungenauigkeiten, zu wenig Klarheit im letzten Drittel. Hohenwestedt hingegen agierte kontrolliert und mit Blick auf die Tabelle – ein Punkt hätte ihnen deutlich mehr geholfen als dem Gegner. Die Partie verflachte zunehmend, echte Torchancen blieben lange Mangelware.
Drittes Aluminium – und dann die Erlösung
In der 85. Minute dann der nächste Nackenschlag für Inter: Pascal Polonski traf aus halbrechter Position den Außenpfosten – bereits der dritte Aluminiumtreffer. Doch diesmal folgte die Antwort: Nur vier Minuten später war es der eingewechselte Phil Baumgarn, der nach einem langen Einwurf im Strafraum die Übersicht behielt und den Ball mit dem Rücken stehend zum Tor unter die Latte setzte – 1:0 (89.). Der Jubel über diese Erlösung kannte keine Grenzen.
Hohenwestedt vergibt Matchball
In der Schlussphase hatte Inter noch Möglichkeiten, den Sack zuzumachen, ließ diese aber liegen. Am Ende blieb es beim knappen, aber enorm wichtigen Sieg. Für Hohenwestedt ist es hingegen ein bitterer Rückschlag. Die Chance, sich entscheidend abzusetzen, wurde verpasst – der Abstiegskampf bleibt offen.
Trainerstimmen: „Vielleicht sollte es heute einfach nicht sein“
Inter-Coach Karim Youssef zeigte sich erleichtert: „Wir hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen. Aber die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt – und sich endlich belohnt.“ Besonders die Aluminiumtreffer hatten ihn zweifeln lassen: „Da denkt man schon, heute soll es einfach nicht sein. Umso schöner, dass der Ball dann doch noch reingeht.“
Auch Hohenwestedts Trainer Arend Müller erkannte die Leistung des Gegners an: „Inter hat das gut gemacht und verdient gewonnen. Wir waren zu naiv in der Defensive und haben offensiv nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten.“
Tabelle: Abstiegskampf wieder offen
Durch den Sieg rückt Inter wieder näher an die Konkurrenz heran und hält den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze. Für Hohenwestedt wird es dagegen wieder richtig eng – und auch andere Teams wie Eutin dürfen plötzlich wieder hoffen.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
