Der VfB Lübeck hat sein Auswärtsspiel beim Hamburger SV II am Mittwochabend auf spektakuläre Art und Weise mit 3:2 gewonnen! Nach der bitteren 2:3-Niederlage im Heimspiel gegen den FC Eintracht Norderstedt am vergangenen Samstag zeigten die Grün-Weißen eine starke Reaktion. Im Nachholspiel der Regionalliga Nord zeigte der VfB Lübeck vor allem in der zweiten Halbzeit eine ansprechende Leistung – auf dem Kunstrasenplatz des Stadion Hoheluft sorgten Jakob Korte, John Posselt und Felix Drinkuth für den 3:2-Erfolg!
Das grün-weiße Team von Trainer Guerino Capretti startete im Vergleich zum vergangenen Heimspiel mit vier personellen Änderungen in der Startformation. Für Gavin Didzilatis startete Phillip Diestel im Tor der Lübecker, in der Abwehrkette ersetzte Yannik Westphal den angeschlagenen Kevin Bukusu. Darüber hinaus spielte Julian Albrecht für den gelbgesperrten Robin Kölle, Manuel Farrona Pulido begann anstelle von Herdi Bukusu.
Gleich in der frühen Anfangsphase hatte unser VfB die erste gute Möglichkeit auf den Führungstreffer: Nachdem John Posselt per gutem Angriffspressing den Ball in der Hamburger Hälfte eroberte, war es der VfB-Offensivmann selbst, der aus spitzem Winkel innerhalb des HSV-Strafraums an Hannes Hermann im Tor des Hamburger SV II scheiterte (1.). Im direkten Gegenzug kam dann auch der Gastgeber das erste Mal gefährlich vor das Tor des VfB Lübeck, doch Maurice Boakye verfehlte aus halblinker Position knapp das VfB-Tor (2.).
In der Folge sahen die Zuschauer im Stadion Hoheluft, darunter 350 bis 400 laustarke VfB-Fans im gut gefüllten Auswärtsblock, ein intensives Regionalligaspiel, in welchem beide Teams immer wieder den direkten Zug zum Tor suchten. Für einen nächsten Aufreger sorgte dann Mitte der ersten Halbzeit wieder der HSV II: Jesse Kilo zog nach einem guten Offensiv-Vorstoß kurz vor dem Strafraum der Grün-Weißen leicht nach innen, schlenzte den Ball aber knapp am Tor von Phillip Diestel vorbei (20.). Nur wenige Sekunden später war es dann Manuel Farrona Pulido, der den VfB Lübeck hätte in Führung bringen können. Im Strafraum und freistehend vor HSV-Torwart Hannes Hermann blieb Letzterer jedoch mit einer guten Parade Sieger (21.).
Das Regionalligaspiel gestaltete sich weiterhin auf Augenhöhe, beide Mannschaften setzten immer wieder gute Akzente. Einen Freistoß von Milad Nejad konnte Diestel gut parieren (28.), auf der anderen Seite blieb Farrona Pulido mit einem Schussversuch an der HSV-Abwehr hängen (34.). Rund zehn Minuten vor Ende der ersten Hälfte ging der Gastgeber dann in Führung: Über die linke Seite spielte sich der HSV II schnell nach vorne, ein Zuspiel durch den Strafraum fand schließlich Timon Kramer, der den Ball im VfB-Tor versenken konnte (35.). Kurz vor dem Pausenpfiff wäre unserem VfB Lübeck dann beinahe doch noch der Ausgleichstreffer gelungen, doch John Posselt scheiterte mit einem guten Kopfball am Querbalken.
Denkbar schlecht starteten die Grün-Weißen dann in den zweiten Durchgang. Erst traf Jesse Kilo nach schnellem Umschaltspiel nur die Latte des VfB-Tors (51.), nur wenig später musste VfB-Keeper Diestel dann erneut hinter sich greifen: Yalcinkaya traf nach einem guten Zuspiel im VfB-Strafraum aus kurzer Distanz ins linke untere Eck (52.). Zwar schien der 0:2-Treffer so kurz nach Wiederbeginn zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt gefallen zu sein, doch der VfB Lübeck schüttelte sich kurz und kam prompt zurück! Jakob Korte netzte knapp innerhalb des HSV-Strafraums nach guter Offensivaktion des VfB zum 1:2-Anschlusstreffer ein. Sein Ball sprang vom Innenpfosten aus ins HSV-Tor (56.).
Der VfB Lübeck nutzte das Momentum fortan für sich und blieb hartnäckig! Nur zehn Minuten später war es John Posselt, der nach einem guten Zuspiel zum 2:2 ausglich – der VfB Lübeck war auf einmal wieder da! Die Grün-Weißen wollten nun sogar noch mehr und den 0:2-Rückstand in einen Sieg umwandeln. Und das sollte auch gelingen…
Nur vier Minuten nach dem 2:2-Ausgleichstreffer entschied Schiedsrichter Alexander Roj auf einen Handelfmeter. Und dieser war so richtig kurios. Denn: Nachdem sich HSV-Keeper Hermann den Ball bei einem Abstoß zurechtlegte und auf den danebenstehenden Mitspieler Lukas Bornschein spielte, nahm dieser den Ball mit der Hand entgegen, um sich den Ball noch einmal hinzulegen. Da der Abstoß vom Torhüter des HSV II jedoch als ausgeführt galt, trat Felix Drinkuth zum Handelfmeter an. Wie in den Spielen zuvor verwandelte der VfB-Offensivmann sicher – dieses Mal platzierte er den Ball in der Tormitte. Das Spiel war binnen 15 Minuten gedreht, der VfB führte auf einmal mit 3:2!
Mit der Führung im Rücken agierte der VfB Lübeck nun äußerst sicher und souverän, ließ in der Defensive nur noch wenig anbrennen. Zwar versuchte der Gastgeber, sich noch einmal gegen die drohende Heimniederlage zu wehren, doch alle Mühen halfen nichts mehr. Der VfB Lübeck holt nach einem 0:2-Rückstand tatsächlich noch einen 3:2-Auswärtssieg und springt bis auf Tabellenplatz 6 in der Regionalliga Nord vor! Schon am Sonntag geht´s weiter: Dann ist der VfB Lübeck wieder im Stadion Hoheluft zu Gast, Gegner wird dann der FC Teutonia 05 Ottensen sein. Anstoß ist um 13.30 Uhr.
Hamburger SV II: Hermann (TW), Bornschein, Nejad (C / ab 80. Appiah), Boakye (ab 78. Pakia), Yalcinkaya, Kilo, Kramer, Megeed, Mengot, Hildebrandt (ab 90. Riedel), Kiveta-Ndongalasiya (ab 78. Reimers)
VfB Lübeck: Diestel (TW), Menke, Posselt (ab 82. Lehnfeld), Wulff, Farrona Pulido (ab 86. Andresen), Drinkuth (ab 90.+1 Göttel), Thiel (C), Korte, Westphal, Sommer, Albrecht (ab 90.+3 Wahl)
Tore: 1:0 Kramer (35.), 2:0 Yalcinkaya (52.), 2:1 Korte (56.), 2:2 Posselt (66.), 2:3 Drinkuth (70. / Handelfmeter)
Gelbe Karten: Wulff, Sommer, Albrecht, Posselt, Andresen – Megeed
Zuschauer: 700 im Stadion Hoheluft
Schiedsrichter: Alexander Roj
Quelle: Pressebericht VfB Lübeck.