Schluss nach sieben Jahren: Wiker-Trainer Dannie Osterhoff kündigt Abschied an

Der langjährige Erfolgstrainer des Wiker SV, Dannie Osterhoff, hat seinen Abschied zum Saisonende angekündigt. Nach sieben Jahren beim Kieler Verbandsligisten wird der 36-Jährige im Sommer 2026 aufhören – aus freien Stücken. Der Verein wurde frühzeitig informiert, die Nachfolgersuche läuft.

Es ist eine Nachricht, die beim Wiker SV und in der Kieler Fußballszene für Aufhorchen sorgt: Dannie Osterhoff, seit 2018 Cheftrainer der ersten Herrenmannschaft auf dem Auberg, hat dem Verein seinen Abschied angekündigt. In einer Mitteilung erklärte Osterhoff:

„Ich habe dem Verein in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass ich in meine letzte Saison beim Wiker SV gehen werde. Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, da der Verein und vor allem auch die Spieler etwas Besonderes für mich sind. Dennoch merke ich, dass der Akku nach dann sieben Jahren nun doch im roten Bereich ist und ich eine gewisse Müdigkeit verspüre.“

Osterhoff hat die Wiker über Jahre hinweg geformt, das Team mehrfach in Schlagdistanz zur Landesliga geführt – zuletzt in der vergangenen Saison, als man nur denkbar knapp in der Relegation scheiterte. In der aktuellen Spielzeit ist man ordentlich gestartet und will trotz der Trainerentscheidung weiter oben mitspielen.

Kein Rückzug aus der Emotion – sondern frühzeitige Klarheit

Besonders bemerkenswert: Osterhoffs Abschied erfolgt nicht etwa aus Enttäuschung oder Frust, sondern aus voller Überzeugung – und vor allem mit einem Blick für das große Ganze.

„Ich möchte dem Verein, aber auch der Mannschaft die Möglichkeit geben, neue Impulse zu bekommen und einen frischen Wind zu erhalten. Deshalb war es mir wichtig, nicht lange um den heißen Brei herum zu reden oder den Verein hinzuhalten. So bleibt genug Zeit, einen passenden Nachfolger zu finden.“

Glowatzka: „Es gibt keinen Zwiespalt – nur Respekt“

Fußballobmann und Spieler Frederik Glowatzka, der selbst seit Jahren eine zentrale Figur im Verein ist, zeigt vollstes Verständnis für die Entscheidung seines Trainers. Gegenüber NordKick sagt er:

„Die Entscheidung liegt zu 100 Prozent bei Dannie. Sie kam nicht vom Verein, sondern ist eine ganz persönliche. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit – und das waren wir über all die Jahre hinweg. Aber die Gründe, die er nennt, kann ich absolut nachvollziehen.“

Laut Glowatzka wurde der Vereinsvorstand bereits vor zwei Wochen in Kenntnis gesetzt. Man sei dankbar für die lange Planungszeit und wolle nun in Ruhe, aber zielgerichtet einen neuen Trainer finden – am besten bis zur Winterpause. Glowatzka betont:

„Wir werden nichts übers Knie brechen, aber natürlich wollen wir frühzeitig Klarheit haben – auch für unsere Spieler. Es soll Planungssicherheit herrschen.“

„Der Weg soll weiter nach oben führen“

Die Ambitionen des Vereins bleiben trotz des bevorstehenden Umbruchs klar: Man will in der Verbandsliga weiterhin eine starke Rolle spielen – und irgendwann den Schritt in die Landesliga schaffen, den man zuletzt zweimal knapp verpasste.

„Wir haben in den letzten Jahren viel aufgebaut. Der zukünftige Weg soll klar nach oben führen – nicht zurück in alte Fahrstuhlmuster zwischen Kreisliga und Verbandsliga. Wir wollen die Saison mit Dannie gemeinsam stark zu Ende bringen und uns sportlich wie menschlich gut voneinander verabschieden“, so Glowatzka.

Abschied mit Stil

In einer Branche, in der Wechsel oft überhastet, geheimnisvoll oder konfliktbeladen verlaufen, ist Osterhoffs offener und frühzeitiger Rückzug eine wohltuende Ausnahme. Der Wiker SV hat nun Zeit – und die Chance, gemeinsam mit einem verdienten Trainer eine starke letzte Saison zu gestalten.

Bericht und Bild: Ole Jacobsen.