Nach Überfall, Brand und Gerichtsdrama: Teamsport Friedrichsort kämpft ums Überleben

Die Insolvenz der Teamsport Friedrichsort GmbH erschüttert aktuell viele Vereine, Sportler und Partner in der Region. Das Unternehmen gilt seit Jahrzehnten als verlässlicher Ausrüster im norddeutschen Amateur- und Vereinssport. Nun hat sich Geschäftsführer Michael Buchwald in einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet und die Hintergründe der dramatischen Entwicklung geschildert.

Eine Kette von Rückschlägen seit 2020

Nach eigenen Angaben blickt Buchwald auf mehrere Jahre voller Herausforderungen zurück. Bereits seit 2020 habe das Unternehmen mit massiven Einschnitten zu kämpfen gehabt – darunter die Corona-Pandemie, infrastrukturelle Probleme durch die Sperrung der Hochbrücke sowie ein Brand, der Geschäftsräume und Teile der Buchhaltung zerstörte.

Hinzu kamen technische Probleme im Onlinegeschäft. „Unser Onlineshop war durch eine fehlerhafte Umstellung für fünf Monate nicht erreichbar“, erklärt Buchwald. Dennoch habe man mit Unterstützung von Mitarbeitern, Familie und Freunden den Betrieb stets aufrechterhalten können. Offene Rechnungen oder ausbleibende Lieferungen habe es nach seiner Darstellung nicht gegeben.

Überfall als einschneidender Wendepunkt

Eine besonders dramatische Wendung nahm die Situation Anfang Dezember 2025. Laut Buchwald drangen maskierte Täter in sein Haus ein und zwangen ihn und seine Frau unter Waffengewalt zur Herausgabe von Wertgegenständen und Rücklagen.

„Ich wurde dabei schwer mit einem Messer verletzt“, schildert er. Seine Frau leide bis heute unter den Folgen des Überfalls. Trotz dieser persönlichen Belastung habe er versucht, den Geschäftsbetrieb weiterzuführen.

Gerichtsverfahren mit weitreichenden Folgen

Den entscheidenden Einschnitt beschreibt Buchwald im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren Mitte April. Dabei ging es nach seiner Darstellung um Forderungen eines Ausrüsters, die aus seiner Sicht bereits beglichen gewesen seien.

„Wir waren überzeugt, dass die Sachlage eindeutig ist und wir alles belegen können“, so Buchwald. Der Prozess habe jedoch eine unerwartete Wendung genommen. Sein damaliger Rechtsbeistand habe entscheidende Punkte nicht eingebracht, wodurch es schließlich zu einem Vergleich gekommen sei.

Die daraus resultierende finanzielle Belastung habe unmittelbar zur Zahlungsunfähigkeit geführt. Am 16. April 2026 meldete Buchwald als Geschäftsführer Insolvenz an.

„Es geht nicht nur um uns“ – Sorge um Mitarbeiter und Zukunft

Neben den persönlichen Konsequenzen steht für Buchwald vor allem die Zukunft des Unternehmens und seiner Mitarbeiter im Fokus. „Es geht um Menschen, die für uns wie Familie sind“, betont er.

Mit der Insolvenz übernimmt nun ein Insolvenzverwalter die Abwicklung des laufenden Geschäfts. Bestellungen seien weiterhin möglich, die Abwicklung laufe über das entsprechende Verfahren.

Gleichzeitig hofft Buchwald auf eine Perspektive für die Zukunft: Gesucht werde ein Investor, der dem Unternehmen – und insbesondere der nächsten Generation – eine Fortführung ermöglichen könnte.

Appell an Vereine und Partner

Zum Abschluss richtet Buchwald einen emotionalen Appell an Kunden, Vereine und Partner, dem Unternehmen trotz der aktuellen Situation die Treue zu halten. „Am Ende entscheidet ihr, ob ihr dieser Firma und ihren Mitarbeitern noch eine Chance gebt“, schreibt er.

Für viele im regionalen Sport bleibt zu hoffen, dass sich eine Lösung findet – denn der mögliche Verlust eines langjährigen Partners wie Teamsport Friedrichsort würde eine spürbare Lücke hinterlassen.

Artikel: Ole Jacobsen.