Ein vertrautes Gesicht für die Kieler Zentrale
Holstein Kiel hat auf dem Transfermarkt ein deutliches Signal gesetzt und mit Jonas Meffert einen der erfahrensten Zweitliga-Sechser zurück an die Förde geholt. Der 31-Jährige kommt vom Bundesligisten Hamburger SV und wird bereits am 4. Januar mit der Mannschaft ins Trainingslager nach Algorfa in Spanien reisen, um direkt in die Rückrundenvorbereitung einzusteigen.
Meffert trug zwischen 2018 und 2021 bereits in 96 Pflichtspielen das Trikot der Störche und war ein zentraler Baustein jener Mannschaft, die 2021 in der Relegation nur knapp am Bundesliga-Aufstieg scheiterte. Danach wechselte er zum HSV, stieg dort 2024 in die Bundesliga auf und absolvierte insgesamt 146 Pflichtspiele für die Rothosen.
Rebbe setzt auf Führungsstärke und Struktur
Holsteins Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe machte auf der Vereinsseite der KSV deutlich, warum der Transfer für Kiel so wichtig ist: „Unsere Gespräche mit Jonas waren von Vertrauen und einem gemeinsamen Motiv geprägt: Mit Holstein etwas bewegen. Diese gemeinsame Motivation und Jonas’ nachgewiesene fußballerische Qualitäten sind ein toller Mix für unsere Zusammenarbeit. Jonas wird auf dem Platz und in der Kabine durch seine ruhige Art, aber auch geradlinige Ansprache helfen, unser im Sommer in großen Teilen neu zusammengestelltes junges Team weiter zu formen.“
Gerade im engen Tabellenkeller der 2. Bundesliga soll Meffert mit seiner Erfahrung Stabilität ins Kieler Spiel bringen – sportlich wie mental.
Rapp: „Er weiß, was in der 2. Liga gefragt ist“
Auch Trainer Marcel Rapp freut sich über die Rückkehr seines ehemaligen Leistungsträgers. Auf der Holstein-Homepage sagte er: „Jonas kennt den Verein, die Stadt und das Umfeld. Er weiß, was in der 2. Bundesliga gefragt ist. Seine Ballsicherheit und Übersicht werden unserer Mannschaft guttun und unserem Spiel weiter Struktur und Stabilität verleihen.“
In einer Mannschaft, die in der Hinrunde vor allem mit fehlender Konstanz zu kämpfen hatte, ist genau diese Mischung aus Ruhe, Spielintelligenz und Zweikampfhärte gefragt.
Meffert: „Holstein ist für mich ein besonderer Verein“
Auch der Rückkehrer selbst machte keinen Hehl daraus, wie viel ihm Kiel noch bedeutet:
„Holstein Kiel ist für mich bis heute ein besonderer Verein, mit dem ich viele schöne und emotionale Momente erleben durfte. Ich habe hier einen wichtigen Abschnitt meiner Karriere erlebt und freue mich sehr, nun zurückzukehren und wieder Teil dieses Umfelds zu sein. Ich habe den beeindruckenden Weg der Störche selbstverständlich auch in den zurückliegenden Jahren intensiv verfolgt. Nun möchte ich meine Erfahrungen, die ich in Hamburg gemacht habe, mit einbringen, um meiner Kieler Geschichte ein weiteres erfolgreiches Kapitel hinzuzufügen.“
HSV verabschiedet Meffert mit großem Respekt
Auch beim Hamburger SV fällt der Abschied emotional aus. In der Hamburger Morgenpost würdigte Sportdirektor Claus Costa Meffert in außergewöhnlich klaren Worten: „Meffo war der Inbegriff von Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Teamgeist. Er war über Jahre hinweg ein Eckpfeiler unserer Mannschaft, der sich durch ein hohes Maß an Verlässlichkeit und spielerischer Klasse ausgezeichnet hat. Er war ein herausragender Teamkollege, der es stets verstand, die Spieler neben sich besser zu machen. Darüber hinaus übernahm er viel Verantwortung für die Gruppe und stellte sein Ego stets hinter das Wohl der Gemeinschaft.“
Gerade deshalb habe man dem Wunsch nach mehr Spielzeit entsprochen und dem Wechsel nach Kiel keine Steine in den Weg gelegt.
Ein Transfer mit Signalwirkung
Für Holstein Kiel ist die Rückkehr von Jonas Meffert mehr als nur ein Kaderupdate. Sie steht sinnbildlich für den Versuch, die junge Mannschaft in der entscheidenden Saisonphase mit Erfahrung, Stabilität und Führungsqualität zu untermauern.
Ob im Trainingslager in Spanien oder wenig später im Abstiegskampf der 2. Bundesliga – die Störche setzen darauf, dass ein alter Bekannter nun zum wichtigen Faktor für ein neues Kapitel an der Förde wird.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
