Nach kurioser Schiedsrichterentscheidung: Kieler MTV und Probsteier SG trennen sich 2:2

Ein intensives, kampfbetontes und über weite Strecken völlig offenes Spiel bekamen die 94 Zuschauer auf dem Professor-Peters-Platz im Herzen Kiels zu sehen. Am Ende trennten sich der Kieler MTV und die Probsteier SG 2012 in der Verbandsliga Ost mit einem leistungsgerechten 2:2 (1:1).

Während der KMTV früh in Führung ging, kämpfte sich der Aufstiegsanwärter aus der Probstei immer wieder zurück – und hatte in der Schlussphase sogar den Sieg auf dem Fuß.

Die Partie begann für die Gastgeber perfekt. Bereits in der 3. Minute brachte Johann-Felix Stender den Kieler MTV in Führung. Nach einem langen Ball über die linke Seite wurde der Ball von Janne Noah Rudolph in die Mitte gespielt, wo Stender aus kurzer Distanz keine Mühe hatte und zum 1:0 einschob.

Der Favorit aus der Probstei musste sich kurz schütteln – und hatte dabei auch Glück, dass der Spielverlauf nicht noch klarer gegen ihn kippte.

In der 10. Minute lief Bennet Schmidt nach einem Fehler der Gästeabwehr allein auf das Tor zu, umkurvte Keeper Jordan Aleksander von Viktor und wurde anschließend vom Keeper im Strafraum zu Fall gebracht. Viele rechneten bereits mit Elfmeter und Rot – doch der Pfiff blieb aus.

KMTV-Trainer Paul Musiol konnte die Entscheidung nach dem Spiel nur bedingt nachvollziehen: „Aus meiner Perspektive legt sich unser Spieler den Ball vorbei, der Torwart springt rein und berührt ihn. Dadurch kommt er ins Straucheln. Dass der Pfiff da ausbleibt, ist für mich schon eine fragwürdige Entscheidung.“

Statt des möglichen 2:0 und einer Überzahl für die folgenden 80 Minuten folgte aber nur zwei Minuten später der Ausgleich.

In der 12. Minute nutzte Delpiero Kelvin Bamm, der auffälligste Gästeakteur am heutigen Tag, eine Unstimmigkeit in der KMTV-Defensive, umkurvte den Torwart und schob zum 1:1 ein – möglicherweise noch leicht abgefälscht von einem Kieler Verteidiger.

Danach entwickelte sich eine offene Partie. Beide Teams erspielten sich Möglichkeiten, doch weder der Kieler Distanzschuss von Niels Schröder noch eine große Chance von Lennard Reinke auf der Gegenseite fanden den Weg ins Tor. So ging es mit dem 1:1 in die Pause.

Nach einer zunächst ruhigen Phase in der zweiten Hälfte ging der KMTV in der 61. Minute erneut in Führung. Eine Freistoßflanke von Kapitän Louis Reinicke brachte die Gästeabwehr in Bedrängnis – PSG-Verteidiger Benedikt Michael Fimm köpfte den Ball unglücklich ins eigene Tor zum 2:1. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten.

Nur vier Minuten später sorgte Paul Maximilian Kraatz für den erneuten Ausgleich. Der Offensivspieler, der nach langer Kreuzbandverletzung sein Comeback feierte, traf nach einer Ecke mit einem wuchtigen Schuss in den Torwinkel zum 2:2.

„Zum Schluss ist es natürlich ein bisschen ärgerlich, dass wir nicht noch einen reinmurmeln“, sagte Probsteier Trainer Thomas Bohrmann später. „Aber auf der anderen Seite hätten wir vorher auch schon einen dritten bekommen können.“

In der Schlussphase wogte das Spiel hin und her. Die größte Chance vergab die Probsteier SG in der 88. Minute: Zunächst köpfte Lennard Reinke den Ball an die Latte, im Anschluss scheiterte Haris Osmanovic aus kurzer Distanz an einer Rettungsaktion auf der Torlinie. In der Nachspielzeit hätte auch der Kieler MTV, deren bester Spieler des heutigen Tages Innenverteidiger Timo Zilz war, noch den Siegtreffer erzielen können, doch ein Kopfball nach einer Ecke ging knapp über das Tor.

Am Ende konnten beide Trainer mit der Punkteteilung leben. Paul Musiol (Kieler MTV): „Ich glaube, insgesamt war es ein ausgeglichenes Spiel. Das 2:2 geht nach 90 Minuten in Ordnung. Die Szene in der zehnten Minute hätte natürlich das Spiel verändern können, weil wir da schon 1:0 geführt haben. Aber so ist es nun mal.“

Auch Thomas Bohrmann sah ein gerechtes Resultat: „Beide Mannschaften hatten ihre Chancen und ihre Momente. Der Platz war schwierig, und der KMTV hat ein gutes Spiel gemacht. Die Punkteteilung ist absolut gerechtfertigt.“

Ein Punkt also für beide Teams – nach einem Spiel, das bis zur letzten Minute spannend blieb. Für die Probsteier SG bedeutet das allerdings auch einen kleinen Dämpfer im Aufstiegsrennen, während der Kieler MTV einmal mehr zeigte, dass er auch den Topteams der Liga Paroli bieten kann.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.