Neue Ausfälle bei Holstein: So könnte die Startelf gegen Bochum aussehen

Sorgen um Bernhardsson und Tolkin – Walter stellt Defensive um, Weiner wohl weiter im Tor

Die personelle Lage bei Holstein Kiel spitzt sich weiter zu – und zwingt Trainer Tim Walter einmal mehr zu Anpassungen. Beim öffentlichen Training am Dienstag fehlten gleich mehrere wichtige Spieler oder mussten vorzeitig abbrechen. Gleichzeitig ließ sich aber bereits klar erkennen, wie der Coach auf die Ausfälle reagieren will. Vor allem in der Defensive wird es Veränderungen geben.

Bangen um Bernhardsson und Tolkin

Besonders brisant: Leistungsträger Alexander Bernhardsson konnte aufgrund einer unklaren Diagnose nicht am Training teilnehmen. Ob der schwedische Nationalspieler am Wochenende zur Verfügung steht, ist derzeit offen – ein Ausfall erscheint zumindest möglich.

Auch John Tolkin sorgte für Sorgenfalten. Der US-Nationalspieler musste das Training mit Schmerzen abbrechen und verließ den Platz sichtbar angeschlagen. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Definitiv fehlen wird hingegen Innenverteidiger David Zec. Der Abwehrchef ist nach seiner Gelb-Sperre zum Zuschauen gezwungen – ein Ausfall, der schwer wiegt.

So will Walter die Defensive umbauen

Das Training lieferte bereits deutliche Hinweise darauf, wie Tim Walter reagieren wird. In der Innenverteidigung zeichnete sich eine neue Formation ab: Marko Ivezic und Ivan Nekic sollen das Abwehrzentrum bilden. Auf den Außenverteidigerpositionen testete Walter Lasse Rosenboom rechts sowie Marco Komenda links. Sollte Tolkin rechtzeitig fit werden, würde er auf der linken Seite in die Startelf zurückkehren.

Meffert als alleinige Absicherung

Im defensiven Mittelfeld setzt Walter offenbar auf eine klare Struktur. Jonas Meffert soll im 4-1-4-1-System die alleinige Sechserposition übernehmen und damit für Stabilität sorgen. Davor ist eine flexible Doppel-Acht geplant: Kasper Davidsen und Steven Skrzybski sollen das Spiel lenken und gleichzeitig offensiv für Impulse sorgen.

Gerade bei Skrzybski bleibt allerdings die Frage nach der Belastbarkeit. Nach seiner Rückkehr gegen Nürnberg hatte er direkt großen Einfluss, wirkte aber noch nicht bei 100 Prozent. „Ich bin erstmal einfach froh, dass ich nach den ganzen Wochen wieder auf dem Platz stehen kann“, sagte Skrzybski zuletzt. „Jetzt müssen wir schauen, was die Woche hergibt.“

Offensive bleibt weitgehend gesetzt

Auf den Außenbahnen deutet vieles auf die gewohnte Besetzung hin: Jonas Terkelsen links, Adrian Kapralik rechts. Beide sollen mit Tempo und Tiefgang für Entlastung sorgen. Im Sturmzentrum dürfte Phil Harres nach überstandener Verletzung wieder beginnen. Der Angreifer scheint als Mittelstürmer aktuell alternativlos zu sein.

Davidsen fordert mehr Stabilität

Auch Kasper Davidsen, der gegen Nürnberg selbst traf, sieht vor allem defensiv Verbesserungsbedarf. „Wir haben zwei Tore geschossen – das sollte normalerweise reichen, um ein Spiel zu gewinnen“, erklärte der Däne in der Medienrunde. „Aber wir müssen defensiv besser werden. Der Gegner darf nicht so einfach drei Tore machen.“

Der dänische U21-Nationalspieler machte dabei vor allem die Umschaltmomente als Problem aus. „Sie waren sehr effektiv und haben uns bei schnellen Gegenstößen bestraft. Das müssen wir besser verteidigen.“

Trotz der schwierigen Situation glaubt Davidsen weiter an die Mannschaft. „Wir haben noch genug Spiele, um das zu drehen. Ich habe das Gefühl, dass wir besser spielen und uns mehr Chancen erarbeiten. Uns fehlt im Moment vielleicht dieser eine Sieg – ich glaube, genau den brauchen wir jetzt.“

Torwartfrage: Walter bleibt wohl bei Weiner

Eine Position sorgt weiterhin für Diskussionen: der Torwart. Viele Beobachter wünschen sich eine Rückkehr von Jonas Krumrey ins Tor der Störche. Doch alles deutet darauf hin, dass Tim Walter seiner Linie treu bleibt und weiterhin auf Timon Weiner setzt.

Der Keeper präsentierte sich im Training auffällig selbstbewusst, dirigierte seine Mitspieler lautstark und wirkte insgesamt sehr präsent. Es schien, als habe er das Vertrauen des Trainers verinnerlicht – und daraus spürbar Selbstvertrauen gezogen.

Fazit: Viel Bewegung – und viele Fragezeichen

Holstein Kiel steht vor dem nächsten richtungsweisenden Spiel – und muss dabei womöglich erneut auf wichtige Spieler verzichten. Während die Defensive neu formiert wird, ruhen viele Hoffnungen auf einer stabileren Balance im Spiel.

Die gute Nachricht: Die Mannschaft erspielt sich wieder Chancen. Die schlechte: Sie muss endlich anfangen, daraus auch Punkte zu machen. Oder wie Davidsen es treffend formuliert:
„Wir brauchen diesen einen Sieg.“

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.