Was für ein Derby, was für ein Finale! Der VfB Kiel gewinnt ein intensives Kieler Kreisliga-Duell gegen den VfB UT Kiel mit 3:2 (1:1) – und das dank eines echten Lucky Punches in der Nachspielzeit. Ein Spiel, das lange auf ein Remis hinauslief, bekam in den letzten Minuten eine dramatische Wendung.
Blitzstart und ausgeglichene erste Halbzeit
Der VfB Kiel erwischte den perfekten Start: Bereits in der 2. Minute traf Marco Wohlgemuth nach einem Angriff über die linke Seite zur frühen 1:0-Führung. In der Folge blieb der VfB spielbestimmend, ohne jedoch wirklich zwingend zu werden. UT Kiel arbeitete sich nach und nach ins Spiel und kam in der 10. Minute durch Tim Jahnke zum Ausgleich.
Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für den VfB Kiel, allerdings ohne große Torchancen. VfB-Trainer Tim Spirgatis fasste die erste Halbzeit treffend zusammen: „Wir kommen gut rein mit dem 1:0, aber so richtig viele klare Chancen hatten wir nicht. UT wird dann selbstbewusster, und es geht mit 1:1 in die Pause.“
UT dreht das Spiel – VfB vergibt vom Punkt
Nach der Pause kam UT Kiel besser aus der Kabine und drehte die Partie: Erneut war es Tim Jahnke, der in der 54. Minute das 2:1 für die Gäste erzielte. Doch was danach folgte, war eine einseitige zweite Halbzeit: Der VfB Kiel erhöhte den Druck massiv, während UT sich immer weiter zurückzog. „Dann hört UT komplett auf, Fußball zu spielen – das habe ich überhaupt nicht verstanden“, so Spirgatis verwundert über den bis dahin starken Gegner.
Der VfB drängte – und hatte sogar mehrfach die große Chance zum Ausgleich. Besonders bitter: Zwei verschossene Elfmeter durch Imm ans Lattenkreuz und Wohlgemuth (pariert durch UT-Keeper Mahmoud) verhinderten zunächst den verdienten und überfälligen Treffer zum Ausgleich.
Dramatische Schlussphase
Die Schlussphase hatte es dann in sich: In der 86. Minute fiel endlich der Ausgleich. Nach einer Ecke landete der Ball bei Serope Cobanyan, der aus kurzer Distanz zum 2:2 einschob. Doch damit nicht genug: In der Nachspielzeit schlugen die Hausherren noch einmal zu. Ein langer Ball über die linke Seite sorgte für Chaos in der UT-Defensive, Torwart Mahmoud verschätzte sich – und Moritz Cornils schob zum umjubelten 3:2 deutlich nach Ablauf der 90 Minuten ein.
Spirgatis: „Ein Sieg des Willens und der Moral“
Nach dem Spiel sprach VfB-Trainer Tim Spirgatis von einem emotionalen Erfolg: „Das war ein Sieg des Willens und der Moral. Wir haben nach dem 2:1 alles nach vorne geworfen, sogar zwei Elfmeter verschossen – und kommen trotzdem zurück.“ Trotz aller Freude blieb er realistisch: „Am Ende ist es natürlich glücklich. Wenn das Spiel unentschieden ausgeht, wäre das auch in Ordnung gewesen.“
Fazit: Späte Erlösung auf der Waldwiese
Der VfB Kiel zeigte Moral, gab sich trotz Rückstand und vergebener Großchancen nicht auf – und wurde am Ende belohnt. UT Kiel hingegen wird sich ärgern: Nach der Führung zog sich die Mannschaft zu weit zurück und konnte dem Druck nicht mehr standhalten.
So bleibt ein Derby, das vor allem durch seine dramatische Schlussphase in Erinnerung bleiben wird – mit einem glücklichen, aber umjubelten Sieger VfB Kiel.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
