Holstein Kiel ist mit einem 2:0 (1:0) gegen den Aufstiegsaspiranten SC Paderborn erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der Kopfballtreffer von Kapitän Steven Skrzybski und der späte „Deckel drauf“ durch Lasse Rosenboom – sondern vor allem ein Rückkehrer, der genau die Rolle ausfüllt, die den Störchen in der Hinrunde oft gefehlt hat: Jonas Meffert. Unaufgeregt, lösungsorientiert, immer anspielbar – mit einer Passquote von 96 Prozent als sichtbares Ausrufezeichen.
Meffert gibt Sicherheit – und macht andere besser
Meffert glänzte nicht mit Show, sondern mit dem, was im Abstiegskampf der 2. Liga oft den Unterschied macht: Ruhe im Aufbau, klare Entscheidungen unter Druck, ein permanentes Angebot für Mitspieler. Genau deshalb suchten ihn die Kollegen in brenzligen Situationen immer wieder – und fanden bei ihm selten eine Sackgasse. Marcel Rapp brachte es nach Abpfiff treffend auf den Punkt: Ein neutraler Zuschauer sehe vielleicht eher andere Highlights, „aber bei unserer Mannschaft geht es einfach um Sicherheit – er macht gute Dinge. Genau so kennen wir ihn.“ Dass Meffert im Zentrum diese Stabilität ausstrahlt, macht das Kieler Spiel insgesamt sauberer – weil sich andere Akteure dadurch mehr zutrauen können, mutiger andribbeln oder den nächsten vertikalen Pass suchen.
Skrzybski trifft früh – Harres bereitet vor
Kiel begann nicht perfekt, bekam aber schnell Zugriff. Paderborn hatte in der Anfangsphase den ersten Abschluss (7.), doch die Störche fanden über ihr Gegenpressing und die Ordnung im Zentrum zunehmend in die Partie. Nach 18 Minuten belohnte sich die KSV: Phil Harres legte per Kopf für Skrzybski auf, der ebenfalls per Kopf zur Führung einköpfte. Der Treffer passte zum Kieler Ansatz: nicht wild, nicht hektisch – sondern klar in den Abläufen und bereit, im richtigen Moment zuzupacken.
Variabler – mit einem Mann mehr vorne
Auffällig war auch die taktische Ausrichtung: Kiel agierte phasenweise variabler, hatte vorne häufiger eine zusätzliche Anspielstation. Rapp bestätigte, dass die Umstellung Vorteile bringt – auch wenn noch nicht alles rund lief. Die Defensive stand insgesamt stabil, Paderborn kam zwar zu Abschlüssen, aber überwiegend aus der Distanz. „Über das ganze Spiel ist nicht viel angebrannt“, so Rapp sinngemäß – zufrieden war er vor allem mit der Art, wie Kiel verteidigte, ohne sich komplett einzuigeln.
Rosenboom setzt den Schlusspunkt
Nach der Pause blieb Kiel die reifere Mannschaft. Paderborn konnte den Störchen ihr Spiel nicht aufzwingen, Kiel lauerte auf Umschaltmomente – und schlug erneut zu. Der eingewechselte Lasse Rosenboom verwertete in der 67. Minute, nachdem Mittelstürmer Phil Harres den Ball geschickt fest gemacht hatte und ablegte. Paderborn warf anschließend mehr nach vorne, ein Treffer wurde nach VAR-Check wegen einer Regelwidrigkeit beim Abstoß nicht gegeben – insgesamt hatte Kiel die Partie aber unter Kontrolle.
Schockmoment in der Nachspielzeit
Überschattet wurde das Spiel von einem schweren Zusammenprall in der Nachspielzeit: Paderborns Brackelmann stürzte unglücklich und musste lange behandelt sowie schließlich auf einer Trage vom Feld gebracht werden. In solchen Momenten rückt das Sportliche in den Hintergrund – beide Teams quittierten den Abtransport unter Applaus.
Stimmen: „Heute hat alles gepasst“
Meffert selbst blieb nach seinem ersten Pflichtspiel für Kiel nach der Rückkehr gewohnt bodenständig: „Die Mannschaft hat mir heute wirklich sehr geholfen. Alles reingehauen, alles wegverteidigt – heute hat alles gepasst.“ Gleichzeitig machte er klar, dass Kiel weiter an der eigenen Spielidee arbeiten will: mehr Fußball, mehr Kontrolle – ohne den Pragmatismus zu verlieren. Genau diese Mischung war gegen Paderborn bereits zu sehen: solide Defensive, klare Abläufe – und ein Sechser, der das einfache Spiel so gut macht, dass es plötzlich wie ein echtes Upgrade wirkt.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
