Aldin Jakupovic am Scheideweg: Vom hoffnungsvollen Talent zum Problemfall?

Holstein-Talent sucht seinen Weg zurück in den Profifußball

Als Holstein Kiel im Winter Aldin Jakupovic verpflichtete, war die Hoffnung groß. Ein junges Sturmtalent, geholt unter der sportlichen Leitung von Olaf Rebbe, ausgestattet mit Perspektive für die Zukunft – und durchaus mit ersten Einsätzen in der 2. Bundesliga unter Marcel Rapp. Doch nur wenige Monate später ist die Situation eine völlig andere.

Vom Profi-Kader in die U23

Unter dem neuen Trainer Tim Walter gehört Jakupovic zwar weiterhin zum Trainingsbetrieb der Profis, Spielzeit sammelt er aktuell jedoch ausschließlich in der U23 in der Oberliga Schleswig-Holstein. Ein Schritt, der für junge Spieler nicht ungewöhnlich ist – aber einer, der immer auch eine klare Botschaft enthält: Entwickeln, arbeiten, liefern.

Auftritt wirft Fragen auf

Beim jüngsten Auftritt im Derby gegen Inter Türkspor Kiel bot sich jedoch ein Bild, das Fragen aufwirft. Sportlich blieb der 19-Jährige weitgehend blass, konnte kaum Akzente setzen und wirkte nicht wie ein Spieler, der sich für höhere Aufgaben aufdrängt.

Viel auffälliger war allerdings sein Auftreten auf dem Platz: Körpersprache, Mimik und Kommunikation mit den Mitspielern hinterließen einen schwierigen Eindruck. Mehrfach war zu beobachten, dass Jakupovic mit Aktionen seiner Mitspieler haderte, Diskussionen suchte und Unzufriedenheit ausstrahlte – statt Energie ins eigene Spiel zu investieren.

Fehlende Leichtigkeit – fehlende Wirkung

Gerade bei jungen Spielern ist die Körpersprache ein entscheidender Faktor. Bei Jakupovic wirkte diese über weite Strecken negativ. Auch Coaching-Versuche von Mitspielern und Hinweise von außen schienen nur bedingt anzukommen. Statt sich aktiv einzubringen, entstand der Eindruck von Frust und Distanz zum Spielgeschehen.

Das Problem: In dieser Phase braucht es genau das Gegenteil – Präsenz, Einsatz und die Bereitschaft, sich über kleine Schritte zurückzuarbeiten.

Der Weg zurück führt nur über Leistung

Die Situation ist klar: Der Weg zurück in den Profikader führt ausschließlich über konstante Leistungen in der U23. Talent allein reicht nicht – gerade bei einem Verein wie Holstein Kiel, der aktuell im Profibereich andere Anforderungen und eine klare Spielidee verfolgt. Jakupovic steht damit an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung.

Noch ist nichts verloren

Trotz aller Kritik gilt: Der 19-Jährige ist weiterhin ein Spieler mit Perspektive. Seine Ausbildung, seine Stationen und sein Potenzial sind vorhanden. Doch jetzt geht es um Anpassung, Mentalität und die richtige Reaktion auf eine neue Rolle.

Oder anders gesagt: Der nächste Schritt entscheidet darüber, ob aus einem vielversprechenden Talent ein ernsthafter Kandidat für den Profifußball wird – oder ob der Abstand größer wird.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.