Die SSG Rot-Schwarz Kiel hat sich in der Landesliga Schleswig still und heimlich in der Spitzengruppe festgesetzt. Trainer Ove Sass ist zwar glücklich über die Entwicklung, aber von Zufriedenheit möchte er nichts wissen.
„Tabellenplatz drei nach der Hinrunde ist für uns eine Verbesserung im Vergleich zur letzten Saison. Das kann man so festhalten“, sagt Sass. Gleichzeitig schiebt er hinterher: „Aber es ist eben auch nur ein kleines Zwischenfazit. Das bringt uns gar nichts, wenn wir jetzt anfangen, uns auf diesem Tabellenplatz auszuruhen.“
Der Coach weiß genau, wie eng viele Spiele waren: „In dem einen oder anderen Spiel hätte es auch in die andere Richtung gehen können. Wir hatten oft aufgrund der mannschaftlichen Geschlossenheit in meinen Augen zu Recht die Nase vorn – aber auch das muss sich immer und immer wieder erarbeitet werden.“
Bewegung im Kader – frischer Konkurrenzkampf
Im Winter hat sich personell einiges getan. Neu im Team sind Angreifer Kristof Koop (TSV Kronshagen), Emre Kayali, Leon Lembke, Tom Bennet Lemke (alle drei SpVg Eidertal Molfsee) sowie Jonathan Suchocki (vereinslos). Für Koop, Kayali, Leon Lembke und Suchocki ist es dabei sogar eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Verabschiedet wurden Mohammed Ben Sirity, Tom Hertel und Tim Kappmeyer, die aus beruflichen beziehungsweise persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen.
Sass sieht die Neuen als wichtigen Faktor: „Gerade durch die Neuzugänge bekommen wir neuen Schwung, neuen Elan und einen höheren Konkurrenzkampf. Und wie wir alle wissen, belebt das das Geschäft – wenn es im richtigen Rahmen passiert.“
Vorbereitung mit klaren Schwerpunkten
Nach einer langen Winterpause mit schwierigen Trainingsbedingungen liegt der Fokus klar auf den Basics. „Wir müssen es schaffen, wieder zurück in den Fluss zu finden, unsere Neuzugänge zu integrieren und stark sowie mit einer geschlossenen Teamleistung zurückzukommen“, erklärt Sass.
Inhaltlich arbeitet Rot-Schwarz intensiv an Standardsituationen in Offensive und Defensive, am Umschaltspiel und vor allem am Verhalten gegen den Ball. „Wir haben in einigen Spielen gemerkt, wie schnell es in dieser Liga mit einem langen Ball hinter unsere letzte Kette gehen kann. Daran wollen wir arbeiten und uns weiter verbessern.“
Zielsetzung: erst liefern, dann träumen
Trotz Tabellenplatz drei bleibt die Zielsetzung bewusst nüchtern. „Wir wollen unbedingt mehr Punkte als letztes Jahr. Das scheint im Bereich des Möglichen, aber bevor wir das nicht erreicht haben, lohnt es sich überhaupt nicht, weitere Ziele anzuschauen.“
Rechenspiele interessieren Sass nicht. Sein Ansatz ist klar: „Ich will von Spiel zu Spiel denken. Wir wollen jedem Gegner beweisen, dass unser Lauf in der Hinrunde kein Zufallsprodukt war. Unser Anspruch muss sein, wieder maximale Leistung auf den Platz zu bringen – und zwar jedes Spiel.“
Vorfreude auf das, was kommt
Persönlich blickt der Trainer mit viel Energie nach vorn: „Ich freue mich einfach nur auf das, was kommt. Auf wärmere Monate, bessere Trainingsbedingungen und jede Einheit mit den Jungs.“
Rot-Schwarz Kiel ist also nicht nur tabellarisch gewachsen – sondern vor allem in Haltung und Selbstverständnis. Und genau das könnte in der Rückrunde zum entscheidenden Faktor werden.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
