Es war kein berauschender Bundesliga-Abend im Volkspark, aber einer mit einem Moment, der hängen bleibt: Fabio Vieira traf beim 1:1 des Hamburger SV gegen den 1. FC Köln mit einem feinen Außenrist-Lupfer sehenswert zur Führung. Doch obwohl der Portugiese den Glanzmoment des Spiels lieferte, drehte sich das Gespräche nach Abpfiff nicht nur um Technik und Schönheit, sondern auch um seine Formkurve und seine mögliche Zukunft in Hamburg.
Vieira über sein Traumtor: „Es ist sicher unter meinen Top drei“
Für Fabio Vieira selbst war schnell klar, dass sein Treffer zu den schönsten seiner Laufbahn gehört. Der von Arsenal ausgeliehene Offensivspieler schilderte in der Mixed Zone genau, wie der Treffer entstand.
„Sobald ich Augenkontakt mit Willi aufgenommen hatte, wusste ich, wohin er den Ball spielen würde. Ich hatte zugleich gesehen, dass der Keeper etwas vorn steht und habe ihn ins Netz gemacht. Es ist sicherlich unter den Top 3 meiner schönsten Tore. Ich bin glücklich darüber.“
Dass dieser Moment kein Zufall war, führte Vieira auch auf sein gewachsenes Selbstvertrauen zurück. Der Portugiese sprach bemerkenswert offen über seine aktuelle Entwicklung. „Aktuell bekomme ich mehr und mehr Selbstvertrauen, werde wieder der alte Fabio. Es war ein wichtiger Schritt für mich, nach Hamburg zu kommen, um wieder zu meinem vollen Potenzial zu kommen.“
Diese Aussage ist durchaus bemerkenswert, weil Vieira in den vergangenen Monaten immer wieder andeutete, noch nicht bei hundert Prozent angekommen zu sein. Der Auftritt gegen Köln wirkte wie ein weiterer Beleg dafür, dass seine Formkurve nach oben zeigt.
Und wie geht es mit Vieira weiter?
Natürlich wurde Vieira nach so einem Tor auch auf seine Zukunft angesprochen. Schließlich ist der Portugiese nur von Arsenal ausgeliehen, sein Verbleib über die Saison hinaus ist offen. Eine klare Zusage gab es wenig überraschend nicht, aber seine Aussagen klangen keineswegs distanziert. „Ich bin hier in Hamburg und will mein Bestes für die Mannschaft und den Klub geben. Natürlich weiß jeder, dass ich noch einen Vertrag bei Arsenal habe. Deshalb müssen wir bis zum Saisonende abwarten. Danach wird gesprochen und dann schauen wir, was möglich ist.“
Immerhin machte Vieira zugleich deutlich, dass er sich in Hamburg wohlfühlt – sportlich wie privat. „Ich bin glücklich hier. Die Stadt ist großartig. Auch meine Familie fühlt sich hier wohl.“ Dass er die portugiesische Community in Hamburg besonders schätzt, erwähnte er dabei ebenfalls. Es sind Sätze, die beim HSV zumindest Hoffnung machen dürften, dass das letzte Wort in dieser Personalie noch nicht gesprochen ist.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
