Nach Umbruch im Winter: Eidertal Molfsee setzt auf Stabilität und Trotzreaktion

Der Abstieg aus der Oberliga sollte für die SpVg Eidertal Molfsee eigentlich nur ein kurzes Kapitel werden. Mit neuem Trainerteam und klarer Zielsetzung ging man in die Landesliga-Saison – doch statt Aufstiegsrennen folgte eine Hinrunde mit Licht, Schatten und nun auch personellen Einschnitten. Trainer Nedim Hasanbegović spricht offen über Erwartungen, Rückschläge und den Neustart für die Rückrunde.

Hinrunde blieb hinter den eigenen Ansprüchen

„Die Hinrunde ist insgesamt deutlich unter unseren Erwartungen geblieben“, ordnet Hasanbegović die ersten Monate ein. Zwar stabilisierte sich sein Team nach einem schwierigen Saisonstart und legte sogar eine Siegesserie hin, doch nach der Niederlage gegen Rantrum kippte die Formkurve erneut. „Wir kamen in einen Negativlauf, den wir erst kurz vor der Winterpause gegen Friedrichsberg stoppen konnten.“

Ein Hauptproblem: die Defensive. „Wir haben zu viele Gegentore bekommen und waren in einigen Spielen selbst unser größter Gegner.“ Unkonzentriertheiten und schwache Spielanfänge hätten wiederholt dafür gesorgt, dass man sich Spiele unnötig erschwerte.

Winter bringt Aderlass im Kader

Zusätzlich erschwert wird die Mission Rückrunde durch mehrere Abgänge – teils zu direkten Konkurrenten: Azuka Olise (Inter Türkspor Kiel), Leon Lembke, Emre Kayali, Tom Lemke (alle drei zur SSG Rot-Schwarz Kiel), Seymen-Ahmet Ködörgü (Kilia Kiel) und Makar Mynzu (Kilia Kiel II) haben die Eidertaler im Winter verlassen. Ein spürbarer Umbruch also – vor allem in der Breite.

Vorbereitung mit Intensität und Teamspirit

Trotzdem blickt Hasanbegović nach vorne. In der Vorbereitung setzt Eidertal auf Fitness, Intensität – und Teamgeist. „Wir wollen viel Intensität und Spaß bieten und am Ende einen optimalen Fitnessstand sowie eine gute Basis für den Rest der Saison aufgebaut haben.“

Besondere Einheiten gibt es erneut im Athletikbereich: „Wir absolvieren zwei Krafteinheiten bei unserem Spieler Tino Kern im Kern Fit. Die Jungs kommen dort an ihre Grenzen und pushen sich gegenseitig.“ Ansonsten soll möglichst viel auf dem Platz mit Ball gearbeitet werden – sofern das Wetter mitspielt.

Mehr Konstanz statt Tabellenrechnerei

Von Aufstiegsparolen ist derzeit wenig zu hören. Hasanbegović formuliert bewusst bodenständig: „Nach der Hinrunde haben wir uns als Ziel gesetzt, insgesamt stabiler und konstanter aufzutreten.“ Vor allem die ersten Spielminuten sollen besser werden. „Oft waren wir zu Beginn nicht voll da und haben dadurch frühe Gegentore kassiert.“ Der Fokus liegt klar auf Details, Disziplin und mentaler Präsenz.

„Wir wollen für verwunderte Gesichter sorgen“

Persönlich treibt den Trainer vor allem die Entwicklung der Mannschaft an: „Ich freue mich darauf, dass wir weiter zusammenwachsen, merkliche Fortschritte machen und für verwunderte Gesichter sorgen – bei Leuten, die uns vielleicht schon abgeschrieben haben.“

Eidertal Molfsee startet also nicht als Favorit in die Rückrunde – aber mit Trotz, klaren Zielen und dem Willen zur Korrektur.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.