Mit einem packenden Finale und einem dramatischen Neunmeterschießen hat sich Holstein Kiel den Titel beim LOTTO Nordcup 2026 gesichert. Vor 2.709 Zuschauern in der Kieler Wunderino Arena setzten sich die Störche im Endspiel mit 5:3 im Neunmeterschießen gegen den Oberligisten Kieler MTV durch, nachdem die reguläre Spielzeit 2:2 geendet hatte. Der Frauenfußball ist damit eindrucksvoll auf die große Bühne in Schleswig-Holstein zurückgekehrt.
Sechs Teams, ein Modus – Spannung von der ersten Minute
Gespielt wurde in einer Sechser-Gruppe, in der jede Mannschaft gegen jede antrat. Die besten vier Teams qualifizierten sich anschließend für die Halbfinals – Erster gegen Vierter, Zweiter gegen Dritter.
Nach der Gruppenphase standen die beiden Regionalligisten Holstein Kiel und SV Henstedt-Ulzburg auf den ersten beiden Plätzen. Dahinter folgten die Oberligisten Kieler MTV und der SSC Hagen Ahrensburg. IF Stjernen Flensburg und der Eicholzer SV mussten nach der Vorrunde nach Hause fahren.
Damit waren gleich zwei Kieler Teams sowie ein Regionalligist und ein ambitionierter Oberligist im Titelrennen.
Kieler MTV sorgt für die Überraschung
Für eine der größten Geschichten des Turniers sorgte der Kieler MTV. Als Oberligist setzte sich der KMTV im Halbfinale sensationell mit 5:3 im Neunmeterschießen gegen Regionalligist SV Henstedt-Ulzburg durch und stand somit im Endspiel. Im anderen Halbfinale behielt Holstein Kiel ebenfalls vom Punkt die Nerven und gewann mit 2:1 (n. N.) gegen SSC Hagen Ahrensburg, die sich aber ebenfalls sehr gut verkauften.
Finale: KMTV schnuppert an der Sensation – Holstein bleibt nervenstark
Das Endspiel entwickelte sich zu einem echten Krimi. Der Kieler MTV führte bereits mit 2:0, ehe Holstein Kiel erst der Anschlusstreffer gelang und sieben Sekunden vor der Schlusssirene noch zum 2:2 ausgleichen konnte. Die Entscheidung musste erneut vom Punkt fallen – und dort zeigte Holstein Kiel die größere Nervenstärke. Mit 5:3 sicherten sich die Favoritinnen den Turniersieg.
Zur besten Torhüterin wurde KMTVs Schlussfrau Katharina Speeth gewählt. Den Titel der besten Spielerin des Turniers sicherte sich Arjela Lako (Holstein Women) und beste Torschützin wurde Indra Hahn (SV Henstdedt-Ulzburg).
„Dieses Turnier hat dem Frauenfußball richtig gut getan“
SHFV-Präsident Uwe Döring zeigte sich nach dem Turnier hochzufrieden:
„Nach 13 Jahren haben wir dieses Event wiederbelebt – und ich finde, das Interesse war überragend. Die Stimmung war toll, wir haben spannende Spiele gesehen und das Format hat absolut funktioniert.“
Auch Stefan Fischer, Trainer von Holstein Kiel, lobte das gesamte Event:
„Dieses Turnier war unfassbar gut. Die Atmosphäre hier ist freundlich, sportlich und familiär. Wer das heute nicht erlebt hat, hat etwas verpasst. Das hat dem Frauenfußball in Schleswig-Holstein richtig gut getan.“
KMTV-Coach Stefan Morthorst war trotz der Finalniederlage stolz:
„Natürlich tut das ein bisschen weh, sieben Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich zu bekommen. Aber insgesamt war es ein überragender Tag für uns. Wir haben gezeigt, dass auch ein Oberligist hier mithalten kann.“
Ein gelungenes Comeback für den Frauenfußball
Der LOTTO Nordcup 2026 war nicht nur sportlich hochklassig, sondern auch atmosphärisch ein voller Erfolg. Vor begeisterten und stets fairen Rängen herrschte eine familiäre, respektvolle und sportlich geprägte Stimmung – genau das, wofür der Frauenfußball in Schleswig-Holstein stehen soll.
Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband und die Organisatoren um Klaus Kuhn erhielten viel Lob für die reibungslose Durchführung eines Turniers, das Lust auf mehr macht.
NordKick mittendrin
NordKick war auch beim LOTTO Nordcup 2026 wieder vor Ort und hat ein umfangreiches Video mit Spielszenen, Emotionen, Interviews und Eindrücken produziert. Der Film erscheint in Kürze auf NordKick und YouTube – mit exklusiven Stimmen von Spielerinnen, Trainern und Verantwortlichen.
Der Frauenfußball ist zurück in der Wunderino Arena – und er hat gezeigt, dass diese Bühne mehr als verdient ist.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
