Der SV Todesfelde reist als amtierender Lotto-Masters-Sieger nach Kiel – und das mit einer gewaltigen Portion Selbstbewusstsein, aber auch mit dem nötigen Respekt vor einem extrem starken Teilnehmerfeld. Trainer Björn Sörensen, frisch gebackener A-Lizenz-Inhaber, macht keinen Hehl daraus, dass sein Team wieder ganz vorne mitmischen will.
„Unser Ziel ist ganz klar, das Halbfinale zu erreichen“, sagt Sörensen. In einer Gruppe mit dem SV Eichede, Weiche Flensburg und Holstein Kiel II sei das bereits eine echte Herausforderung. Doch Todesfelde fährt nicht nur zum Mitspielen nach Kiel: „Was dann passiert, hat seine eigenen Gesetze – gerade in einer Halle. Das haben wir in den letzten beiden Jahren selbst erlebt.“
Ein Turnier mit Herz und Geschichte
Für Sörensen ist das Lotto Masters weit mehr als ein Fußballturnier. Seit seiner Kindheit gehört der Januar-Klassiker für ihn fest zum Kalender. „Ich bin früher mit meinen Eltern in die Ostseehalle gefahren, später als Spieler dabei gewesen – und jetzt zum vierten Mal als Trainer. Das ist etwas ganz Besonderes.“
Auch für den Verein SV Todesfelde ist das Masters ein Herzensprojekt. „Ohne Todesfelde wäre das Turnier nicht das, was es heute ist“, sagt Sörensen mit Blick auf die jahrzehntelange Präsenz, die lautstarken Fans und die aufwendige Organisation. Schon am Samstagmorgen, wenn sich der Tross durchs Dorf Richtung Bus bewegt, füllen die Fans die Straßen – ein Ritual, das die besondere Verbindung zwischen Team und Umfeld widerspiegelt.
Blau-gelbe Wand in der Wunderino-Arena
Was die Unterstützung angeht, wird Todesfelde auch 2026 wieder eine Macht in den Rängen sein. Über 1.300 Tickets wurden bereits über den Verein verkauft, insgesamt rechnet man mit bis zu 2.000 blau-gelben Anhängern. „Für die wollen wir natürlich wieder alles reinhauen“, so Sörensen.
Kader steht – Entscheidungen mit Bauchschmerzen
Der Kader für das Masters ist bereits festgelegt: Torwart Fabian Landvoigt und die Feldspieler Jarmain Ozuzu, Max Musci, Mirko Boland, Janek Sternberg, Tyler Körting, Lasse Jetz, Mats Klüver, Benjamin Petrick, Morten Liebert, Benny Soares und Perry Dodoo wurden nominiert. Für Sörensen war das keine leichte Aufgabe: „Für viele Spieler ist das ein einmaliges Event. Da jemanden nicht mitzunehmen, tut weh.“ Dennoch gehört genau das zum Job. Die Spieler hatten in den Vorbereitungsturnieren ihre Chance, sich zu empfehlen – nun fällt die finale Entscheidung.
Favoriten, Geheimtipps und die Magie der Halle
Gefragt nach den Favoriten nennt Sörensen mehrere Topteams: Phönix Lübeck und Weiche Flensburg gehören für ihn dazu, aber auch ein Geheimfavorit steht auf seiner Liste: der SV Eichede. „Sie haben bislang eine starke Hallensaison gespielt und haben gute Chancen, dieses Turnier zu gewinnen.“
Zwischen Zweikampf und Budenzauber
Todesfelde ist vorbereitet – auch wenn man nicht explizit mit mitspielendem Torwart trainiert hat. „Wir haben alles andere trainiert, was man dafür braucht“, verrät Sörensen schmunzelnd. Er erwartet ein intensives Turnier mit vielen Zweikämpfen, auch bedingt durch die neuen Regeln. Trotzdem ist für ihn klar: Das Lotto Masters lebt auch vom Zauber.
„Ich erinnere mich noch an das Fallrückzieher-Tor von Phönix im letzten Jahr – das ist Budenzauber. Und den wird es auch dieses Jahr wieder geben.“ Entscheidend sei, dass alle gesund aus der Halle kommen – und dass am Ende wieder großartiger Hallenfußball geboten wird.
Der Titelverteidiger ist bereit. Und mit einer blau-gelben Wand im Rücken könnte Todesfelde auch 2026 wieder zu einer der prägendsten Mannschaften unter dem Kieler Hallendach werden.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
