Nach erneutem Kreuzbandriss: Paul Kraatz startet bei der TSG Concordia Schönkirchen als Trainer durch

Du betrachtest gerade Nach erneutem Kreuzbandriss: Paul Kraatz startet bei der TSG Concordia Schönkirchen als Trainer durch
Paul Kraatz im Trikot der Probsteier SG kurz vor seiner Verletzung, die nun den Wechsel auf die Trainerbank in Schönkirchen bedeutet

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die brutal ehrlich sind. Geschichten, die zeigen, wie eng Euphorie und Enttäuschung beieinanderliegen. Genau so eine Geschichte hat Paul Kraatz erlebt.

Der ehemalige Spieler der TSG Concordia Schönkirchen kämpfte sich im Trikot seines neuen Vereines Probsteier SG nach einem Kreuzbandriss monatelang zurück. Reha, harte Arbeit, Schmerzen, Zweifel – all das nahm der Offensivspieler in Kauf, um wieder auf den Platz zurückzukehren.

Dann kam endlich das ersehnte Comeback. Ausgerechnet beim Auswärtsspiel beim Kieler MTV stand Kraatz wieder auf dem Feld – und sorgte sofort für einen Gänsehautmoment. Traumtor. Perfekte Rückkehr. Fußballromantik pur. Doch nur wenige Minuten später saß Kraatz erneut verletzt auf dem Rasen. Die bittere Diagnose: wieder Kreuzbandriss.

„Das Risiko ist einfach zu groß“

Nun zieht der junge Fußballer die Konsequenzen – zumindest als aktiver Spieler. Die TSG Concordia Schönkirchen gab jetzt offiziell bekannt, dass Kraatz künftig Teil des Trainerteams der Ligamannschaft wird. Statt selbst auf dem Platz zu stehen, wird er künftig von außen Einfluss nehmen. „Nach meiner erneuten Verletzung und den damit verbundenen OPs macht es nicht wirklich Sinn weiter Fußball zu spielen“, erklärt Kraatz gegenüber NordKick offen. „Das Risiko, sich erneut wieder so schwer zu verletzen, ist einfach zu groß.“

Eine Entscheidung, die ihm sichtbar nicht leicht gefallen ist. Denn Fußball sei immer sein Leben gewesen. „Da Fußball mein Leben ist, stand für mich aber recht schnell fest, dass ich trotzdem etwas machen möchte, was möglichst nah am selber Spielen ist. Deswegen der Schritt ins Trainergeschäft.“

Vertrauen in Schönkirchen

Der Kontakt zur TSG kam dabei nicht zufällig zustande. Besonders zu Trainer Stefan Köpke sowie Co-Trainer Felix Wagner hat Kraatz schon seit längerem einen guten Draht. „Ich habe zu Stefan Köpke und Felix Wagner ein sehr gutes Verhältnis“, erzählt Kraatz. „Ich wusste, dass die Mannschaft in Schönkirchen menschlich herausragend ist und mich gut aufnehmen würde.“

Auch die Rahmenbedingungen hätten ihn überzeugt. „Die Bedingungen dort sind auf sehr gutem Niveau. Deshalb habe ich das Gespräch gesucht und dem Trainerteam meine Idee unterbreitet.“ Die Verantwortlichen in Schönkirchen waren schnell überzeugt. Schließlich kehrt mit Kraatz ein echtes Eigengewächs zurück zur TSG.

Neue Aufgabe statt Fußball-Rente

Ganz vom Fußball verabschieden möchte sich Kraatz trotz des Karriereendes als Spieler nämlich keinesfalls. Künftig soll er das Trainerteam vor allem bei der Gegneranalyse, der Trainingsplanung sowie der Spielvorbereitung unterstützen. Gleichzeitig will er möglichst viel lernen. „Ich möchte so viel wie möglich vom Trainerteam lernen und das Maximum aus der Zeit rausholen“, sagt Kraatz.

Dabei denkt der junge Fußballer bereits weiter voraus. Die Trainerlaufbahn soll kein kurzfristiges Experiment bleiben. „Sobald ich wieder fitter bin, möchte ich die C- sowie B-Lizenz machen, um trainingsinhaltlich den nächsten Schritt zu gehen.“

„Ich will das Maximum aus den Spielern herausholen“

Dass Kraatz trotz seiner schweren Rückschläge bereits wieder voller Motivation nach vorne blickt, beeindruckt. Verbitterung? Fehlanzeige. Stattdessen wirkt der ehemalige Offensivspieler fokussiert und hungrig auf seine neue Aufgabe. „Ich bin davon überzeugt, dass ich einen positiven Einfluss auf die Mannschaft haben werde und das Maximum aus den Spielern herausholen kann. Das motiviert mich.“

Die aktive Karriere als Spieler scheint zwar abrupt und viel zu früh beendet zu sein, doch vielleicht öffnet sich für Paul Kraatz nun tatsächlich genau die Tür, die er langfristig gebraucht hat. Im Fußball endet manchmal eine Geschichte schneller als geplant. Aber oft beginnt gleichzeitig bereits die nächste.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

Schreibe einen Kommentar