Trotz 5. Gelber Karte – Umut Tohumcu darf gegen Braunschweig spielen

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Umut Tohumcu mit guter Laune nach dem Training von Holstein Kiel

Nach dem öffentlichen Training von Holstein Kiel drehte sich vieles um eine Personalie: Umut Tohumcu. Der formstarke Offensivspieler stand zuletzt immer mehr im Fokus – sportlich wie auch regeltechnisch.

Doch der Trainingstag selbst begann zunächst mit einer kleinen, fast schon kuriosen Szene: Beim Warmmachen wollten die Kieler eine Übung einstudieren – allerdings ohne Erfolg. Über mehrere Minuten lief die Einheit immer wieder schief, die Abläufe passten nicht, die Abstimmung fehlte.

Athletiktrainer Lasse Bork reagierte schließlich mit einem Augenzwinkern, aber auch klarer Konsequenz: Er brach die Übung ab und schickte die Spieler kurzerhand zum klassischen Dauerlauf. Eine Szene, die man eher aus dem Amateurfußball kennt – und die zeigte, dass auch Profis manchmal an ganz einfachen Dingen scheitern können.

Gelbe Karten nicht ligaübergreifend – Kiel holt sich DFB-Bestätigung

Tohumcu sammelte in dieser Saison sowohl Karten in der Bundesliga (für Hoffenheim) als auch in der 2. Liga für Holstein Kiel. Entscheidend: Diese werden nicht ligaübergreifend addiert. Die Kieler ließen sich diese Auslegung sogar schriftlich vom DFB bestätigen – gehen aber dennoch auf Nummer sicher und prüfen den Fall erneut.

Damit ist klar: Tohumcu wird aller Voraussicht nach am Wochenende gegen Eintracht Braunschweig im Kader stehen. „Ich wusste schon, dass ich noch nicht bei fünf bin, weil ich die Gelben Karten aus der Bundesliga nicht mitnehme“, erklärte der Offensivspieler im Gespräch.

„Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht“

Sportlich läuft es für den Youngster aktuell rund. Tohumcu erhielt gerade zuletzt viel öffentliches Lob von Cheftrainer Tim Walter und wurde zuletzt auf mehreren Positionen eingesetzt – auf der Acht, der Sechs oder auch auf dem Flügel. Eine feste Lieblingsposition? Für ihn zweitrangig: „Wo ich mich wohlfühle, ist eigentlich egal. Ich spiele da, wo der Trainer mich braucht.“ Besonders hebt er die Zusammenarbeit mit Trainer Tim Walter hervor: „Wir reden viel. Er gibt mir viele Details mit – Kleinigkeiten, die im Spiel wichtig sind. Ich versuche, das Woche für Woche umzusetzen.“

Formanstieg kein Zufall

Mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen zeigt die Formkurve der Kieler klar nach oben. Für Tohumcu kommt das jedoch nicht überraschend: „Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Wir haben die Punkte vorher einfach nicht geholt.“ Entscheidend sei vor allem eine Veränderung im Spielstil gewesen: „Wir müssen mutiger spielen und unseren Fußball durchziehen. Das haben wir zuletzt besser gemacht.“

Fokus auf Saisonfinale – Zukunft offen

Drei Spiele stehen noch an – und die könnten entscheidend werden. Mit einem Sieg gegen Braunschweig kann die KSV einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Druck verspürt Tohumcu dabei nicht: „Wir gehen jedes Spiel gleich an. Drei Punkte holen, gute Leistung zeigen – mehr denken wir nicht.“ Auch seine persönliche Zukunft lässt der von Hoffenheim ausgeliehene Profi bewusst offen: „Ich konzentriere mich auf die letzten Spiele. Danach sehen wir, was passiert.“

Starker Rückhalt und klare Entwicklung

Trotz schwieriger Anfangsphase in Kiel hat sich Tohumcu durchgebissen. Zweifel habe es nie gegeben: „Eine Karriere läuft nicht immer gerade. Ich habe mich nicht unterkriegen lassen.“ Auch das Vertrauen der Trainer – sowohl von Tim Walter als auch zuvor von Marcel Rapp – habe ihm geholfen: „Beide haben mir viel mitgegeben. Ich bin froh, mit solchen Trainern arbeiten zu können.“

Kiel wird zur Heimat

Abseits des Platzes fühlt sich der 21-Jährige inzwischen ebenfalls angekommen: „Am Anfang war es sehr kalt, ich war sogar zweimal krank. Aber jetzt scheint die Sonne – und ich bin glücklich hier.“

 Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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