Die SpVg Eidertal Molfsee bleibt das Team der Stunde in der Landesliga Schleswig. Im Derby beim TSV Kronshagen setzte sich die Mannschaft von Trainer Nedim Hasanbegovic verdient mit 2:0 durch und feierte damit den vierten Sieg im vierten Spiel nach der Winterpause. Während Eidertal weiter vom Aufstiegsrelegationsplatz träumen darf, kassierte Kronshagen trotz klarer Leistungssteigerung in den vergangenen Wochen einen Dämpfer im Abstiegskampf.
Eidertal effizient – Kronshagen zu harmlos
Die Rollenverteilung war von Beginn an erkennbar: Eidertal präsentierte sich spielerisch reifer, strukturierter und vor allem zielstrebiger. Kronshagen hingegen tat sich schwer, klare Aktionen nach vorne zu kreieren. „Wir spielen einfach zu kompliziert nach vorne, keine richtige Torchance“, analysierte Kronshagens Ligaobmann Jens Köhler bereits während der ersten Hälfte treffend.
Eidertal machte es besser – und nutzte eine Standardsituation zur Führung. Nach einem Eckball traf Louis Schütt in der 18. Minute zum 0:1. Eine Führung, die laut Köhler „auch verdient“ war, da seine Mannschaft bis zur 40. Minute ohne echte Torchance blieb. Erst kurz vor der Pause kam Kronshagen erstmals gefährlich vors Tor, doch die große Möglichkeit für Erdogan Cumur blieb ungenutzt.
Kronshagen mit kurzer Drangphase – aber ohne Ertrag
Direkt nach dem Seitenwechsel bot sich Eidertal die Riesenchance auf das 0:2 durch Joel Agyemang, doch Peeke Schmitz rettete spektakulär per Flufkopfball auf der Torlinie. Anschließend hatte die Heimelf ihre beste Phase im Spiel: Erst scheiterte Roman-Alexander Reikat an Molfsee-Schlussmann Fynn Mika Mohr im eins-gegen-eins Duell und anschließend zirkelte Cumur den Ball mit links an den Pfosten. Plötzlich war das Derby offen – doch Kronshagen belohnte sich nicht. „Wenn wir das 1:1 machen, wird es ein anderes Spiel“, so TSVK-Coach Coskun Yamak nach der Partie.
Eidertal bleibt eiskalt
Während Kronshagen seine Möglichkeiten liegen ließ, zeigte sich Eidertal abgeklärt. In der 67. Minute fiel die Vorentscheidung zum 0:2 durch Christian Alberts. In der Folge hatte Eidertal sogar mehrfach die Chance, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten, ließ jedoch weitere gute Möglichkeiten ungenutzt. Dennoch geriet der Sieg nie ernsthaft in Gefahr – auch weil die Defensive stabil stand und kaum etwas zuließ.
Yamak: „Im Endeffekt verdient“
Trotz der vergebenen Chancen zeigte sich Kronshagens Trainer realistisch: „Im Endeffekt ist es verdient für den Gegner. Aber wenn wir das 1:1 machen, wird es vielleicht ein anderes Spiel.“ Besonders ärgerlich: Beide Gegentore fielen nach Standards. „Da sind wir nicht wach genug. Wenn wir in solchen Situationen besser verteidigen, kriegen wir diese Tore nicht.“
Trotz der Niederlage sieht Yamak sein Team weiterhin auf einem guten Weg: „Die Jungs haben Bock, das merkt man im Training. Wir haben klar angesprochen, was sich ändern muss – und das setzen sie auch um.“ Dieser Aufwärtstrend hatte sich zuletzt mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien widergespiegelt.
Hasanbegovic: „Mentalität ist der Unterschied“
Ganz anders die Stimmung bei Eidertal. Trainer Nedim Hasanbegovic lobte seine Mannschaft für eine „gute, solide Leistung“ und hob besonders die Entwicklung im Vergleich zur Hinrunde hervor: „Wir lassen den Ball besser laufen, sind geduldiger – und die Mentalität ist ein großer Unterschied.“ Trotz der Unruhe im Verein – mehrere Abgänge im Winter und weitere angekündigte Wechsel im Sommer sowie ein Trainerwechsel – funktioniert die Mannschaft aktuell bemerkenswert stabil.
Hasanbegovic selbst, der in der kommenden Saison nicht mehr Trainer bleiben darf und das vermeintlich erst erfahren hat, nachdem sein Nachfolger schon fest stand, bleibt dabei professionell: „Für mich ist das hier eine Herzensangelegenheit. Ich werde bis zur letzten Minute Vollgas geben.“ Und auch seine Mannschaft zieht voll mit: „Ein riesen Kompliment an die Jungs. Trotz der Situation haben wir im Training Spaß, arbeiten hart – und bringen das auf den Platz.“
Fazit: Der Lauf geht weiter
Eidertal Molfsee bestätigt eindrucksvoll seine starke Form und bleibt oben dran. Die Mischung aus Stabilität, Effizienz und mannschaftlicher Geschlossenheit macht das Team aktuell zu einem ernsthaften Aufstiegskandidaten. Kronshagen hingegen zeigt weiterhin positive Ansätze, verpasst es aber, sich für gute Phasen zu belohnen, dennoch scheint das Team verstanden zu haben, was die Stunde im Abstiegskampf geschlagen hat.
Artikel und Bilder: Ole Jacobsen.
