Ungeschlagen an der Spitze: Yamak hätte Kronshagens Höhenflug selbst nicht erwartet

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Coskun Yamak hat den Lauf seiner Mannschaft nicht kommen sehen

Der TSV Kronshagen ist die Mannschaft der Stunde in der Landesliga Schleswig. Zwölf Spiele, keine Niederlage und Tabellenplatz eins vor Topfavorit Inter Türkspor Kiel: Trainer Coskun Yamak wusste um das Potenzial seiner Mannschaft – mit einem derart starken Saisonverlauf hatte aber selbst er nicht gerechnet. Und der Erfolg hat für ihn längst nicht nur mit 13-Tore-Stürmer Laurynas Kulikas zu tun.

32 Punkte nach zwölf Spielen. 37:12 Tore. Keine einzige Niederlage. Der TSV Kronshagen spielt bislang eine beeindruckende Landesliga-Saison und hält sogar Inter Türkspor Kiel in Schach. Dabei hat der Tabellenführer gegenüber dem einen Punkt zurückliegenden Verfolger sogar noch eine Partie weniger absolviert.

Dass seine Mannschaft nach beinahe einer kompletten Hinrunde ganz oben stehen würde, hatte Trainer Coskun Yamak vor der Saison nicht auf dem Zettel. „Dass wir nach fast der Hinrunde ungeschlagen sein werden, habe ich nicht erwartet“, gibt Yamak zu. Zwar sei Kronshagen von anderen Mannschaften als Geheimfavorit bezeichnet worden, nach der durchwachsenen vergangenen Saison habe er die Zielsetzung aber zunächst deutlich niedriger angesetzt. „Für mich war wichtig, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“ Dass Potenzial in der Mannschaft steckt, wusste der Trainer. „Aber dass wir jetzt ungeschlagener Tabellenführer sind, hatte ich ehrlich gesagt auch nicht erwartet.“

Kulikas hebt Kronshagen „auf das nächste Level“

Einer der auffälligsten Unterschiede zur vergangenen Saison trägt einen bekannten Namen: Laurynas Kulikas. Der 32-jährige Mittelstürmer, der in den vergangenen Jahren für die U23 von Holstein Kiel auflief, hat bereits 13 Treffer erzielt. Für Yamak ist allerdings nicht allein die Torgefahr des Routiniers wertvoll. „Laury ist nicht nur ein super Fußballer, sondern auch eine exzellente Persönlichkeit. Durch seine Erfahrung kann er unseren jungen Spielern sehr viel beibringen und hebt unser Spiel natürlich auf das nächste Level.“

Den bisherigen Erfolg ausschließlich auf den Torjäger zu reduzieren, würde der Mannschaft aus Sicht des Trainers jedoch nicht gerecht. „Dieser Erfolg liegt nicht nur an Laury, sondern an der gemeinschaftlichen Mannschaftsleistung, die wir Woche für Woche auf den Platz legen.“

Jeder weiß, was er zu tun hat

Einen wesentlichen Grund für die Entwicklung sieht Yamak in der Vorbereitung. Dort wurde intensiv an der taktischen Ausrichtung gearbeitet. „Wir haben unsere taktische Spielweise so einstudiert, dass jeder Spieler ganz genau weiß, was seine Aufgaben sind.“ Hinzu kommt für den Trainer ein Faktor, der sich schwerer trainieren lässt: das Mannschaftsgefüge. „Die Jungs verstehen sich untereinander hervorragend und jeder gönnt dem anderen, in der Startelf zu stehen. Das macht meiner Meinung nach eine gute Mannschaft aus.“

Ein Dutzend Chancen – aber kein Tor gegen Kropp

Umso überraschender kam zuletzt das 0:0 gegen Schlusslicht TSV Kropp. „Das Remis war natürlich sehr ärgerlich, weil wir bestimmt ein Dutzend Torchancen hatten, die wir leider nicht nutzen konnten“, sagt Yamak. Dramatisieren möchte er den ersten kleinen Dämpfer nach zuvor mehreren Siegen allerdings nicht. Mit einem Augenzwinkern zieht der Trainer sogar einen Vergleich aus deutlich höheren Fußballregionen heran: „Bayern München hat schließlich auf Schalke auch nicht gewonnen.“ Für Yamak überwiegt ohnehin das Positive: Kronshagen ist weiterhin ungeschlagen und weiß nach der Partie ziemlich genau, woran gearbeitet werden muss.

Und was hat Kronshagen Inter voraus?

Bei der Frage, was seine Mannschaft im Titelkampf möglicherweise besser macht als Inter Türkspor, lässt sich Yamak nicht aus der Reserve locken. Er lobt den Konkurrenten ausdrücklich: „Inter hat eine enorme individuelle Qualität und ein gutes Trainerteam.“ Statt einen Vorteil seiner Mannschaft auszurufen, bleibt der Trainer bei dem Prinzip, das Kronshagen bislang an die Tabellenspitze gebracht hat. „Wir schauen immer auf uns selbst, weil wir nur unsere eigene Leistung beeinflussen können.“

Und obwohl vor Saisonbeginn zunächst der Abstand nach unten wichtig war, klingt die Haltung eines ungeschlagenen Tabellenführers inzwischen durchaus selbstbewusst: „Wir schauen von Spiel zu Spiel und versuchen, das Maximale mitzunehmen. Jedes Spiel müssen wir wie ein Endspiel angehen.“

Das Motto des Trainerteams ist dabei denkbar einfach: „Harte Arbeit zahlt sich am Ende immer aus!“ Nach zwölf ungeschlagenen Spielen spricht momentan einiges dafür.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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