
Flutlicht-Freitag in der Oberliga Schleswig-Holstein – und ein Spiel, das seinem Rahmen gerecht wurde. Der FC Kilia Kiel und der SV Eichede trennten sich nach intensiven 90 Minuten 2:2 (1:0). Vier Tore, zahlreiche Chancen auf beiden Seiten – und eine Rote Karte in der Schlussphase für Drilon Trepca sorgten für reichlich Gesprächsstoff.
Kilia startet stark – Standard bringt Führung
Die Hausherren kamen besser in die Partie und setzten früh Akzente. Bereits nach 15 Minuten brachte Marc Schwabe Kilia nach einem Standard im Gewühl mit 1:0 in Führung. Eichede wirkte in dieser Szene „nicht ganz wach“, wie es ihr sportlicher Leiter Jan-Henrik Schmidt später formulierte.
Doch die Führung wirkte für die Gäste wie ein Weckruf. Eichede steigerte sich merklich, kam besser in die Zweikämpfe und erspielte sich noch vor der Pause gute Möglichkeiten – ohne sich jedoch zu belohnen.
Eichede dreht das Spiel – Kilia schlägt schnell zurück
Nach dem Seitenwechsel kam Eichede „sehr, sehr gut aus der Halbzeit“, wie Schmidt betonte – und drehte die Partie binnen 15 Minuten. Leon William Tonder (48.) erzielte den verdienten Ausgleich, Jens Nicolas Wollesen (63.) brachte die Gäste mit 2:1 in Führung.
„Wir haben hochverdient den Ausgleich erzielt und sind dann auch verdient in Führung gegangen“, so Schmidt. „Leider verteidigen wir dann eine Situation am langen Pfosten nicht gut und bekommen das 2:2.“ Und so war es – nur zwei Minuten nach dem Rückstand schlug Kilia zurück: Jannis Voß traf in der 65. Minute zum 2:2 – ein Spiel auf Augenhöhe nahm endgültig Fahrt auf.
Soranno: „In Summe ein gerechtes Unentschieden“
Kilias Trainer Nicola Soranno sah eine Partie mit wechselnden Phasen: „Ich glaube, in Summe ist es ein gerechtes Unentschieden. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben mit und gegen den Ball viel richtig gemacht.“
Allerdings räumte er auch Probleme ein: „Nach einer halben Stunde haben wir ein bisschen den Faden verloren. Eichede ist anders angelaufen, wir hatten Probleme, Lösungen zu finden.“ Besonders ärgerlich: Direkt nach Wiederanpfiff hätte Kilia auf 2:0 stellen können, ließ die Chance jedoch ungenutzt – im Gegenzug fiel das 1:1.
Rote Karte für Trepca – Kilia verteidigt leidenschaftlich
In der 76. Minute wurde es hitzig: Drilon Trepca sah nach einem Schubser gegen den Brustkorb seines Gegenspielers die Rote Karte. Soranno äußerte Zweifel an der Härte der Entscheidung: „Er hat mit beiden Händen den Brustkorb berührt, laut Schiedsrichter ist das Rot. Ich habe das in der Bundesliga schon häufiger gesehen – da gibt es Gelb. Ein bisschen Fingerspitzengefühl hätte ich mir gewünscht.“
In Unterzahl stemmte sich Kilia leidenschaftlich gegen die Schlussoffensive der Gäste. Gleichzeitig boten sich sogar noch eigene Möglichkeiten – etwa nach einer Ecke per Kopfball oder durch einen freien Schuss von Jeppe Waschko im Strafraum, der geblockt wurde. „Wichtig war, dass wir in Unterzahl kein Tor mehr bekommen haben und das gut verteidigt haben“, so Soranno.
Eichede trauert zwei Punkten hinterher
Während Kilia mit dem Punkt nach Unterzahl leben konnte, war die Gefühlslage bei Eichede etwas anders. „Sicherlich freut sich Kilia mehr über diesen Punkt als wir“, meinte Schmidt. „Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht und uns leider am Ende nicht mit drei Punkten belohnt.“ Tatsächlich drängten die Gäste bis zum Schluss auf das 3:2 – verpassten es jedoch, den Ball ein weiteres Mal über die Linie zu bringen.
Fazit
Ein intensives, temporeiches Oberligaspiel mit allem, was dazugehört: Standards, Führungswechsel, Platzverweis und Chancen bis zur letzten Minute. Das 2:2 geht am Ende in Ordnung – auch wenn beide Seiten das Gefühl haben dürften, dass mehr drin war.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
