
Schalke hatte fünf Partien in Folge nicht mehr gewinnen können – nun gab es den Befreiungsschlag in Kiel. Der 2:1 Auswärtssicht der Knappen bei Holstein war auch gleichbedeutend mit der Zurückeroberung der Tabellenspitze. Grund genug den Torschützen und Kapitän der Königsblauen, Kenan Karaman zum Interview zu bitten.
Kenan, Glückwunsch zum Sieg und zurück an der Tabellenspitze. Wie würdest du das Spiel zusammenfassen?
Kenan Karaman: Danke. Es waren schwere Bedingungen — sehr kalt, ein schweres Auswärtsspiel und wir hatten die letzten Woche nicht gewonnen. Trotzdem haben wir das angenommen. Ich finde, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, mit vielen Torchancen und uns dann auch belohnt.
In der zweiten Halbzeit wird es durch die Elfmeterszene etwas unglücklich und Kiel kommt nochmal ran. Aber da sieht man, dass wir aus den letzten Wochen gelernt haben und das Spiel zu Ende verteidigen. Ich denke, die drei Punkte sind verdient.
Ihr hättet schon früher höher führen können — auch bei deiner Szene. War das ein Elfmeter?
Kenan Karaman: Für mich ist das ein klarer Elfmeter. Der Torwart berührt mich ganz klar. Ich bin vor ihm, mache einen Haken und er trifft mich. Ich weiß nicht, warum das nicht überprüft wurde. Aber wir haben es so hingenommen und hatten trotzdem viele Chancen. Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir sehr gierig, haben viele Bälle gewonnen und viele Abschlüsse gehabt.
Beide Tore fallen nach Ecken. Habt ihr da gezielt etwas einstudiert?
Kenan Karaman: Ja. Wir wissen, dass Adil ein sehr guter Schütze ist und mit Edin haben wir einen kopfballstarken Spieler dazu bekommen. Das haben wir unter der Woche trainiert — dass es gleich zweimal klappt, ist natürlich perfekt für uns.
Nach dem 2:1 wurde es nochmal eng. Hattet ihr kurz die Spiele der letzten Wochen im Kopf?
Kenan Karaman: Natürlich kommt man kurz ins Nachdenken. Aber ich fand, Kiel war hinten raus nicht mehr so gefährlich, weil wir gut verteidigt haben. Wir haben aus den letzten Wochen gelernt – das hat uns in der Hinrunde ausgezeichnet.
Wie groß war die Erleichterung nach dem Abpfiff?
Kenan Karaman: Riesig. Der Trainer hat auch nochmal eine Ansprache gemacht. Es war nicht leicht in den letzten Wochen – daraus jetzt so rauszukommen zeigt, dass die Truppe funktioniert. Das gibt uns viel Selbstvertrauen.
Ihr habt extrem intensiv gepresst. Wann merkt man die Kräfte schwinden?
Kenan Karaman: Das ist sehr intensiv, genau so wollen wir spielen. Gegen Ende der zweiten Halbzeit wird es natürlich schwieriger, aber die Jungs von der Bank haben sofort Energie gebracht. Wir brauchen in den nächsten Wochen jeden einzelnen.
Wie hilft dir ein Spieler wie Adil Aouchiche im Spiel?
Kenan Karaman: Er ist ein Gewinn für die Mannschaft, ein feiner Fußballer. Er hat seine Momente, treibt den Ball gut und gibt uns vorne Zeit, uns zu positionieren. Ich bin froh, dass er da ist und so schnell Fuß gefasst hat.
Für die Ex-Kieler Becker und Porath sicher ein besonderes Spiel, durfte einer von ihnen die Ansprache halten?
Ja, natürlich. Für Timo und Finn war das besonders. Die Ansprache in der Kabine hat heute aber der Trainer gemacht – und ich selbst auf dem Platz im Kreis.
Interview und Bild: Ole Jacobsen.

