Skrzybski vor dem Rückrundenstart: „Wir müssen von der ersten Minute an da sein“

Nach dem Trainingslager in Spanien ist Holstein Kiel wieder im deutschen Winter angekommen – und Steven Skrzybski mittendrin. Der 33-jährige Kapitän, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis mindestens Sommer 2027 verlängert hat, blickt dem Rückrundenstart mit Vorfreude entgegen. Die kürzlichen Minusgrade schrecken ihn nicht. „Die ganz kalten Temperaturen haben wir zum Glück verpasst. Die Bedingungen hier sind trotzdem sehr ordentlich, der Platz ist in einem guten Zustand. Man findet sich schnell wieder rein“, sagt Skrzybski.

Die Winterpause sei kurz gewesen, aber genau das komme der Mannschaft entgegen. „Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Wir wissen, dass es direkt ein dickes Brett wird, aber wenn wir so Fußball spielen wie in den Testspielen, dann bin ich positiv. Das kommt aber nicht von selbst – wir müssen mutig auftreten.“

Der Rückrundenstart als klare Standortbestimmung

Der Kapitän macht keinen Hehl daraus, wie wichtig der Auftakt ist. „Wir haben keine Zeit, uns an irgendwas zu gewöhnen. Wir spielen zu Hause, das ist der Rückrundenstart – den wollen wir gewinnen.“ Auch das Hinspiel bei Paderborn sitzt noch in den Köpfen. „Wenn man so spät ein Gegentor bekommt, das wurmt natürlich. Aber ich gehe da nicht mit Hassgefühlen rein, sondern mit einer Extraportion Motivation.“

Ein konkretes Saisonziel formuliert Skrzybski bewusst vorsichtig. „Unser Ziel ist erst mal, am Sonntag zu gewinnen. In dieser Liga sind alle Spiele eng, da bringt es nichts, jetzt große Dinge auszurufen. Wir müssen schnell anfangen zu punkten.“

Neue Impulse durch Jakupovic und Meffert

Mit Aldin Jakupovic und Jonas Meffert hat Holstein zuletzt zwei wichtige Bausteine dazubekommen. Über den jungen Stürmer sagt Skrzybski: „Er wirkt sehr bullig, hat einen ordentlichen Abschluss. Alles Weitere muss jetzt über die Integration kommen. Die Mannschaft ist sehr pflegeleicht, wenn man offen ist. Er ist noch jung, da braucht es vielleicht etwas mehr Unterstützung – aber das bekommen wir hin.“

Vor allem die Rückkehr von Meffert sieht der Kapitän als echten Gewinn. „Für mich ist das ein absoluter Gewinn für die Mannschaft – auf dem Platz wie auch daneben. Er hilft den jungen Spielern, hat die Philosophie des Trainers schnell verinnerlicht und ist ein sehr intelligenter Spieler. Obwohl er weg war, verhält er sich, als wäre er nie weg gewesen.“

Dass Meffert zusätzlich Verantwortung übernimmt, entlastet auch Skrzybski selbst. „Wir haben eine große Gruppe. Unterstützung ist immer gut. Meffo ist einer, der mit anpackt – und das tut uns sehr gut.“

Ballbesitz ja – aber nicht ohne Zweikämpfe

Skrzybski widerspricht klar dem Eindruck, Holstein wolle sich über spielerische Überlegenheit von der Härte der 2. Bundesliga verabschieden. „Wir wollen viel den Ball haben, ja. Aber wir wissen auch, was defensiv bedeutet. Wir müssen arbeiten, in die Zweikämpfe gehen und dürfen uns da nicht schonen.“

Das Testspiel gegen Ferencváros habe genau das gezeigt. „Wir haben da auch viele Fouls gespielt. Es ist nicht so, dass wir sagen: Wir schweben über den Dingen. Wir wollen Lösungen mit dem Ball finden, aber wir wissen auch, dass man sich Zweikämpfen stellen muss. Das eine schließt das andere nicht aus.“

Klarer Fokus auf Leistung und Punkte

Für den Kapitän ist die Marschroute eindeutig: Leistung bringen, Punkte holen, Vertrauen aufbauen. „Die Mannschaft ist talentiert. Wenn das Selbstvertrauen zurückkommt, dann sieht das sehr gut aus. Aber dafür müssen wir liefern – ab jetzt.“

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.