Todesfelde verteidigt seinen Masters-Titel – NordKick Video in Kürze

Das LOTTO Masters 2026 in der ausverkauften Wunderino Arena bot alles, was dieses Turnier seit Jahrzehnten ausmacht: große Emotionen, enge Spiele, starke Fanlager – und am Ende einen verdienten Titelverteidiger. Der SV Todesfelde setzte sich im Finale mit 3:1 gegen die U23 von Holstein Kiel durch und stemmte damit erneut den begehrten Hallenpokal in die Höhe.

In den nächsten Tagen dürft ihr euch wieder auf ein Vielseitiges NordKick-Video zu diesem Hallenmasters freuen. In dem Video kommen nahezu alle Trainer und viele Spieler in Interviews zu Wort, deshalb werden in diesem Artikel die O-Töne geringer ausfallen, um euch die Vorfreude aufs Video nicht zu nehmen.

Der Turniertag begann allerdings alles andere als reibungslos. Schon beim traditionellen Einlauf der Teams zur „Welcome to Kiel“-Hymne von Susan Albers kam es zu massiven Tonproblemen. Die Veranstalter reagierten aber blitzschnell, starteten noch einmal von vorne und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Auch sportlich ging es holprig los – das erste Tor ließ ungewöhnlich lange auf sich warten.

Neumünster rupft den Adler

Im Eröffnungsspiel der Gruppe A sorgte der VfR Neumünster direkt für den ersten Paukenschlag. Gegen den Regionalligisten 1. FC Phönix Lübeck verteidigten die Veilchen leidenschaftlich und erzielten in der letzten Minute der zwölfminütigen Spielzeit den umjubelten 1:0-Siegtreffer. Mehr als zehn Minuten hatte die Halle zuvor auf das erste Tor des Turniers warten müssen – ungewöhnlich für ein Hallenspektakel dieser Klasse.

Der Sieg sollte sinnbildlich für den gesamten Gruppenverlauf stehen. In einer Gruppe mit zwei Regionalligisten setzten sich am Ende zwei Oberligisten durch.

Heider SV und VfR Neumünster sorgen für die Überraschung

Der Heider SV und der VfR Neumünster beendeten die Gruppe A beide mit sieben Punkten auf den ersten beiden Plätzen. Dahinter landete der 1. FC Phönix Lübeck mit drei Zählern auf Rang drei, während der VfB Lübeck mit null Punkten enttäuschend Letzter wurde.

Damit schieden beide Regionalligisten bereits nach der Vorrunde aus, während die beiden Außenseiter aus der Oberliga ins Halbfinale einzogen. Für Neumünster war es das erste Masters seit 2018 – und auch für Heide eine deutliche Steigerung zu den letzten Jahren.

Holstein U23 souverän durch Gruppe B

In der Gruppe B setzte die U23 von Holstein Kiel früh ein Ausrufezeichen. Nach zwei Siegen stand das Team bereits vorzeitig als Gruppensieger fest. Besonders auffällig präsentierte sich dabei Laurynas Kulikas aus der Kieler Offensive, der mit seinem wuchtigen Schuss in den Giebel eines der schönsten Tore des gesamten Turniers erzielte und auch gemeinsam mit seinem Teamkollegen Islam Matene (beide viert Treffer) Torschützenkönig wurde. Letzterer wurde zusätzlich noch als bester Spieler des Turnieres ausgezeichnet. Zum bester Keeper wurde Neumünsters Christopher Newe gewählt.

Der SV Todesfelde sicherte sich Rang zwei durch einen knappen Sieg im direkten Duell gegen Holstein, den die Segeberger unbedingt benötigten, um das Halbfinale zu erreichen. SC Weiche Flensburg und der SV Eichede schieden aus, sodass es zu den Halbfinalpaarungen Heider SV gegen Todesfelde und Holstein Kiel U23 gegen VfR Neumünster kam.

Favoriten setzen sich im Halbfinale durch

In beiden Halbfinals blieb die ganz große Sensation aus. Todesfelde setzte sich mit seiner typischen Intensität und Erfahrung mit 3:2 gegen den Heider SV durch, während Holsteins U23 den VfR Neumünster mit 4:2 bezwang. Für beide Außenseiter endete dennoch ein starkes Turnier, das weit über den Erwartungen gelegen hatte.

Neumünsters Trainer Danny Cornelius sprach später offen davon, dass seine Mannschaft das Turnier trotz des Ausscheidens voll ausgekostet habe. Kaum jemand habe ihnen den Einzug ins Halbfinale zugetraut, umso größer sei der Stolz über sieben Punkte in der Vorrunde gewesen. Und dennoch gab er mit einem Grinsen nach der Pressekonferenz zu: „Ich hätte das Ding gerne gewonnen.“

Todesfelde holt sich im Finale den Titel

Im Finale kam es zum Wiedersehen zwischen Todesfelde und Holstein Kiel U23, die sich bereits in der Gruppenphase gegenübergestanden hatten. Wie schon dort setzte sich der Titelverteidiger durch. Mit einem 3:1 sicherte sich der SV Todesfelde erneut den Masters-Titel.

Der Jubel fiel diesmal etwas verhaltener aus als im Vorjahr, doch die Freude über die erfolgreiche Titelverteidigung war deutlich spürbar. Todesfelde bestätigte einmal mehr seine besondere Hallenqualität und seine mentale Stärke in den entscheidenden Momenten.

Trainer Björn Sörensen sprach später davon, dass sein Team sich im Turnierverlauf gesteigert habe. Nach einem holprigen Start mit zwei Unentschieden habe man im entscheidenden Spiel gegen Holstein das nötige Glück gehabt, um überhaupt ins Halbfinale zu kommen. Dort und im Finale habe dann die Intensität, das Zweikampfverhalten und die Erfahrung den Ausschlag gegeben. Dennoch räumten sowohl Sörensen, als auch Cornelius ein, dass in ihren Augen die Jungstörche den besten Hallenfußball gespielt hätten.

Stolz bei den Außenseitern

Trotz des verpassten Finales überwog beim Heider SV der Stolz. Trainer Markus Wichmann betonte nach dem Turnier, dass das Erreichen des Halbfinales vor dieser Kulisse ein großer Moment für seine Mannschaft gewesen sei. Besonders für die vielen mitgereisten Fans habe man endlich wieder ein echtes Highlight bieten können.

Auch Danny Cornelius vom VfR Neumünster zeigte sich beeindruckt vom Auftritt seiner Mannschaft. Man habe die Atmosphäre genossen, großen Spaß auf dem Feld gehabt und sei mit dem Einzug ins Halbfinale weit über die eigenen Erwartungen hinausgewachsen.

Ein Masters mit kleinen Makeln und großer Bühne

Abseits des sportlichen Geschehens wurde bei der abschließenden Pressekonferenz auch die Organisation thematisiert. Die Tonprobleme zum Auftakt sorgten kurzfristig für Unruhe, wurden aber schnell behoben. Die Veranstalter betonten, dass bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung technische Pannen nie ganz auszuschließen seien, man aber schnell reagiert habe, um dem Turnier einen würdigen Rahmen zu geben.

Auch die Auslosung im Vorfeld wurde kritisch angesprochen, nachdem diese im Vergleich zu früheren Jahren weniger öffentlichkeitswirksam ausgefallen war. Die Verantwortlichen nahmen das Feedback auf und kündigten an, die Abläufe für die Zukunft zu überdenken.

Dennoch muss man abschließend einfach den SHFV wieder für diese besondere Veranstaltung loben. Andere Bundesländer beneiden uns für dieses Event und der SHFV schafft es Jahr für Jahr alle Zuschauer, Spieler, Trainer, Pressevertreter und natürlich die Fans zu begeistern. Wir können uns alle schon aufs nächste Jahr freuen.

In Kürze folgt auch dieses Jahr wieder ein NordKick-Video zu diesem tollen Event mit vielen schönen Szenen und vielen Interviews und O-Tönen zum Geschehen und Amateurfußball im Allgemeinen.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.