Vom schwierigen Start zur Aufstiegschance: Eckernförder SV dreht auf – Haberlag vor Abschied

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Der Eckernförder SV und Trainer Maik Haberlag haben gute Chancen auf einen erfolgreichen Saisonabschluss

Der Weg zurück nach oben war für den Eckernförder SV alles andere als ein Selbstläufer. Nach dem Abstieg aus der Oberliga tat sich die Mannschaft von Trainer Maik Haberlag in der Hinrunde der Landesliga Schleswig zunächst schwer, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Der direkte Wiederaufstieg war das klare Ziel – doch früh zeichnete sich ab, dass vor allem TSB Flensburg als Tabellenführer kaum noch einzuholen sein würde. Auch im Rennen um Platz zwei, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt, musste der ESV zunächst kämpfen.

Rückrunde bringt die Wende

Was dann folgte, war jedoch eine Entwicklung, die selbst in dieser Deutlichkeit nicht unbedingt zu erwarten war. In der Rückrunde präsentierte sich Eckernförde wie ausgewechselt. Die Mannschaft stabilisierte sich, gewann Spiel um Spiel und setzte sich zunehmend von der Konkurrenz ab. Im Kalenderjahr 2026 blieb der ESV bislang ungeschlagen, fuhr zehn Siege und zwei Unentschieden ein und sicherte sich so frühzeitig Rang zwei. Die Relegation ist damit längst gebucht – und das mit einem komfortablen Vorsprung.

Haberlag sieht die Ursache im eigenen Team

Für Trainer Haberlag ist der Grund für diesen Umschwung eindeutig. „Der Grund für die Konstanz sind eindeutig wir, keine anderen“, stellt er klar. Eine Aussage, die den Fokus bewusst nach innen richtet – weg von möglichen Schwächen der Konkurrenz, hin zur eigenen Entwicklung. Vor allem die personelle Situation spielte dabei eine entscheidende Rolle. Viele verletzte Spieler aus der Hinrunde kehrten im Laufe der Saison zurück und sorgten für deutlich mehr Qualität und Konkurrenz im Training. „Dadurch ist das Trainingsniveau deutlich besser geworden und ich habe die Möglichkeit, auf vielen Positionen zu entscheiden und je nach Matchplan aufzustellen“, erklärt Haberlag.

Mehr Qualität, mehr Möglichkeiten

Diese neu gewonnene Tiefe im Kader ermöglichte es ihm auch, während der Spiele flexibel zu reagieren und mit Einwechslungen gezielt Einfluss zu nehmen. Neben der individuellen Qualität hebt Haberlag vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit hervor. „Die mannschaftliche Geschlossenheit und das Verteidigen sind ein riesiger Grund für die Serie“, sagt er. Es ist genau diese Mischung aus taktischer Flexibilität, größerer Kaderbreite und Teamgeist, die den ESV in der Rückrunde so stark gemacht hat.

Fokus bleibt auf der Liga

Trotz der komfortablen Ausgangslage bleibt der Fokus intern jedoch klar gesetzt. Die Relegation, das mögliche Duell um den Aufstieg – all das spielt im Kopf der Mannschaft aktuell noch keine große Rolle. „Stand jetzt denke ich noch nicht an die Relegationsspiele oder das Pokalfinale“, sagt Haberlag. Stattdessen hat sich das Team ein anderes Ziel gesetzt: 70 Punkte in der Liga. Erst wenn dieses erreicht ist, soll der Blick auf die entscheidenden Spiele gerichtet werden.

Rahmenbedingungen für die Relegation stehen

Ein paar Rahmenbedingungen für die Relegation stehen dennoch bereits fest. Eckernförde wird zunächst auswärts antreten und das Rückspiel vor heimischem Publikum bestreiten – ein Vorteil, der sich aus der besseren Punkteausbeute im Vergleich zur Parallelstaffel ergibt. Als möglicher Gegner wird derzeit die zweite Mannschaft des VfB Lübeck gehandelt. Zuvor wartet allerdings noch ein weiteres Highlight: das Kreispokalfinale gegen den TuS Rotenhof.

Ein Abschied mit Emotionen im Hintergrund

Während sportlich vieles auf Kurs ist, schwingt im Hintergrund ein besonderes Thema mit. Für Maik Haberlag wird diese Saison die letzte an der Seitenlinie des Eckernförder SV sein. Seit Sommer 2018 hat er den Verein geprägt, Höhen und Tiefen erlebt und nun die Chance, seine Zeit mit einem sportlichen Erfolg zu krönen. Emotional wirkt der Trainer aktuell dennoch erstaunlich gefasst. „Wir hatten englische Wochen, ich hatte gar keine Zeit, den Kopf anzuschalten“, sagt er. Doch er weiß auch, dass sich das noch ändern könnte: „Meine große Sorge ist, dass sich alles aufstaut und beim letzten Abpfiff dann alles rauskommt.“

Zukunft offen – Ziel klar

Wie es für ihn persönlich nach der Saison weitergeht, ist noch offen. Angebote habe es gegeben, doch eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. „Stand jetzt mache ich Pause“, sagt Haberlag. So steht der Eckernförder SV aktuell an einem spannenden Punkt. Der zweite Platz ist gesichert, die Relegation erreicht – das Minimalziel ist erfüllt. Doch die große Chance liegt noch vor der Mannschaft: die Rückkehr in die Oberliga. Und vielleicht bekommt diese Geschichte am Ende genau den Abschluss, den sie aus sportlicher Sicht verdient hätte – mit einem Aufstieg zum Abschied eines Trainers, der den Verein über Jahre hinweg geprägt hat.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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