Oberliga-Eröffnungsspiel mit Emotionen, fünf Treffern und einem unberechtigten Elfmeter

Die neue Saison der Oberliga Schleswig-Holstein ist gestartet – und wie! Im Ostholstein-Duell zwischen Eutin 08 und dem Oldenburger SV setzte sich der Gastgeber am Freitagabend mit 3:2 durch. 906 Zuschauer sahen im Eutin Steinredder ein intensives Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten, einem überragenden Joker, einer Prise Derby-Emotionen und einem Elfmeter, der keiner war.

Eutin startet mutig – Odiases Traumtor bringt die Führung

Schon die ersten Minuten gehörten klar dem Gastgeber. Nach einem Fehler im Oldenburger Spielaufbau hatte Leon Dippert in der neunten Minute die erste große Chance, setzte den Ball aber ans Außennetz. Wenig später war es erneut Dippert, der per Kopf aus kurzer Distanz nur knapp die Führung verpasste. Insgesamt präsentierte sich Eutin in der Anfangsphase griffiger, aggressiver und ideenreicher – auch, weil der OSV zu passiv wirkte und sein Spielaufbau stockte.

In der 32. Minute war es dann so weit: Omorogbe Noah Odiases Schuss schlug unhaltbar im linken Giebel ein – die verdiente Führung für Eutin. Oldenburg kam vor der Pause nur zu einem nennenswerten Abschluss durch Jan Frederik Kaps, der jedoch kein Problem für Keeper Denis Klassen darstellte. So ging es mit einer verdienten 1:0-Führung für Eutin in die Kabinen.

Oldenburg gleicht aus – Eutin reagiert mit Joker-Kraft

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der OSV deutlich druckvoller. In der 64. Minute zirkelte Rico Mielke einen Freistoß direkt ins Netz – der Ausgleich. „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, deutlich mehr Intensität reinzubringen“, erklärte OSV-Trainer Florian Stahl nach dem Spiel. „Der Freistoß war folgerichtig. Danach waren wir eigentlich voll drin.“

Doch Eutin hatte eine Antwort parat: Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung setzte sich Paul Niklas Kuszak stark im Laufduell durch und traf aus halbrechter Position zum 2:1 (81.). „Gerade die Joker haben dann nochmal einen Impuls gesetzt“, sagte Eutin-Coach Dennis Jaacks. „Paul hat mit seinem Treffer enorm geholfen, das Spiel wieder zu drehen.“

Elfmeter, Anschluss und viel Derby-Feuer

In der Nachspielzeit sorgte ein Foul an Schüler, dass eigentlich außerhalb des Strafraumes passierte, wie das Foto unterhalb des Textes zu beweisen scheint, für einen Strafstoß, den Dippert sicher verwandelte (90.+2). Alles schien entschieden – doch Oldenburg gab sich nicht auf. Jan Frederik Kaps traf in der 90.+5 Minute flach ins linke Eck und verkürzte nochmals auf 3:2. In den hitzigen Schlussminuten blieb es jedoch bei diesem Ergebnis.

Jaacks resümierte: „Wir wussten, dass wir nicht bei 100 Prozent sind – einige Spieler waren angeschlagen. Dass wir das trotzdem so durchziehen, spricht für die Moral.“ Auch die Atmosphäre lobte der Coach: „Wir wollten ein guter Gastgeber sein. Mit über 900 Zuschauern sind wir zufrieden, auch wenn eine vierstellige Kulisse schön gewesen wäre.“

Ein Spiel mit Aussagekraft

Eutin startet mit drei Punkten und der Tabellenführung über Nacht in die Saison, während der OSV trotz kämpferischer Leistung mit leeren Händen dasteht. „Es war ein gutes Spiel mit viel Tempo und Emotionen. Am Ende hat die Mannschaft gewonnen, die mehr investiert hat“, so Stahl. Für beide Teams geht es nun direkt am kommenden Dienstag in der englischen Woche weiter – Eutin empfängt Inter Türkspor, Oldenburg trifft auf Reinfeld.

Bericht und Bilder: Ole Jacobsen.

Schüler wird vor der Strafraumlinie zu Fall gebracht – Es gibt Elfmeter
Ja Frederik Kaps am Ball gegen Lukas Schultz