Marcel Rapp kündigt im Interview personelle Veränderungen an

NordKick sprach mit Holstein Kiels Cheftrainer Marcel Rapp über den misslungenen Saisonstart, die Analyse des Bielefeld-Spiels, mögliche personelle Veränderungen und die Erwartungen vor dem DFB-Pokalspiel beim FC Homburg.

Herr Rapp, wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach dem Fehlstart in der Liga?
Die Stimmung ist der Situation angepasst. Wir sind nicht in Trauer, aber wir wissen, dass wir schlecht gestartet sind und dass wir mit drei von vier Halbzeiten nicht zufrieden sein können – vor allem, was unser Spiel mit dem Ball betrifft. Gegen den Ball war es in beiden Spielen nicht so, dass der Gegner viele Chancen hatte. Aber unser Ballbesitzspiel war in drei Halbzeiten einfach nicht so, wie wir uns das vorstellen. Die letzte Halbzeit gegen Bielefeld war absolut okay – davor nicht.

Sie hatten angekündigt, die erste Halbzeit gegen Bielefeld zu analysieren. Was ist dabei herausgekommen?
Wir haben zu oft den Ball wieder nach hinten gespielt, statt mutig die nächste Reihe anzuspielen oder über außen Lösungen zu suchen. Ein paar Mal haben wir das gut gemacht, aber insgesamt fehlte uns die Bewegung. Wir waren zu statisch, und so kommst du nicht durch einen kompakten Block.

Lag das auch an der Positionierung?
Ja, teilweise. In Paderborn haben wir oft mit nur drei Spielern angegriffen und mit sechs oder sieben aufgebaut. Gegen Bielefeld hatten wir zwar mindestens vier Spieler vorne, aber zu wenig Präsenz dazwischen. Wenn sich die hinteren Spieler, die Sechser und Außen nicht bewegen, wird es leicht für den Gegner. Da muss mehr Bewegung ins Spiel.

Planen Sie personelle Veränderungen für das Pokalspiel in Homburg?
Wir haben einen breiten Kader, und Spieler, die zuletzt weniger gespielt haben, machen im Training einen guten Eindruck. Deshalb kann es sein, dass wir ein paar Positionen verändern. Konkrete Namen möchte ich noch nicht nennen, aber ich kann mir Änderungen gut vorstellen.

Wie sieht es personell aus – spielt Marco Komenda wieder eine Rolle?
Marco ist auf jeden Fall nach zwei Spielen in der U23 wieder bei uns im Kader – theoretisch also auch einsatzbereit. Aber er war lange verletzt und ihm fehlt noch Praxis, daher wird es für die Startelf eher schwierig.

Ist das Pokalspiel zur richtigen Zeit – oder wäre ein Ligaspiel besser?
Das ist egal. Wir müssen so oder so besser Fußball spielen. Natürlich wollen wir gewinnen, aber wichtiger ist mir, dass wir im Pokal den Unterschied zur ersten Halbzeit gegen Bielefeld sehen.

In vielen Vereinen ist es üblich, im Pokal den zweiten Torwart einzusetzen. Könnte Timon Weiner spielen?
Das ist möglich. Wir haben zwei gleich gute Torhüter, da kann man im Pokal auch mal wechseln. Aber egal, wer im Tor steht – wir müssen als Mannschaft liefern.

Was erwarten Sie von Homburg?
Wir wissen, was auf uns zukommt. Diese klaren Klassenunterschiede wie vor 20 oder 30 Jahren gibt es nicht mehr. Viele Regionalligisten arbeiten professionell. Homburg wird laufen, wird Zweikämpfe führen. Technisch und taktisch sollten wir Vorteile haben, aber das garantiert nichts. Wir sind gewarnt, wissen um die Stimmung im Stadion und haben sie genau beobachtet. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen gewinnen – fertig.

Was sagen sie zur Anstoßzeit – 18 Uhr an einem Sonntag?
Das ist für unsere Fans maximal unglücklich. Ich glaube da hat man sich im Vorwege zu wenig Gedanken gemacht. Ich würde mir eine fanfreundlichere Anstoßzeit wünschen bei so einer weiten Anreise zu einem Auswärtsspiel.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.